Samstag, 30. Januar 2016

Knochen




von Eystein Hanssen
übersetzt durch Gabriele Haefs und Andreas Brunstermann

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 13.02.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 13.02.2015
  • Verlag : Rütten & Loening Berlin
  • ISBN: 9783352006807
  • Fester Einband 448 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

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Bücher der Reihe:
Totenmaler
Knochen
Blutgeld


Inhalt


Ein Tunnel. Ein Geheimnis. Ein Abgrund.

Elli Sunee Rathke, Trägerin des schwarzen Gürtels und Norwegens neue Ermittlerin

Eine skelettierte kopflose Leiche in der Größe eines Kindes wird in einem unterirdischen Tunnel gefunden. Elli Rathke, Trägerin des schwarzen Gürtels und Außenseiterin bei der Polizei Oslo, steht vor einem Rätsel. Wer sollte hier ein Kind getötet haben und warum? Die ersten Analysen deuten tatsächlich auf ein totes Kind hin – und auf die Knochen eines Affen.


Meine Meinung


In einem alten Tunnel unter Oslo wird ein Skelett gefunden. Bald wird klar, dass die Überreste grösstenteils nicht von einem Menschen stammen.

„Knochen“ ist bereits der zweite Krimi um die halb thailändische, halb norwegische Polizistin Elli Sunee Rathke. Als ich mir das Buch gekauft habe, dachte ich, dies sei der erste Band, den Irrtum habe ich erst bei der Lektüre entdeckt. Ich konnte der Handlung dennoch gut folgen, lediglich vereinzelte Hinweise auf frühere Geschehnisse lassen erkennen, dass es sich hier nicht um den ersten Band der Reihe handelt. Vorkenntnisse sind zum Verständnis daher nicht nötig.

Die Geschichte wird aus wechselnder Perspektive erzählt, einerseits aus der Sicht der Ermittlerin Elli, andererseits aus der Sicht verschiedener an den Geschehnissen beteiligter Frauen. Neben der Krimihandlung spielt auch das Privatleben der Polizistin eine nicht unerhebliche Rolle, sodass ich mich auch ohne Vorkenntnisse gleich mit der Hauptprotagonistin anfreunden und mit ihr mitfiebern konnte. Die Krimihandlung steht aber klar im Vordergrund und wird vom Privatleben nicht überschattet. Viel, vielleicht sogar zu viel Raum nimmt der Alltag der beiden anderen Protagonistinnen ein. Da die Erzählung aus ihrer Sicht zunächst überhaupt nichts mit der Krimihandlung zu tun haben scheint, fiel es mir zu Beginn etwas schwer, mich auf das Buch einzulassen, da ich immer wieder aus den Geschehnissen herausgerissen wurde.

Während der Krimi mit mehreren Handlungssträngen startet, verweben diese sich im Laufe der Geschichte zu einem Ganzen. Mir waren die verschiedenen Handlungsstränge schlussendlich dann doch zuviel. Tote geschützte Tiere, illegale Adoptionen, unterdrückte Au-Pairs, es erschien mit, als ob sich der Autor Eystein Hanssen nicht hätte entscheiden können, was das Thema seines Buches sein sollte, und schlussendlich alles, was ihm spannend erschien, hineingekippt hätte. Weniger wäre in meinen Augen mehr gewesen.

Mein Fazit

Durchaus spannender Krimi mit überladener Handlung. Weniger wäre hier mehr gewesen.





Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 40, ein Buch mit einem Schauplatz, den Du schon besucht hast. Das Buch spielt in Oslo, wo ich im Sommer 2013 eine Woche Urlaub verbacht habe.

Freitag, 29. Januar 2016

[Hörbuch] Tintenblut


Bildquelle

von Cornelia Funke
gelesen von Rainer Strecker

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 10.12.2008
  • Aktuelle Ausgabe : 10.12.2008
  • Verlag : JUMBO Neue Medien & Verlag GmbH
  • ISBN: 978-3-8337-1863-2 
  • Audio-CD: 22h18

Ich habe mir das Hörbuch über Audible gekauft.


