Montag, 29. Februar 2016

Northanger Abbey



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von Val McDermid
übersetzt durch Doris Styron
  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 11.01.2016
  • Aktuelle Ausgabe : 11.01.2016
  • Verlag : HarperCollins
  • ISBN: 9783959670180
  • Fester Einband 320 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Der HarperCollins Verlag und Blogg dein Buch haben mir das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


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Inhalt


Janes Austens großer Roman Northanger Abbey, neu verfasst von Krimimeisterin Val McDermid. Lesen ist gefährlich! Zu gern verliert die 17-jährige Pfarrerstochter Cat Morland sich in der Welt der Bücher und träumt von aufregenden Abenteuern – die sie in ihrer Heimat im ländlichen Piddle Valley leider niemals finden wird. Zum Glück darf sie zu einem Kulturfestival nach Edinburgh reisen, wo sie sich in den jungen, aufstrebenden Rechtsanwalt Henry Tilney verliebt. Als er sie auf seinen schönen, aber düsteren Familiensitz Northanger Abbey einlädt, fühlt sich Cat jedoch plötzlich in einen ihrer geliebten Gruselromane versetzt. Denn in dem alten Gemäuer lauern die Schatten der Vergangenheit hinter jeder Ecke und die Anzeichen verdichten sich, dass ein schreckliches Verbrechen geschehen ist …
(Quelle: HarperCollins)


Meine Meinung


Die 17-jährige Cat ist sehr behütet und quasi von der Umwelt abgeschlossen aufgewachsen. Ein einmonatiger Besuch in Edinburgh macht sie mit der Gesellschaft bekannt – und den Männern…

„Northanger Abbey“ ist ein Roman von Jane Austen, geschrieben um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Die Autorin Val McDermid hat sich des Werks angenommen und den Stoff in die heutige Zeit, und damit gut 200 Jahre später, übertragen. Das Original von Jane Austen habe ich zwar schon mal gelesen, aber das ist nun sicher 10 Jahre her und ich kann mich kaum mehr daran erinnern. Einen inhaltlichen Vergleich zwischen dem Original und der Neufassung kann ich daher nicht ziehen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich schon einen Krimi von Val McDermid gelesen habe (mit denen sie berühmt geworden ist)(, auch da kann ich also keine Vergleiche ziehen.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der Protagonistin Cat. Damit ist sie auch die einzige, über deren Gefühlswelt der Leser etwas erfährt. Die anderen Personen werden nur durch ihr Verhalten und ihre Reaktionen beschrieben, ihre Motive bleiben aber unklar, solange sie nicht deutlich angesprochen werden. Eine Eigenschaft von Cat hat mich mit der Zeit ziemlich genervt: sie steht auf Vampire. Und zwar auf die Twighlight-Variante, die lieben, glitzernden, die niemanden beissen. Alles und jeden vergleicht sie mit Vampiren (huch, XY ist so schnell und lautlos verschwunden, ist er etwa ein Vampir? Ich habe YZ, den ich grandiose zwei Mal getroffen habe, noch nie bei Sonnenschein gesehen, er muss also ein Vampir sein! YX sieht viel jünger aus, als er ist, wie ein Vampir! Schlussendlich glaubt sie ernsthaft, dass Vampire unter uns wandeln, und das mit 17!), was auf die Dauer erst langweilt, und dann nervt. Zudem denkt sie oft naiv und begriffsstutzig wie ein kleines Mädchen, was sie als 17-jährige des 21. Jahrhunderts komplett unglaubwürdig erscheinen lässt. Nicht nur die Protagonistin Cat hat mich als Figur enttäuscht, auch alle anderen Charaktere blieben blass, klischeebeladen und alles andere als der heutigen Zeit angepasst. Keine einzige Figur konnte mich wirklich überzeugen oder mich sogar berühren.

Im Schreibstil hat sich Val McDermid dem Vorbild Jane Austen angepasst, was ihn teilweise etwas geschwollen wirken lässt. Die Geschichte liest sich sehr „klassisch“, was dem Leser neben den Figuren noch zusätzlich das Gefühl gibt, ein „altes“ Buch zu lesen, wobei die modernen Technologien wie Facebook und die aktuellen Bücher wie „Twighlight“ wie ein Fremdkörper wirken. Spannung kommt über die ganzen 304 Seiten leider keine auf.

Mein grösster Kritikpunkt ist jedoch folgender: Die Geschichte wurde zwar ins 21. Jahrhundert versetzt, aber nur den äusseren Umständen nach. Viele Details gingen bei der Umsetzung wohl vergessen, und die Figuren wurden überhaupt nicht an unsere Zeit angepasst. Wieso sollte sich beispielsweise in der heutigen Zeit eine 17-jährige darum Gedanken machen, ob sie den ganzen Abend mit demselben Partner tanzen darf (was heutzutage wohl ohnehin niemand mehr bemerken würde)? Wieso sollte ein junges Paar in der Öffentlichkeit eine Anstandsdame benötigen, um die Erwachsenen vom Tratschen abzuhalten? Wieso sollte eine 17-jährige sich einen Monat lang mit Lesungen, Theaterstücken und Bällen vergnügen, ohne zwischendurch auch mal eine Bar, eine Party oder ein Rock- oder Popkonzert aufzusuchen (ok, an einer einzigen Party war sie…)? Welche 17-jährige verzichtet schon ihr ganzes Leben darauf zu fluchen, weil das ein schlechtes Bild auf ihren Vater werfen könne? Wer verlobt sich nach einer Woche, in der man sich nur in der Öffentlichkeit getroffen hat? Das Verhalten aller Beteiligten und auch Cats Gefühlswelt erschienen mit daher sehr altmodisch. Die regelmässige Erwähnung vom SMS und Facebook reichen eben nicht aus, um eine alte Geschichte in die heutige Zeit zu versetzen, ebenso wenig der inflationäre Gebrauch des Wortes „Cool“ (benutzen Jugendliche den Begriff heutzutage überhaupt noch? Und wieso schreiben sie SMS, heute nutzt man doch Whatsapp? Val McDermid scheint sich mit der „heutigen Jugend“ nicht sonderlich gut auszukennen?).

Auch haben mich viele Verhaltensweisen und Denkansätze, die vor 200 Jahren ganz normal waren und die ich in Jane Austen Romanen auch gut akzeptieren kann, in die heutige Zeit versetzt sehr genervt, insbesondere, da sie von niemandem hinterfragt wurden. Ein Paar kann nicht sofort heiraten, weil er zu wenig verdient, um beiden den Lebensunterhalt zu finanzieren? Dann soll sie halt auch arbeiten gehen, notfalls bei McDonalds oder an der Supermarktkasse! Die Welt geht unter, weil sie erst in zwei Jahren heiraten können? Na und, das hält doch heuten niemanden davon ab, eine Beziehung zu führen, zusammen zu wohnen etc.! Eine Frau aus gutem Hause braucht keine Ausbildung, da sie ohnehin heiraten wird? Wie bitte, sogar Queen Elizabeth II hat eine Ausbildung (im 2. Weltkrieg wurde sie zur LKW-Fahrerin und Mechanikerin ausgebildet) und auch die schwedischen Prinzessinnen Victoria und Madeleine haben studiert! Es ist die Aufgabe des Vaters, sicherzustellen, dass die Tochter den richtigen Mann heiratet? Oh nein, sie heiratet ja schliesslich, und nicht er! Um herauszufinden, wie eine Person ist, wird nach deren Familie, insbesondere nach der finanziellen Lage, gefragt, und das von Tennagern? Dazu erübrigt sich wohl jeder Kommentar…

Die Idee, eine altbekannte Geschichte in die heutige Zeit hineinzuversetzen ist nicht neu, spricht mich aber grundsätzlich immer wieder an. Wie man das geschickt macht, kann man an Filmen wie beispielsweise „10 Dinge, die ich an dir hasse“ sehen. Wie man es besser nicht macht, sieht man an „Northanger Abbey“. Nur die äusseren Umstände zu ändern und die Figuren SMS statt Briefe verschicken und Autos anstelle von Kutschen fahren zu lassen, reicht nicht aus, um eine Story in die heutige Zeit zu adaptieren.