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Hörbücher der Reihe:
Tintenherz
Tintenblut
Tintentod


Inhalt


Der Zauber von "Tintenherz" lässt Meggie nicht los. Gemeinsam mit Farid liest sie sich selbst in die Tintenwelt, denn sie will endlich den Weglosen Wald sehen, den Speckfürsten, den Schwarzen Prinzen und seinen Bären. Sie möchte die Feen treffen und natürlich den Dichter Fenoglio, der sie später zurückschreiben soll. Vor allem aber will sie Staubfinger vor dem grausamen Basta warnen, denn Fenoglio hat sein Ende schon geschrieben …
(Quelle: Goya Libre)


Meine Meinung


Staubfinger hat es nach zehn Jahren endlich geschafft: er hat jemanden gefunden, der ihn in „Tintenherz“ zurückliest. Ihm folgen auch Farid und Meggie, und nicht ganz freiwillig Mo und Resa, und die Geschichte geht in der Tintenwelt weiter.

„Tintenblut“ ist der zweite Teil der „Tintenwelt“-Trilogie und sollte unbedingt auch so gelesen werden. Als Einzelband eignet sich das Buch nicht, da zum Verständnis ein recht umfassendes Vorwissen nötig ist, und die Geschichte auch nicht wirklich in sich abgeschlossen ist. Auch dieser Band wird wieder von einem Erzähler geschildert, jedoch dieses Mal in regelmässig wechselnder Perspektive, fast in jedem Kapitel wird eine andere Sichtweise beleuchtet.

Habe ich in meiner Rezension zum ersten Teil noch angeführt, dieser sei etwas zu lang geraten, so kann ich zu Teil zwei nun bestätigen, dass dieser deutlich zu lang geraten ist. Auf über 700 Seiten (in der Hörbuchversion mehr als 22 Stunden) erstreckt sich die Geschichte, die sich stellenweise etwas gar stark in die Länge gezogen angefühlt hat. Etwas Straffung hätte hier wohl gut getan, da die Handlung im Grunde aus einem sich immer wieder wiederholt.

Leider hat die Autorin Cornelia Funke die Chance nicht genutzt, mit dem Wechsel des Schauplatzes ihre Leser in eine wirklich magische Welt zu entführen. Sie hat ihre „Tintenwelt“ zwar mit einigen magischen Wesen wie Glasmännern, Feen und weissen Frauen bevölkert, diese spielen jedoch nur am Rande eine Rolle und haben keinen wirklichen Einfluss auf die Geschichte. In der Hauptsache ist die „Tintenwelt“ eine brutale, mittelalterliche Feudalgesellschaft, in der man täglich damit rechnen muss, misshandelt, verstümmelt oder hingerichtet zu werden. Wieso Staubfinger, Meggie und Resa unbedingt dort leben möchten, blieb mir vollkommen unbegreiflich. Für Kinder ist die Geschichte daher in meinen Augen aufgrund der Brutalität nicht mehr geeignet.

Auch die Figuren hat Cornelia Funke nicht weiter ausgearbeitet, sie sind immer noch ziemlich eigenschaftslos. Als einzige zusätzliche Eigenschaft scheint die Autorin Arroganz eingebaut zu haben. Beinahe jeder Charakter strotzt vor „ich will, ich bin, ich kann, ich darf“, ganz besonders Fenoglio, der anscheinend erwartet, von seinen Figuren wie ein Gott angebetet zu werden. Meggie erschien mir zwar nicht arrogant, konnte mich aber als 13jährige nicht überzeugen. Sie erschien mir abwechslungsweise abgeklärt wie eine alte Frau, oder dann ängstlich und auf ihren Vater fixiert wie ein kleines Mädchen. Auch in ihrer eigentlich teenagertypischen Verliebtheit konnte sie mich nicht überzeugen.

Wie auch schon in „Tintenherz“ nutzt Cornelia Funke eine recht umständliche Sprache, mit vielen Wiederholungen und seltsamen Metaphern (wieso sollte Bernstein schlau sein?!). Trotz aller Kritikpunkte hat mich „Tintenblut“ aber durchaus gut unterhalten, und ich werde mir auch gerne den dritten Teil „Tintentod“ als Hörbuch anhören.

„Tintenblut“ wird, wie auch schon der erste Teil „Tintenherz“ von Rainer Strecker gelesen. Auch hier gefiel er mir wieder gut, wenn auch nicht mehr so sehr wie im ersten Teil. Die Anzahl der Charaktere ist im zweiten Band merklich angestiegen, sodass Rainer Strecker wohl die verschiedenen Sprechvarianten ausgingen und einige Figuren ziemlich ähnlich klangen. Wie ich schon zum ersten Teil bemängelt hatte, erschien mir auch hier die Zwischenmusik zwischen den einzelnen Kapiteln zu laut und zu lang. Ausserdem wiederholten sich die Stücke zu oft. Ich hätte auf diese musikalische „Unterhaltung“ gut verzichten können.

Mein Fazit

Immer noch recht unterhaltsam, kommt aber nicht an den ersten Teil heran.






Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 3, ein Buch mit einem überwiegend grünen oder türkisen Cover

Mittwoch, 27. Januar 2016

Marter


Bildquelle

von Jonathan Holt
übersetzt durch Bettina Spangler

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 17.02.2014
  • Aktuelle Ausgabe : 17.02.2014
  • Verlag : Blanvalet Taschenbuch Verlag
  • ISBN: 9783442382583
  • Flexibler Einband 512 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Der Blanvalet-Verlag und die Buchplattform Jellybooks haben mir das eBook kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


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Bücher der Reihe:
Marter
Folter


Inhalt


Es ist die Nacht von La Befana, und ganz Venedig feiert. Nur auf dem kleinen Platz vor Santa Maria della Salute herrscht tödliche Stille. Der Canale Grande hat eine Leiche angespült: Die Frau liegt auf den Stufen der Kirche, und sie trägt die Robe eines Priesters – ein unaussprechliches Sakrileg, das es in der katholischen Kirche nicht geben darf. Capitano Katerina Tapo wird auf den Fall angesetzt, und sie stößt bei ihren Ermittlungen auf weit schrecklichere Gräuel, in die nicht nur die Kirche verwickelt ist …
(Quelle: Blanvalet)


Meine Meinung


„Marter“ ist der erste Teil der „Carnivia“-Trilogie, es braucht daher zum Verständnis keine Vorkenntnisse. Die Grundhandlung ist in sich abgeschlossen, wer danach keine Lust mehr hat, braucht die beiden Nachfolgebände daher nicht zwingend zu lesen.

Die Geschichte besteht aus drei Handlungssträngen, die zunächst getrennt erzählt werden, im Laufe des Buches aber zusammenkommen und eine einzige Handlung bilden. Die Stränge werden dabei in der dritten Person aus der Sicht des jeweiligen Protagonisten erzählt. Die Polizistin Kat kümmert sich in ihrem ersten Mordfall um die Tötung einer Frau in katholischer Priesterkleidung, die amerikanische Offizierin soll während ihrer Stationierung in Italien Dokumente über den Jugoslawienkrieg suchen, und gegen den Computerhacker Daniele wird ein Gerichtsprozess geführt. „Marter“ wirft dabei mehrere schwergewichtige Themen zusammen, von „Untergrundkirchen“ über die Mafia und Korruption bis hin zu Kriegsverbrechen. Dies führt zu einer sehr spannenden Handlung, die aber für meinen Geschmack etwas zu überladen ist. Der Autor Jonathan Holt hätte sich meiner Ansicht nach besser nur auf eines dieser Themen konzentriert, und dieses dafür tiefergehend ausgebaut. Vielleicht geschieht das noch in den beiden weiteren Bänden der Trilogie, die ich noch nicht kenne.

Der Schreibstil des Autors Jonathan Holt lässt sich flüssig lesen, und nach einem eher gemütlichen Einstieg zieht das Tempo der Geschichte stark an. Die Handlung ist sehr komplex und verlang daher einiges an Konzentration vom Leser, auch um die vielen verschiedenen Figuren auseinanderhalten zu können. Die Figuren sind leider nicht sonderlich nuanciert ausgearbeitet, sodass sie ausser wenigen Klischee-Charakteren kaum Emotionen bei mir hervorgerufen haben. Dennoch hat mich der Thriller gut unterhalten und mit seiner spannenden Handlung mitgerissen. Die genaue Positionierung einiger Figuren ist mir immer noch nicht klar, da brauche ich noch mehr Infos. Den Nachfolger „Folter“ werde ich daher sicher auch noch lesen.