Mein Fazit

Die Idee ist gut, aber die Umsetzung der Jane Austen Geschichte vermag nicht zu überzeugen, da nur die äusseren Umstände, nicht aber die Handlungs- und Denkweise der Personen angepasst wurde und die Geschichte recht seicht bleibt.




Rezensionsexemplar


Samstag, 27. Februar 2016

Monday Club - Das erste Opfer


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von Krystyna Kuhn

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 17.07.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 17.07.2015
  • Verlag : Oetinger
  • ISBN: 9783789140617
  • Fester Einband 384 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

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Bücher der Reihe:
Das erste Opfer
Der zweite Verrat


Inhalt


Kann ein Mensch zwei Mal sterben? Ein perfides Spiel um Wahn und Wahrheit!

Bei der sechzehnjährigen Faye Mason wurde bereits in früher Kindheit idiopathische Insomnie diagnostiziert, eine seltene Schlafkrankheit. Die schlaflosen Nächte hinterlassen Spuren: Oft kann sie Wirklichkeit und Fantasie nicht unterscheiden. Da geschieht etwas Entsetzliches: Fayes beste Freundin Amy kommt bei einem Autounfall ums Leben. Doch wenig später begegnet sie der totgeglaubten Amy auf der Straße. Halluziniert sie? Oder ist Amy noch am Leben? Faye sollte besser nicht zu viele Fragen stellen, auch nicht zum Monday Club, in dem alle wichtigen Leute der Stadt Mitglied sind.

Eine Tote, die lebt, und eine schlaflose Heldin, deren Alpträume wahr werden: der erste Band der Mädchen-Mystery-Trilogie der Extraklasse!
(Quelle: Oetinger)


Meine Meinung


Die Highschool-Schülerin Faye leidet seit Jahren unter Schlafstörungen, durch die sie teilweise halluziniert. Als sie ihre beste Freundin Amy nach deren Tod nochmals sieht und eine SMS von ihr bekommt, weiss sie nicht, ob sie sich das alles nur einbildet, oder ob Amy doch nicht so gestorben ist, wie dies der Öffentlichkeit mitgeteilt wurde.

Nachdem „Monday Club – Das erste Opfer“ im letzten Jahr in aller Munde war, habe ich mir das eBook gekauft, es aber dann doch einige Monate ungelesen liegen lassen. Nun, nach der Lektüre, fällt mir die Bewertung recht schwer. Einerseits fand ich das Buch sehr spannend, andererseits hat mir aber sehr viel gefehlt.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Faye erzählt. Wie meistens führt diese Perspektive dazu, dass der Leser nur sehr wenig über die anderen Figuren erfährt, sondern ihr Bild durch Fayes Meinung über sie quasi „vorgeschrieben“ erhält. Zudem werden Fayes Gefühle und Meinung zu den einzelnen Personen so schwammig beschrieben, das mir völlig unklar blieb, warum sie mit den einen befreundet ist und mit den anderen nicht. Auch über Fay erfährt man nur, was absolut handlungsrelevant ist (oder meiner Vermutung nach in späteren Bänden sein wird). So bleiben die Charaktere eher blass, ohne nennenswerten Hintergrund.

Die Autorin Krystyna Kuhn schafft es, mit ihrem lockeren und leicht lesbaren Schreibstil eine sehr unheimliche Grundstimmung zu schaffen. Schon nach wenigen Seiten wusste ich nicht mehr, wem Faye (und damit auch ich als Leserin) vertrauen konnte und wer sie anlog, wer zu den „Guten“ und wer zu den „Bösen“ gehörte, und welche Aussagen nun die Wahrheit und welche blosse Behauptungen waren. Die Handlung selbst ist hingegen recht dürftig, auf den knapp 400 Seiten werden die Geschehnisse von lediglich wenigen Tagen geschildert. Der Titelgebende „Monday Club“ wird zwar erwähnt, aber worum es sich dabei genau handelt, wird wohl erst in den Folgebänden aufgeklärt. Das Ende ist sehr offen gestaltet, sodass der Leser die Reihe unbedingt weiterverfolgen muss, wenn er verstehen will, worum es eigentlich in der Reihe überhaupt geht. Ein solches Vorgehen mag ich eigentlich überhaupt nicht, aber da ich die Grundstimmung des Buches sehr spannend fand, werde ich die Reihe trotz ihrer Schwächen sicher weiterverfolgen. Ich hoffe, dass ich eine Gesamtbewertung der Reihe dann positiver verfassen kann, wenn ich einmal überblickt habe, worum sich die Handlung genau dreht. Eine Genre-Einteilung fällt mir hier sehr schwer. Das Buch hat gewisse Mystery-Aspekte, ebenso wie Aspekte eines Krimis oder Thrillers. In eine einzige Schublade lässt es sich aber nicht stecken.

Mein Fazit

Spannende Grundstimmung, aber kaum Handlung. Als Einzelband nicht geeignet, da kein wirkliches Ende besteht.




Freitag, 26. Februar 2016

Kinderreime


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von Norbert Löffler

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 13.08.2014
  • Aktuelle Ausgabe : 13.08.2014
  • Verlag : Manvira Verlag
  • ISBN: B00MQ751JA
  • E-Buch Text 241 Seiten 

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Inhalt


1966 geschieht ein schreckliches Unglück. Ein kleines Dorf verliert dadurch fast alle seine Kinder. Die Katastrophe, mit vielen Todesopfern, findet kein Ende. 45 Jahre später, werden Personen ermordet, die mit dem damaligen Unglück in Verbindung stehen. Stets wird ein Kinderreim hinterlassen.
Die Mordkommission ermittelt und erfährt nun viele Dinge aus dem Leben der Überlebenden, aber auch verwirrende Wahrheiten.
Die Zahl der Verdächtigen scheint grenzenlos und der Wettlauf gegen die Zeit beginnt … 
(Quelle: Amazon)


Meine Meinung


Ein Serienmörder geht um. Das einzige, das die Opfer verbindet: sie alle haben 1966 ein Unglück überlebt, das fast alle Kinder eines kleinen Dorfes getötet hat…

Leider muss ich gleich mit der Feststellung beginnen, dass mir der Krimi nicht gefallen hat. Die Charaktere fand ich nicht überzeugend. Sie alle erschienen mit entweder nichtssagend oder richtiggehend unausstehlich. Auch ihr Verhalten konnte ich nicht nachvollziehen. Die Ermittler diskutierten die Fälle detailliert mit ihren Partnern oder sogar Personen, die sie gerade in einer Bar kennengelernt haben. Im echten Leben hätte so ein Polizist wohl nach kürzester Zeit ein Strafverfahren am Hals, abgesehen von den polizeiinternen Disziplinarverfahren.

Auch die Aufklärung der Taten überzeugte mich nicht. Schon nach dem ersten Mord, als es noch überhaupt keine Anzeichen auf einen Serientäter gab, wussten die Ermittler schon, dass die Tat mit dem Unglück von 1966 zusammenhängen musste. Woher sie diese Information hatten, blieb jedoch unklar. Auch sonst wurde sehr stümperhaft ermittelt, die Morde wurden lediglich per Zufall aufgeklärt. Ausserdem dreht sich das Buch für meinen Geschmack zu sehr um Sex. Alle paar Seiten wird irgendjemand flachgelegt, häufig auch ziemlich gewalttätig, obschon der Sex nichts zur eigentlichen Geschichte beiträgt. Es gibt ja viele Leser, die gehäufte Sexszenen mögen, aber ich gehöre nicht wirklich dazu. Daher hätte man dies im Klappentext erwähnen sollen, damit der Leser weiss, worauf er sich einlässt.

Mein Fazit

Unsympathische Charaktere, unlogische Handlung, unnötige Sexszenen. Nicht mein Fall.






Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 47, ein Buch, das bisher nur als eBook erschienen ist. Ich konnte nirgends Informationen über eine Print-Ausgabe von "Kinderreime" finden, daher nehme ich an, dass das Buch nur als eBook erschienen ist.

Mittwoch, 24. Februar 2016

[Hörbuch] Der Herr der Ringe - Die Wiederkehr des Königs


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von J.R.R. Tolkien
übersetzt durch Wolfgang Krege
gelesen von Gert Heidenreich

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 12.09.2007
  • Aktuelle Ausgabe : 13.09.2007
  • Verlag : Der Hörverlag
  • ISBN: 9783899409888
  • Audio CD
  • Sprache: Deutsch 

Ich habe mir das Hörbuch über Audible gekauft


Hörprobe
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Bücher der Reihe:
Die Gefährten
Die zwei Türme
Die Wiederkehr des Königs


Inhalt


Das große Finale
Frodo will endgültig den Ring vernichten. Doch die Last ist schwer und Sam muss ihm helfen, den Ring zur Schicksalsschlucht zu bringen. Dort erwartet sie Gollum, der seinen Schatz für sich will.
Die restlichen Gefährten bereiten sich auf die große Schlacht gegen Sauron vor. Unter ihnen ist auch der rechtmäßige Erbe Gondors und so beginnt der Kampf um die Rettung Mittelerdes.

Gert Heidenreich liest auch den dritten Teil der Fantasytrilogie in der Übersetzung von Wolfgang Krege und begleitet die Gefährten bei ihrem letzten Schlag gegen Sauron. Er erzählt von Frodo und seinen Freunden so einfühlsam und zugleich mit solcher Kraft, als spüre er die Macht des Rings.
(Quelle: Der Hörverlag)


Meine Meinung


Im dritten und letzten Teil der „Der Herr der Ringe“-Trilogie wird die Geschichte zu einem Ende gebracht – und dies schon deutlich früher, als es der Erstleser erwartet. Bereits in der Mitte des Buches wird der Ringe zerstört und Sauron besiegt (habe ich jetzt jemanden gespoilert? Gibt es noch fantasyinteressierte Personen, die weder das Buch gelesen noch die Verfilmung gesehen haben? Es sollte doch eigentlich klar sein, wie dieser Handlungsbogen endet…). In der zweiten Buchhälfte wird das weitere Leben der Beteiligten geschildert. Viel Platz nimmt dabei die Rückreise der Hobbits ins Auenland und deren Erlebnisse dort ein. Dies ist zwar grundsätzlich interessant, kann aber aufgrund der Länge ehrlich gesagt etwas langweilig wirken. Hier hat mir die Lösung von Peter Jackson in der Verfilmung besser gefallen, in der die Zerstörung des Rings gegen Ende platziert und die nachfolgenden Geschehnisse nur noch kurz umrissen wurden.

Nach den ersten zwei Teilen habe ich mich nun mittlerweile etwas an die Übersetzung gewöhnt, mag sie aber immer noch nicht wirklich. Sie erscheint mir immer noch zu flapsig und zu umgangssprachlich, voller Ausdrücke wie „Chef“, Boss“, „Fresse“, die einfach nicht in die mittelalterlich angehauchte Welt von Mittelerde passen. Dem Sprecher Gert Heidenreich konnte ich gut zuhören, wie beim zweiten Teil bemerkt bringt er mir aber etwas zu wenig Individualität in die einzelnen Charaktere. Zur Hörbuchversion ist noch anzumerken, dass die Anhänge, die in der Printversion einen nicht unerheblichen Teil des dritten Bandes einnehmen, und dem Leser mehr Informationen über die Geschichte Mittelerdes liefern, nicht Teil des deutschen Hörbuchs sind.

Mein Fazit

Spannender erster Teil, die zweite Hälfte ist aber etwas zäh und langatmig. Abzug gibt es auch für die Übersetzung.







Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 39, ein Buch das nicht in Europa oder den USA spielt. Mittelerde liegt weder in Europa noch in den USA, wenn schon auf diesem Planeten, dann in Neuseeland, da dort die Verfilmung gedreht wurde ;-)

Montag, 22. Februar 2016

[Hörbuch] The Hitchhiker's Guide to the Galaxy / Per Anhalter durch die Galaxis


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von Douglas Adams
gelesen von Stephen Fry

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 31. August 2012
  • Aktuelle Ausgabe : 31. August 2012
  • Verlag : Macmillan Digital Audio
  • ISBN: B00NTPIE56
  • Audiodatei: 5 h 51 

Ich habe mir das Hörbuch über Audible gekauft. Es gibt aber auch eine Version auf CD von Random House Audio.


Hörprobe
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Bücher der Reihe:
The Hitchhiker's Guide to the Galaxy
The Restaurant at the End of the Universe
Life, the Universe, and Everything
So Long and Thanks for All the Fish
Mostly Harmless   


Inhalt


One Thursday lunchtime the Earth gets unexpectedly demolished to make way for a new hyperspace bypass. For Arthur Dent, who has only just had his house demolished that morning, this seems already to be more than he can cope with. Sadly, however, the weekend has only just begun, and the Galaxy is a very strange and startling place.
(Quelle: Amazon)


Meine Meinung


Arthur Dents Tag scheint verdorben, als er erfährt, dass sein Haus einer Umfahrungsstrasse weichen soll. Dies ist aber schon bald vergessen, denn der ganze Planet wird von Ausserirdischen in die Luft gesprengt, um Platz für eine intergalaktische Schnellstrasse zu machen. Zusammen mit seinem (wie er kurz darauf herausfindet, ebenfalls ausserirdischen) Freund Ford fliegt Arthur per Anhalter durch die Galaxis auf der Suche nach der Antwort (und der passenden Frage dazu)…

Ich behaupte mal, dass Douglas Adams ziemlich polarisiert. Entweder man liebt seinen skurrilen, typisch britischen Humor, oder man mag ihn ganz und gar nicht. Ich gehöre zur ersten Gruppe. Das bedeutet aber nicht, dass ich in seinem wohl bekanntesten Werk nicht einige Schwachstellen zu bemängeln hätte. Allem voran sind hier die vielen (vielen, vielen) Wiederholungen festzuhalten. Wenn jede der unnötigen Repetitionen (spätestens nach dem dritten Mal hat auch der dümmste Leser begriffen, dass Ford von einem der Beteigeuze-Planeten stammt…) vermieden würde, könnte wohl ein Viertel der Seiten eingespart werden.

Die Handlung selbst ist recht mager und könnt ein wenigen Sätzen komplett nacherzählt werden. Was das Buch in meinen Augen jedoch so faszinierend macht, sind die kleinen Details, die der Autor überall in seine Geschichte eingebaut hat. Zu viel möchte ich nicht verraten, da ich niemandem das Lesevergnügen spoilern möchte, für diejenigen, die das Buch bereits kennen, nenne ich nur die Stichworte Babelfisch (und dessen Bedeutung für die Existenz Gottes), letzte Nachricht der Delfine etc. Zu allem und jedem hat sich Douglas Adams eine Hintergrundgeschichte einfallen lassen, die er ausführlich in seine Werke einbaut. Dies kann auf manche Leser abschreckend wirken, weil sie einfach nur wissen wollen, wie die Geschichte weitergeht, es prägt aber den Schreibstil des Autors. Wer es also eilig hat, in der Handlung voran zu kommen, wird mit Douglas Adams nicht glücklich, zu oft schweift er in Richtungen ab, die nichts mir den eigentlichen Geschehnissen zu tun haben. Diese Detailverliebtheit zeigt sich auch in den Figuren, denen zwar detaillierte Hintergründe angedichtet werden, die aber ansonsten in ihren Gefühlen und ihrer Motivation recht blass bleiben.