Mein Fazit

Spannender Einstieg in die Thriller-Trilogie, der in sich abgeschlossen ist, aber auch genügend Fragen offen lässt, um das Interesse an den Nachfolgern zu wecken.






Daggis Buch-Challenge

 Aufgabe 13, einen Krimi oder Thriller


Rezensionsexemplar

Montag, 25. Januar 2016

[Hörbuch] Harry Potter and the Prisoner of Azkaban

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Bildquelle


von J.K. Rowling
gelesen von Stephen Fry

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.02.2000
  • Aktuelle Ausgabe : 03.07.2006
  • Verlag : Helen Nicholl Publishing
  • ISBN: 9780747586517
  • Audio CD: 12h
  • Sprache: Englisch

Soweit ich sehen konnte, ist die englische Hörbuchversion wohl (ausser Restposten) nur noch gebraucht oder als Digital Download erhältlich. Ich habe da wohl eines der letzten Exemplare beim britischen Amazon ergattert...


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Bücher der Reihe
Harry Potter and the Philosopher's Stone
Harry Potter and the Chamber of Secrets
Harry Potter and the Prisoner of Azkaban
Harry Potter and the Goblet of Fire
Harry Potter and the Order of the Phoenix
Harry Potter and the Half Blood Prince
Harry Potter and the Deathly Hallows


Inhalt


Harry Potter, along with his best friends, Ron and Hermione, is about to start his third year at Hogwarts School of Witchcraft and Wizardry. Harry can’t wait to get back to school after the summer holidays (who wouldn’t if they lived with the horrible Dursleys?). But when Harry gets to Hogwarts, the atmosphere is tense. There’s an escaped mass murderer on the loose, and the sinister prison guards of Azkaban have been called in to guard the school…
(Quelle: Pottermore)


Meine Meinung


Schon zum dritten Mal reist Harry Potter nach den Sommerferien zur Zauberschule Hogwarts. Der Ausbruch eines gemeingefährlichen Zauberers erschüttert sowohl die magische wie auch die Mugglewelt. Wer ist dieser Sirius Black, und was will er von Harry?

Hier handelt es sich um den dritten Band der „Harry Potter“ Reihe. Ich empfehle, die Bänd ein der richtigen Reihenfolgen zu lesen, da sie inhaltlich aufeinander aufbauen. Nachdem Band zwei der Reihe sich zu sehr an Band eins orientierte, bringt Band drei mit einer neuen, originellen Geschichte und vielen neuen magischen Gegenständen wieder neuen Schwung hinein. Die bereits bekannten Figuren werden leider in diesem Band nicht wirklich ausgebaut, hier hätte wohl mehr drin gelegen. Dafür konnten mich die neuen Charaktere auf Anhieb überzeugen. Leider hat J.K. Rowling in diesem Band eine der grossen Pointen bereits mit der Benennung des Charakters verraten. Ich will hierzu aus Spoilergründen nicht mehr sagen, aber wer etwas Latein spricht, wird wohl wie ich schon bei der ersten Nennung des Namens die richtige Ahnung gehabt haben…

Die Handlung orientiert sich durchaus an bekannten Schemen, bleibt aber trotzdem originell. Während die ersten beiden Bände noch eher einfach gestrickt waren, geht es hier schon einiges komplexer zu und her. Zudem wird der Ton der Reihe langsam ernster, die Grundstimmung düsterer. Nach meiner Empfehlung, der Leser sollte mindestens Harry Alter im jeweiligen Band haben, ist das Buch wohl ab 13 Jahren geeignet.

Auch den dritten Band der Reihe liest Stephen Fry wieder absolut überzeugend vor. Er gibt wieder jeder Figur eine eigene Stimme, sodass sie gut zu unterscheiden und trotzdem überzeugend sind.

Mein Fazit

Für mich eine klare Steigerung zum zweiten Band.