Gelesen wird die Hörbuchversion von Stephen Fry. Fry ist in meinen Augen ein brillianter Vorleser, er spricht im richtigen, gut verständlichen Tempo und gibt jeder Figur ihre eigene Stimme, ohne dabei ins Lächerliche abzudriften. Dies ist nun mein viertes Hörbuch von Stephen Fry, und bestimmt nicht das letzte.

Mein Fazit

Herrlich skurril mit liebevollen Details, aber mit einer im Grunde mageren Handlung und etwas zu vielen Wiederholungen, die auf Dauer langweilen.





Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 44, ein Buch mit einen Protagonisten (männlich oder weiblich), dessen Vorname mit dem gleichen Buchstaben beginnt, wie Dein eigener Vorname. Mein Vorname beginnt mit A, genau wie der von Arthur Dent.

Task-Challenge

Aufgabe 1, Lies ein Buch, das nicht auf diesem Planeten spielt (aber auf einem fiktiven oder tatsächlich existierenden anderen Planeten z.B. oder im Weltall, auf einem Raumschiff etc.). Nachdem in den ersten Kapiteln die Erde gesprengt wird, spielt das Buch beinahe überall, nur nicht mehr auf unserem Planeten...


 

Samstag, 20. Februar 2016

Lillian - Straße der Sünde


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von Christopher Crane

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 17.01.2016
  • Aktuelle Ausgabe : 17.01.2016
  • Verlag : CreateSpace Independent Publishing Platform
  • ISBN: B01AS6T8VC
  • E-Buch Text 381 Seiten 

Der Autor Christopher Crane hat mir das eBook kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


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Inhalt


Gefallene Engel haben Schreckliches mit Lillian vor: Sie benutzen sie, um aus ihrer tausendjährigen Gefangenschaft zu entkommen. Ihr Ziel? Die Rückkehr auf die Erde. Die Auswirkungen? Gigantische Bastardmonster.
Lillian muss eine Reihe von Höllenqualen durchleiden. Ihr zur Seite steht Frank, die Liebe ihres Lebens. Er hält bedingungslos zu ihr und hofft auf ein baldiges Ende des Albtraums.
Werden die Engel triumphieren? Kann Frank Lillians Leiden Einhalt gebieten, oder werden aus zwei Liebhabern am Ende doch noch bittere Feinde?

Liebe, Tod, Blutrunst und Leidenschaft: Lillian – Die Straße der Sünde
(Quelle: Amazon)


Meine Meinung


Als Frank erfährt, dass seine Grossmutter gestorben ist und ihm sein Vermögen hinterlassen hat, denkt er zunächst, alle seine Probleme seien gelöst. Doch nachdem er mit seiner Ehefrau Lillian in das Haus seiner Grossmutter im kleinen Nest Shuus eingezogen ist, fangen die Probleme erst richtig an. Lillian handelt teilweise übermässig aggressiv, ohne sich später daran erinnern zu können. Ist sie besessen?

Nachdem der Klappentext Übersinnliches verspricht, dauert es doch eine ganze Weile, bis dies (nach dem Prolog) auch eintritt. Die ersten Kapitel befassen sich mit Schilderungen aus dem Alltag der Protagonisten, ihrem Umzug nach Shuus (wo befindet sich das Dorf eigentlich, in Deutschland? In den Niederlanden? Ich habe es nicht herausgefunden), und Sex. Sehr viel Sex. Was im Klappentext als Liebesgeschichte geschildert wird, besteht aus blossem Sex. Wenn Frank beschreibt, was ihm an Lillian so gefällt, dann nennt er in erster Linie ihr Verhalten beim Sex. Lillian hingegen vermisst bei einer längeren Trennung vor allem Franks Zunge. Vielleicht liegt es daran, dass ich eine Frau bin und der Autor ein Mann, aber unter einer Liebesgeschichte stelle ich mir noch anderes vor als blossen Sex. Wirkliche Gefühle zwischen den beiden habe ich jedoch keine gefunden.

Die Handlung selbst ist durchaus spannend aufgebaut, wird jedoch hier und da von einem Logikloch gestört (wieso sollte jemand, der per Gerichtsbeschluss aufgrund einer Gewalttat in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wurde, aus dieser sofort entlassen werden, nur weil deren Direktor verhaftet wird?). Die Figuren haben alle ihre prägnanten Eigenheiten, bleiben aber dennoch etwas blass. Die im Klappentext erwähnten Engel zeigen keine „typischen“ Eigenschaften himmlischer Boten, sondern könnten in Text auch durch Wesen aus der Hölle (oder Ausserirdische) ersetzt werden, ohne dass sich an der Geschichte etwas geändert hätte.

Die durchaus spannende Handlung liess mich das Buch mit Interesse durchlesen, die Logiklöcher und die in meinen Augen etwas zu häufigen Sexszenen haben meinen Lesespass jedoch etwas gedämpft. Schlussendlich hatte ich wohl anhand des Klappentextes einfach eine falsche Vorstellung von dem, was mich erwartet.

Mein Fazit

Spannende Handlung, jedoch mit einigen Logiklöchern und zu viel Sex.




Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 45, ein Buch eines Selfpublishers (männlich oder weiblich)


Rezensionsexemplar

Freitag, 19. Februar 2016

Grablicher


Bildquelle

von Eva Almstädt

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 17.03.2009
  • Aktuelle Ausgabe : 13.06.2014
  • Verlag : Bastei Lübbe
  • ISBN: 9783404171736
  • Flexibler Einband 304 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

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Bücher der Reihe:
Kalter Grund
Engelsgrube
Blaues Gift
Grablichter
Tödliche Mitgift
Ostseeblut
Düsterbruch
Ostseefluch
Ostseesühne
Ostseefeuer
Ostseetod


Inhalt


Bei Probebohrungen für die geplante Umgehungsstraße stößt man auf ein Skelett ohne Kopf. Im Dorf scheint niemand den Toten zu kennen, der mehr als ein Vierteljahrhundert in seinem flachen Erdgrab ruhte. Dann stellt sich der tödliche Reitunfall einer Journalistin im nahe gelegenen Wald als heimtückisch geplanter Mord heraus. Kommissarin Pia Korittki und ihr Team ermitteln mal wieder auf dem Land ...
(Quelle: Bastei Lübbe)


Meine Meinung


Was zunächst nach einem Reitunfall aussieht, entpuppt sich schon bald als Mord an einer Journalistin. Hat die geplante Umfahrungsstrasse um das Dorf etwas mit der Tat zu tun? Pia Korittki und ihr Team ermitteln.

„Grablicher“ ist der vierte Krimi der Reihe um Pia Korittki (im März erscheint der 11. Band, dieser hier ist daher einer der eher frühen). Ich habe davor erst einen gelesen, aber konnte der Handlung dennoch gut folgen, Vorkenntnisse sind zum Verständnis nicht nötig. Die Geschichte wird dabei aus wechselnder Perspektive erzählt. Einerseits wird die Sicht der Ermittlerin Pia Korittki verwendet (in erster Linie auf den Fall konzentriert, doch auch ihr Privatleben findet Platz im Buch), andererseits wird auch aus der Sicht weiterer Beteiligter erzählt, bei denen teilweise erst im Laufe der Handlung klar wird, wer sie eigentlich sind und wie sie in die Sache hineinpassen.

Den Charakteren ist es leider nicht gelungen, mir ans Herz zu wachsen. Ich empfand sie recht blass und hölzern. Zudem gab es in meinen Augen zu viele Figuren, die einfach da waren, ohne etwas zur Handlung beizutragen oder die Geschichte lebendiger zu gestalten. Die Handlung ist durchaus spannend aufgezogen, wenngleich sie auch einige eher unglaubwürdige Wendungen enthält und an einem komplett anderen Ort endet, als sie begonnen hat (und die Aufklärung des ursprünglichen Delikts eher zu einem Nebenschauplatz verkommt). Dadurch hat mich „Grablichter“ zwar durchaus gut unterhalten, ich denke aber nicht, dass ich grossartig etwas verpasst hätte, wenn ich das Buch nicht gelesen hätte.

Mein Fazit

Durchaus unterhaltsam, aber in meinen Augen kein „must read“.




Daggis Buch-Challenge
Aufgabe 23, ein Buch mit etwas, was man am Himmel findet, im Titel oder auf dem Cover (Sonne, Mond, Sterne, Wolke, Regenbogen). Dicke, dunkle Wolken zieren die obere Hälfte des Covers...

Mittwoch, 17. Februar 2016

Gedenke Mein


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von Inge Löhnig

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 15.01.2016
  • Aktuelle Ausgabe : 15.01.2016
  • Verlag : Ullstein Taschenbuch Verlag/ List
  • ISBN: 9783548612287
  • Flexibler Einband 400 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Der List Verlag und Vorablesen haben mir das Taschenbuch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


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Inhalt


Gina Angelucci, die Partnerin des Münchner Kommissars Dühnfort, arbeitet in der Abteilung für Cold Cases in München: Sie löst Mordfälle, die seit Jahren nicht geklärt werden konnten. Auf die Bitte einer Mutter nimmt sie die Ermittlungen zu einem tragischen Fall wieder auf. Vor zehn Jahren verschwand die kleine Marie. Ihre Leiche wurde nie gefunden. Der Vater von Marie hat Selbstmord begangen. Hat er seiner Tochter etwas angetan? Gina ahnt, dass ihre Kollegen damals die falschen Fragen stellten. Warum sollte der Vater das Mädchen töten? Oder ist Marie noch am Leben? Gina folgt einer Spur, die zu unendlichem Leid führt …
(Quelle: List)


Meine Meinung


Gina Angelucci kümmert sich als Polizistin um sogenannte „Cold Cases“, Mord- oder Vermisstenfälle, die seit Jahren ungelöst geblieben sind. Als sich die Mutter eines vor zehn Jahren verschwundenen Kindes an sie wendet, nimmt sie den Fall widerstrebend an, denn sie glaubt anders als die Mutter nicht, dass das Mädchen noch leben könnte.

„Gedenke Mein“ ist der erste Krimi von Inge Löhnig mit Gina Angelucci in der Hauptrolle. Sie ist die Verlobte von Kommissar Tino Dühnfort, dem Protagonisten der bisherigen Buchreihe von Inge Löhnig. Ob die ursprüngliche Reihe abgeschlossen ist und nun nur die Gina-Bücher fortgesetzt werden, oder ob beide Reihen parallel weitergeführt werden, habe ich bisher nicht herausgefunden. Da „Gedenke Mein“ eng mit den bisherigen Inge-Löhnig-Krimis zusammenhängt, begegnet der Leser vielen altbekannten Figuren. Neueinsteiger werden vielleicht die Charaktere etwas flach finden, da ihnen die Hintergründe fehlen, aber der Krimihandlung kann auch ohne Vorwissen gefolgt werden.

Inge Löhnig verwendet auch hier ihr bereits aus den Tino-Dühnfort-Krimis bekannte Schema mit der wechselnder Perspektive, die Geschichte wird mal aus der Sicht des Ermittlers (hier natürlich nicht Tino sondern Gina), mal aus der Sicht weiterer Beteiligter erzählt. Subjektiv hatte ich den Eindruck, dass der Fokus mehr auf der Ermittlerin war, und die anderen weniger zur Sprache kommen als bei den Dühnfort-Krimis.

Da ich schon mehrere Krimis von Inge Löhnig gelesen habe, kam ich durch den flüssigen Schreibstil und die bekannten Figuren schnell in die Geschichte rein. Wie erwähnt könnten Neueinsteiger etwas Mühe haben, die Charaktere ins Herz zu schliessen, da diese nun über Jahre hinweg aufgebaut wurden und den einzelnen Bänden jeweils nur die nötigsten Hintergrundinformationen zu entnehmen sind, um langjährige Leser nicht zu vergraulen. Da ich Gina und Tina nun schon länger kenne, hat mir in dieser Hinsicht nichts gefehlt.

Die Handlung ist grundsätzlich spannend aufgebaut, mit einigen falschen Fährten. Gerade zu Beginn verläuft sie aber doch relativ zäh, bis die Geschehnisse dann ins Rollen geraten. Ich hatte den Täter zwar schon sehr früh in Verdacht, dies tat der Spannung aber trotzdem keinen Abbruch. Lediglich die Frage nach dem Motiv fand ich etwas gar kurz und oberflächlich abgehandelt.

Mein Fazit

Gewohnt spannender Krimi der routinierten Autorin. Der Beginn der neuen Reihe ist geglückt, auch wenn man als Leser nur wenige Änderungen zu den bekannten Bänden bemerkt.





Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 54, ein Buch mit mindestens 400 Seiten. Knapp erreicht, aber 400 sind 400 ;-)

Rezensionsexemplar


Montag, 15. Februar 2016

Die Tote am Lago Maggiore


Bildquelle

von Bruno Varese

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 18.02.2016
  • Aktuelle Ausgabe : 18.02.2016
  • Verlag : Kiepenheuer & Witsch
  • ISBN: 9783462048193
  • Flexibler Einband: 304 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Der Verlag Kiepenheuer & Witsch und Vorablesen haben mir das Taschenbuch kostenlor zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


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Inhalt


Am italienischen Ufer des Lago Maggiore, wo die Frühlingssonne das klare Wasser wärmt, versucht Matteo Basso vergeblich, seinen ersten Fisch zu fangen. Der ehemalige Mailänder Polizeipsychologe hat seinen Job an den Nagel gehängt und ist zurückgekehrt nach Cannobio, um die Macelleria seiner verstorbenen Eltern zu übernehmen. Am Wochenende soll das große Oldtimer-Rennen stattfinden und Gisella ihm bei den Salsiccia-Kreationen helfen, die ihm leider noch regelmäßig misslingen. Doch dann wird Gisellas Leiche am Ufer des Sees gefunden. Man vermutet, sie sei ertrunken. Matteo glaubt nicht an einen Unfall, denn Gisella war eine exzellente Schwimmerin. Er ermittelt auf eigene Faust. Warum wollte sie ihn in der Nacht zuvor so dringend sprechen? Und was hatte sie mit Maldini, dem windigen Gran Signore aus Stresa, zu tun? Als es beim Autorennen zu einem mysteriösen Unglück kommt und Matteo selbst in Gefahr gerät, ahnt auch Kommissarin Zanetti, dass sie es mit einem verzwickten Fall zu tun haben. Die aufreibenden Ermittlungen führen die beiden bis ins luxuriöse Mailand und tief in die Geschichte der Region. 


Meine Meinung


Die Tanzlehrerin Gisella ertrinkt während einer stürmischen Nacht im Lago Maggiore. Matteo Basso, ein Freund der Toten, will im Gegensatz zur Polizei nicht an einen Unfall glauben.

Die Geschichte wird aus der Sicht des ehemaligen Polizeipsychologen und heutigen Metzgers Matteo Basso erzählt. Obschon er mir nicht unsympathisch war, konnte ich mich nur bedingt in ihn hineinversetzen und seine Vorgehensweise oft nicht nachvollziehen. Was mir in Bezug auf den Protagonisten besonders gefehlt hat, sind seine Hintergründe. Es wird lediglich klar, dass er seine Arbeit als Polizeipsychologe aufgegeben hat, jedoch nicht, wieso das geschah, und wieso er von Mailand wieder in sein Heimatdort Cannobio gezogen ist, wo er sich nur bedingt wohlzufühlen scheint. Hier hätte ich gerne mehr erfahren, das hätte Matteo für mich wohl auch etwas lebendiger gestaltet.

Das Erzähltempo von „Die Tote am Lago Maggiore“ ist sehr geruhsam bis sogar langatmig. Action sollte hier nicht erwartet werden. Der Protagonist Matteo folgt Schritt für Schritt seinem Instinkt, denn Spuren gibt es keine. So fällt für den Leser auch das Miträtseln flach, keinerlei Hinweise werden gestreut, die man verbinden könnte. Auch das Spannungslevel ist eher tief gehalten. In den wenigen Szenen, in denen es doch spannend wird, beispielsweise wenn mitten in Mailand geschossen wird, wird die Situation nur kurz angerissen und in wenigen Sätzen abgehandelt. Über weite Teile des Krimis bleibt unklar, worum es überhaupt geht, und ob wirklich eine Straftat vorliegt. Aufgedeckt wird der Fall schlussendlich eher durch Zufall. Auf wenigen Zeilen wird geschildert, was eigentlich genau warum passiert ist, ohne dass Matteo eine nennenswerte Eigenleistung zur Lösung beitrug.

Der Schreibstil des Autors Bruno Varese lässt sich flüssig lesen und vermittelt ein angenehmes Bild der geschilderten Region. Das italienische Essen spielt im Buch eine grosse Rolle und versetzt den Leser leicht in Urlaubsstimmung.

Mein Fazit

Sehr geruhsamer Regionalkrimi, dem es an Spannung mangelt.





Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 32, den Debütroman eines Autoren / einer Autorin


Rezensionsexemplar

 

Samstag, 13. Februar 2016

Eisbach


Bildquelle

von Nadine Petersen

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 17.12.2012
  • Aktuelle Ausgabe : 17.12.2012
  • Verlag : dotbooks Verlag
  • ISBN: 9783955200893
  • E-Buch Text 309 Seiten 

Leseprobe
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Inhalt


 »Niemand schöpfte Verdacht. Und niemand vermisste sie. Er hatte dafür gesorgt, dass sie nicht mehr auftauchen würde. Nie mehr.«

Eine eiskalte Nacht in München. Ein Mann hört Hilferufe im Englischen Garten und verständigt die Polizei. Nur wenige Stunden später geht eine Anzeige bei der Münchener Polizei ein – eine attraktive, junge Frau wird vermisst. Kurz darauf wird ihre Leiche geborgen. Die Obduktion ergibt: Die junge Frau wurde vergewaltigt und lebendig in der Nähe des Eisbachs begraben. Ein Verdächtiger ist schnell gefunden. Doch Kommissarin Linda Lange ist von seiner Unschuld überzeugt und ermittelt in eine andere Richtung. Was sie schließlich herausfindet, übertrifft ihre schlimmsten Vermutungen. Und als sie der Wahrheit immer näher kommt, gerät sie selbst ins Visier des Täters …

Ein Blick in die Abgründe der menschlichen Seele – mitten im idyllischen München.
(Quelle: Dotbooks)


Meine Meinung


Im Münchner Englischen Garten wird eine Schülerin tot aufgefunden. Wer hat sie ermordet, und was hat es mit dem frisch eingeritzten Herz am Baumstamm neben dem Fundort auf sich?

Die Geschichte wird von einem Erzähler aus der Sicht der Polizistin Linda erzählt, die nicht nur den Mordfall lösen, sondern auch noch ihre Hochzeit auf die Reihe kriegen sollte. Leider konnte ich mit den Charakteren nicht wirklich etwas anfangen. Die Protagonistin war mit sogar ziemlich unsympathisch mit ihrer unzuverlässigen Art. Insbesondere, dass sie zwar ihrem Verlobten quasi hinterherschnüffelt und auf jeden Rockzipfel eifersüchtig wird, sich aber hintenrum mit ihrer ersten Liebe trifft, stiess mir sauer auf. Die restlichen Charaktere bleiben durchgehend recht blass und katten kaum nennenswerte Eigenschaften.

Die Autorin Nadine Petersen scheint sehr an München zu hängen. Mit liebevollen Detailerwähnungen lässt sie den Leser nie vergessen, wo ihr Krimi spielt, und zieht in mit in die verschneite Landeshauptstadt Bayerns. Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen und bereitete mir keine Schwierigkeiten.

Die Handlung ist im Schnitzeljagd-Stil aufgebaut, alle paar Kapitel hat die Polizei einen neuen Verdächtigen, der sich dann doch als unschuldig herausstellt. Bedenklich finde ich dabei das Vorgehen der Beamten, noch selten habe ich ein Buch gelesen, in dem so viele unschuldig Verdächtigte während der Ermittlungsarbeiten verletzt oder sogar getötet wurden. Mitte des Buches dachte ich, ich hätte die Handlung durchschaut und wüsste, wer der Täter ist. Doch schlussendlich stellte sich heraus, dass ich unrecht hatte und die Auflösung anders gestrickt war, als ich es erwartete. Da es im Krimi keinerlei Hinweise auf den tatsächlichen Täter gibt, werden Freunde des Miträtselns hier wohl enttäuscht.

Mein Fazit

Regiokrimi mit leider unsympathischer Protagonistin.






Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 36, ein Buch das 2012 erschienen ist

Donnerstag, 11. Februar 2016

BookElements - Die Magie zwischen den Zeilen


Bildquelle

von Stefanie Hasse

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 03.09.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 24.09.2015
  • Verlag : Carlsen
  • ISBN: 9783551300423
  • Flexibler Einband 232 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Ich habe das eBook aus dem Carlsen-Unterverlag Impress gelesen.


Leseprobe
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Bücher der Reihe:
Die Magie zwischen den Zeilen
Die Welt hinter den Buchstaben
Das Geheimnis unter der Tinte



Inhalt


**Verliebe dich niemals in eine Romanfigur, denn sie könnte dich suchen kommen…**
Wenn die Menschen nur wüssten, wie gefährlich das Bücherlesen ist, wäre Lins Job um einiges leichter. Aber leider verlieben sich tagtäglich junge Frauen in Romanfiguren und ahnen dabei nicht, dass sie ihnen mit jedem schwärmerischen Seufzer ein wenig mehr Leben einhauchen – bis die Protagonisten aus den Büchern heraustreten, die Stadt unsicher machen und Lin sie wieder einfangen muss. Die unwiderstehlichen Vampire, die muskulösen Außerirdischen, die Gitarre spielenden Bad Boys … Als Wächterin der Bibliotheca Elementara kennt Lin sie alle persönlich. Alle außer Zacharias, den Protagonisten ihres Lieblingsbuchs »Otherside«, das sie entgegen aller Wächterregeln heimlich liest. Dabei ist er der einzige Romanheld, den sie gerne einmal kennenlernen würde…
(Quelle: Carlsen)


Meine Meinung


Wenn ein Leser genügend Emotionen in die Lektüre steckt, kommen die Protagonisten in unsere Welt – und die Wächter der Biblioteca Elementara müssen dafür sorgen, dass sie hier keinen Unsinn anstellen und wieder in ihre Geschichte zurückkehren.

„Die Magie zwischen den Zeilen“ ist der erste Band der Reihe „BookElements“ von Stefanie Hasse. Viele der verwendeten Elemente kamen mir aus anderen Büchern oder Filmen bekannt vor, wie beispielsweise das Herauslesen von Buchcharakteren („Tintenherz“) oder die Suche nach dem „5. Element“. Die Autorin hat die bekannten Elemente jedoch auf eine spannende Weise neu zusammengesetzt, so dass nie ein Gefühl von „alles schon mal dagewesen“ aufkam. Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive der Protagonistin Lin.

Der Schreibstil von Stefanie Hasse ist eher einfach gehalten und lässt sich flüssig lesen, sodass das relativ kurze Buch schnell verschlungen ist. Die Welt, die sie erschaffen hat, ist faszinierend, auch wenn viele Fragen offen bleiben. Wer steckt hinter der Biblioteca Elementara, ist das eine private Organisation, oder staatlich? Woher bezieht sie ihre Finanzen, und woher haben die Wächter so viel Geld (Ric fährt immerhin einen Lamborghini Diablo)? Und was wollen „die Bösen“ eigentlich, und wieso? Einzelne Logikfehler störten etwas den Lesefluss, ich konnte aber darüber hinwegsehen, sodass zumindest das Lesevergnügen nicht getrübt wurde. Die Handlung fand ich durchaus spannend, auch wenn viele Szenen etwas gar schnell abgehandelt wurden. Etwas mehr Raum hätte hier wohl gut getan.

Obschon die Protagonisten „schon“ Anfang Zwanzig sind, erschienen sie mir oft viel jünger, eher wie Teenager. Diese würde ich auch als Zielpublikum für die Reihe ansehen, auch wenn Erwachsene wie ich die Geschichte ebenfalls geniessen können. Die vier Protagonisten Lin, Ric, Ty und Zac (die Autorin mag offenbar Kurznamen) sind dabei etwas plastischer, auch wenn ihre Hintergründe blass bleiben, die restlichen Charaktere bleiben blosse Namen, ohne Eigenschaften die in Erinnerung bleiben.

Mein Fazit

Unterhaltsamer Einstiegsband in die Urban Fantasy Reihe, der Lust auf mehr macht. 





Daggis Buch-Challenge

Steffi Hasse ist Mitgleid der Autoren-Gruppe Qindie. Damit erfülle ich Aufgabe 26, ein Buch eines Autoren (männlich oder weiblich), der einer der folgenden Gruppierungen angehört: Qindie, Autorensofa, Romance-Alliance
 

Dienstag, 9. Februar 2016

Das verlorene Dorf


Bildquelle

von Stefanie Kasper

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 20.04.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 20.04.2015
  • Verlag : Goldmann Verlag
  • ISBN: 9783442479771
  • Flexibler Einband 416 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Der Goldmann Verlag hat mir das eBook kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


Leseprobe
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Inhalt


Oberbayern 1843: Als sich die junge Waise Rosalie in den Bauern Romar verliebt, scheint sie ihr Glück gefunden zu haben. Doch die Waisenhausvorsteherin warnt Rosalie vor dieser Ehe und macht sonderbare Andeutungen. Rosalie heiratet Romar dennoch und folgt ihm in sein Heimatdorf, das tief im Wald verborgen liegt. Eines Nachts hört Rosalie ein Neugeborenes weinen, das am nächsten Tag als angebliche Totgeburt begraben wird. Dann kommt eine junge Frau, mit der Rosalie sich angefreundet hat, auf mysteriöse Weise zu Tode. Rosalie wird bald bewusst, dass in Romars Dorf nichts ist, wie es scheint – und dass auch sie selbst in tödlicher Gefahr schwebt ...
(Quelle: Goldmann)


Meine Meinung


Das Waisenkind Rosalie ist als Albino geboren und hat es deshalb im Waisenhaus Mitte des 19. Jahrhunderts nicht einfach. Als Romar sie heiratet und in sein Dorf im Wald bringt, meint sie, ihr Leben wende sich nun zum besseren. Doch irgendetwas scheint hier nicht mit rechten Dingen zu und her zu gehen.

Die Geschichte von „das verlorene Dorf“ wird von einem Erzähler aus der Sicht von Rosalie geschildert. Das Buch lebt dabei nicht von der etwas mageren Handlung, die noch dazu recht vorhersehbar ist, sondern von der düsteren Stimmung. Ich fühlte mich zunächst etwas an den M. Night Shyamalan Film „Signs“ erinnert, doch glücklicherweise passt da nur die Grundstimmung, und nicht das hanebücherne Ende (des Films meine ich, das Ende des Buches passt sehr gut zur Geschichte, wenngleich auch sehr viel offen bleibt). Die Spannung, die durchaus vorhanden ist, bezieht sich aufgrund der Vorhersehbarkeit auch nicht wirklich auf die Handlung sondern mehr darauf, ob sich übersinnliche Elemente in die Geschichte mischen, und ob Rosalie am Ende überleben wird.

Der Schreibstil der Autorin Stefanie Kasper lässt sich flüssig lesen und ist der Zeit angepasst, in der die Geschichte spielt. So fühlt sich die Lektüre authentisch an, ohne Anachronismen (bis auf ein paar kurze eingeschobene Kapitel, die wohl aus der heutigen Zeit erzählt werden. Was sie mit der Hauptgeschichte zu tun haben, bleibt unklar).

Leider wurde ich mit den Charakteren nicht wirklich warm. Rosalie ist die einzige, über die der Leser etwas mehr erfährt, alle anderen bleiben blass, ihre Motive unklar. Auch mit Rosalie hatte ich meine Mühe, ihre Naivität, die sich für mich nur durch ihr Aufwachsen als Waise im 19. Jahrhundert erklären liess, regte mich oft so auf, dass ich sie nur schütteln wollte, damit sie mal ihre Augen aufmacht. Auch ihr Vertrauen, das sie so lange in ihre Mitmenschen steckt, konnte ich nur bedingt nachvollziehen. Einerseits waren die Dorfbewohner praktisch die ersten Menschen in ihrem Leben, die sie nett behandelt haben, andererseits sollten gerade ihre schlechten Erfahrungen mit anderen Menschen sie misstrauisch gemacht haben.

Mein Fazit

Schöne, düstere Grundstimmung, aber etwas magere, vorhersehbare Handlung.





Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 41, ein Buch, das in der Vergangenheit oder in der Zukunft spielt. "Das verlorene Dorf" spielt Mitte des 19. Jahrhunderts

Task-Challenge

Aufgabe 3, Lies ein Buch, das mindestens 3 Lebewesen auf dem Cover hat (Mensch, Tier etc.). Ich habe die Vögel auf dem Cover nicht gezählt, aber mehr als drei sind es auf jeden Fall.

Rezensionsexemplar

Samstag, 6. Februar 2016

[Hörbuch] Der Herr der Ringe - Die zwei Türme


Bildquelle

von J.R.R. Tolkien
übersetzt durch Wolfgang Krege
gelesen von Gert Heidenreich

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 14.06.2007
  • Aktuelle Ausgabe : 13.06.2007
  • Verlag : Der Hörverlag
  • ISBN: 9783899409871
  • Audio CD: 18h 48
  • Sprache: Deutsch 

Ich habe mir das Hörbuch über Audible gekauft


Hörprobe
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Bücher der Reihe:
Die Gefährten
Die zwei Türme
Die Wiederkehr des Königs


Inhalt


Der Bund ist zerbrochen und die Wege der Gefährten trennen sich. Nachdem Frodo und Sam sich alleine auf den Weg zum Schicksalsberg machen, müssen Aragorn, Legolas und Gimli sich auf die Suche nach den beiden Hobbits Merry und Pippin begeben und treffen dort auf einen alten Wegbegleiter...

In würdiger Nachfolge und in Gedenken an Achim Höppner liest Gert Heidenreich Teil zwei der Fantasytrilogie in der Übersetzung von Wolfgang Krege und folgt den Gefährten auf ihren Abenteuern in Mittelerde.

Auch für den zweiten Band hat die Tolkiengesellschaft die Auswahl für das umfangreiche Booklet getroffen: Die Geschichte der Völker Mittelerdes wird fortgesetzt, den Auenland-Kalender und Schrift und Lautung der alten Sprachen.
(Quelle: Hörverlag)


Meine Meinung


Die Gefährten des Ringträgers haben sich aufgeteilt, jede Gruppe versucht auf ihre Art, die „Mission Ring-Zerstörung“ zum Erfolg zu bringen.

„Die zwei Türme“ ist der zweite Teil der „Der Herr der Ringe“-Trilogie. Die Teile müssen unbedingt in der richtigen Reihenfolge gelesen (oder gehört) werden, da die Handlung der einzelnen Bände aufeinander aufbaut.

Die Handlung des zweiten Teils der Trilogie schliesst nahtlos an „Die Gefährten“ an. Während der erste Band zu Beginn noch sehr gemütlich, sogar etwas zäh und in erster Linie beschreibend war, geht es im Mittelteil sofort zur Sache. Auch hier darf der Leser keinen rasanten Thriller erwarten, Tolkiens Erzähltempo war eher geruhsam, teilweise auch etwas langatmig, doch die Handlung strebt ständig voran, ohne Leerlauf. 

Nachdem im ersten Teil der Reihe ein einzelner Handlungsbogen beschrieben wurde, teilt sich die Handlung in „Die zwei Türme“. In der ersten Hälfte des Buches wird die Reise von Aragorn, Legolas und Gimli geschildert, die auf der Suche nach Merry und Pippin sind, mit einigen Kapiteln aus der Sicht der Hobbits. Die zweite Hälfte des Buches macht im Grunde einen Zeitsprung zurück zum Beginn dieses Bandes und begleitet Frodo und Sam. Dies kann zu etwas Verwirrung führen, da in der zweiten Hälfte Dinge geschehen, die zum Ende der ersten Hälfte schon lange vorbei waren. Die Film-Lösung mit der ständig hin und her wechselnden Perspektive fand ich da besser.

Wie schon beim ersten Band ist mir auch hier die deutsche Übersetzung negativ aufgefallen. Der Übersetzer Wolfgang Krege benutzt eine sehr flapsige Sprache, die in meinen Augen nicht zu dem ätherischen und mittelalterlich angehauchten Mittelerde passt. Begriffe wie „Chef“, „Firma“; „Logo“, lassen nicht das richtige Gefühl aufkommen. Der Sprecher Gert Heidenreich (im ersten Band kam noch Achim Höppner zum Zug, der jedoch danach verstarb) macht seine Sache gut, ist aber nicht sonderlich vielseitig, viele der Figuren klingen sehr ähnlich und sind schwierig zu unterscheiden, und die wenigen individuellen Stimmen (wie z.B. Gimli) sind eher nervig.

Mein Fazit

Während die Handlung alleine die Maximalwertung verdient hätte, gibt es einen Abzug wegen der in meinen Augen schlechten Übersetzung.






Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 8, ein Buch, das mit einem Cliffhanger endet. Zum Ende dieses Bandes bleibt unklar, was nun mit Frodo passiert. Ein Cliffhanger, der erst Mitte des dritten Bandes aufgelöst wird...

Donnerstag, 4. Februar 2016

Monats-Rückblick Januar





Statistik


Bücher gelesen:           14 (davon 6 eBooks)
Hörbücher gehört:         4
Seiten gelesen: ca.   5200
Seiten pro Tag: ca.     170


Top des Monats

Nachdem ich die Lesung an der RingCon schon so toll fand, hat mich auch die Lektüre von "Ghostsitter - Geister geerbt" von Tommy Krappweis richtig begeistert, passend zum Buchtitel :-)

Flop des Monats

Die Protagonistin hat mir die Lektüre von "Du hättest es wissen können" von Jean Hanff Korelitz ziemlich verdorben. 

Neuzugänge

Ein Buch gekauft, und ein paar Rezi-Exemplare (zwei Prints und ein paar eBooks) sind neu dazugekommen, plus zwei Hörbuch-Käufe bei Audible.





Dienstag, 2. Februar 2016

Wir Kinder vom Bahnhof Zoo


Bildquelle

von Kai Hermann, Horst Rieck und Christiane F.

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 31.12.1099
  • Aktuelle Ausgabe : 12.10.2009
  • Verlag : Carlsen
  • ISBN: 9783551359414
  • Flexibler Einband 368 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Meine Ausgabe ist noch aus den 1970ern vom Stern Verlag


Leseprobe
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Inhalt


Im Alter von zwölf Jahren kommt Christiane F. in einem Jugendheim zum Haschisch, kurz darauf in einer Diskothek zum Heroin. Sie wird süchtig, geht vormittags zur Schule und nachmittags mit ihren ebenfalls heroinabhängigen Freunden auf den Kinderstrich am Bahnhof Zoo. Die Berlinerin Christiane F. erzählt mit minuziösem Erinnerungsvermögen und rückhaltloser Offenheit ihre traurige Geschichte. Ein Buch, das in den 70er Jahren Deutschland erschütterte - und bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat.
(Quelle: Carlsen)

Meine Meinung


Christiane F. – die wohl auch noch heute berühmteste Drogenabhängige Deutschlands – schildert ihre Erlebnisse auf der Fixer-Szene am Berliner Bahnhof Zoo, wo sie mit 14 Jahren heroinabhängig wird.

Es gibt wohl kaum jemanden, der „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ nicht zumindest dem Namen nach kennt. Ich habe das Buch, wie so viele andere auch, als Jugendliche zum ersten Mal gelesen und in der Schule den Film angeschaut. Seither habe ich das Buch viele Male gelesen, und jedes Mal sind mir neue Aspekte aufgefallen.

Die Sprache des Buches ist sehr einfach gehalten. Obschon das Buch von zwei Journalisten anhand von Tonbandprotokollen geschrieben wurde, erschien es mir eher, als ob die Protokolle ohne Überarbeitung direkt abgetippt worden wären. In der Ich-Perspektive schildert Christiane tagebuchartig in einfachen Sätzen („er sagte, ich sagte, er sagte“) ihre Erlebnisse von der Kindheit bis zum Aufenthalt bei ihren Verwandten in Hessen, den sie zu diesem Zeitpunkt als ihre definitive Loslösung von Drogen erachtete. Auffällig ist dabei, wie gut sich Christiane noch Jahre später an Details, Dialoge etc. erinnern konnte, insbesondere wenn man bedenkt, dass sie während dieser Zeit grösstenteils auf Heroin war. Wie gut ihre Erinnerung an die Geschehnisse tatsächlich war, und wie viel sie sich nachträglich zusammengereimt hat, kann ich als Aussenstehende natürlich nicht beurteilen. Zwischendurch kommen auch noch weitere Beteiligte zu Wort, wie beispielsweise Christianes Mutter, die auf wenigen Seiten ihre eigene Sicht der damaligen Situation schildern.

In früheren Jahren war ich immer beeindruckt, dass Christiane die Schuld an ihrer Drogensucht niemand anderem zuschiebt („niemand wird gegen seinen Willen angefixt“). Als ich das Buch nun wieder gelesen hatte, fiel mir auf, dass sie zwar nicht mit dem Finger auf andere zeigt, gleichzeitig aber auch die Schuld nicht bei sich sucht. Sie gibt nie direkt zu, dass sie Fehler gemacht hat, dass es eine schlechte Entscheidung gewesen war, mit den Drogen anzufangen. Sie scheint sich als Opfer der Umstände zu sehen, dem gar nichts anderes übrig blieb, als sich den Drogen zuzuwenden, über ihre eigene Verantwortung an ihrem Leben denkt sie nie nach. Ob der Leser dieser Ansicht folgen will, ist sicher diskussionswürdig. Daher sehe ich „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ weder als Abschreckung vor Drogen, wie es die Einen sehen, noch als „Anleitung zum sorgenfreien Drogenleben“, wie es andere befürchten.

Mein Fazit

Immer noch tief beeindruckend, auch wenn ich es mit ü30 anders lese und auffasse als mit 15.





Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 15, ein Sachbuch oder eine Biografie. "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" lässt sich wohl unter beiden Punkten einordnen.

Task-Challenge

Aufgabe 2, Lies ein Buch, dessen Titel aus mindestens 4 Wörtern besteht.

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