Samstag, 23. Januar 2016

Puls


Bildquelle

von Stephen King
übersetzt durch Wulf Bergner

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.03.2006
  • Aktuelle Ausgabe : 08.03.2016
  • Verlag : Heyne, W
  • ISBN: 9783453503977
  • Flexibler Einband 558 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

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Inhalt


Das Grauen kommt nicht aus Gräbern oder aus dem Weltraum. Es ist mitten unter uns und steckt in jeder Handtasche. Das Handy ist ein moderner Heilsbringer, doch in Stephen Kings Puls kommt mit dem Klingelton Wahnsinn und Tod.
(Quelle: Heyne)


Meine Meinung


Durch einen durchs Handy übermittelten Impuls verwandeln sich die Menschen in willenlose (aber telepathisch kommunizierende) Zombies. Clay und ein paar andere, die kein Handy besitzen, werden verschont und machen sich auf die Suche nach einem sicheren Ort (und Clays Sohn).

Die Handlung wird aus der Sicht des Protagonisten Clay erzählt. Auch wenn der Autor Stephen King wie in den meisten seiner Bücher die Beobachterperspektive verwendet, fühlt sich die Erzählung (ebenfalls wie in vielen King-Romanen) mehr nach Ich-Perspektive an, über die anderen Figuren erfährt der Leser kaum etwas, abgesehen von dem, was der Protagonist über sie denkt. Aber auch Clay bleibt ziemlich blass, was ihn antreibt (ausser der Suche nach seiner Ex-Frau und seinem Sohn) bliebt unklar. So fiel es mir oft schwer, mit Clay mitzufiebern.

Der Schreibstil von Stephen King ist in diesem Buch ziemlich umständlich, mit vielen langgezogenen, verschachtelten Sätzen, was den Lesefluss doch etwas störte. Das Ende der Geschichte wird offengelassen, über die Hintergründe des Impulses oder wie es danach (langfristig) weitergeht, wird nichts erzählt. Auch sonst werden im Laufe der Geschichte keine Fragen nach dem „warum“ beantwortet, ja von den Charakteren gar nie gestellt. Je nach Art der King-Geschichte kann ich das problemlos akzeptieren, hier hätte ich mir aber doch noch etwas mehr Hintergründe gewünscht. Der Handlungsschwerpunkt liegt hier weniger auf subtilem Horror, wie man es von anderen King-Werken kennt, sondern mehr auf blutiger Action, gepaart mit einem guten Stück Road-Movie.

Trotz all dieser negativen Punkte hat mich „Puls“ über weite Strecken hinweg gut unterhalten. Eigentlich wollte ich eine Bewertung in Richtung „sehr gut“ vergeben – wäre da nicht das abrupte Ende gewesen mit der Erkenntnis, dass es definitiv keinerlei Hintergrundinformationen über die Handy-Zombies gibt. Das hat mein Gesamteindruck dann doch merklich heruntergezogen.

Mein Fazit

Bei „Puls“ handelt es sich zu einem grossen Teil um einen klassischen Stephen King Roman. Ein durchschnittlicher Mensch aus Maine wird zusammen mit einigen anderen Durchschnittsmenschen von einer nicht näher erklärten übersinnlichen Macht überrascht und muss um sein Überleben kämpfen. Durch die fehlenden Infos und blassen Figuren kann er aber doch auch eingefleischte King-Fans enttäuschen.






Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 58: ein Buch, das schon mindestens ein Jahr auf Deinem SuB liegt. "Puls" habe ich mir schon 2014 gekauft und auf den SuB gelegt.

Freitag, 22. Januar 2016

Percy Jackson - Diebe im Olymp


Bildquelle

von Rick Riordan
übersetzt durch Gabriele Haefs

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.02.2006
  • Aktuelle Ausgabe : 25.08.2011
  • Verlag : Carlsen
  • ISBN: 9783551310583
  • Flexibler Einband 448 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


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Bücher der Reihe:
Diebe in Olymp
Im Bann des Zyklopen
Der Fluch des Titanen
Die Schlacht um das Labyrinth
Die letzte Göttin


Inhalt


Percy versteht die Welt nicht mehr. Jedes Jahr fliegt er von einer anderen Schule. Ständig passieren ihm seltsame Unfälle. Und jetzt soll er auch noch an dem Tornado schuld sein! Langsam wird ihm klar: Irgendjemand hat es auf ihn abgesehen.
Als Percy sich mit Hilfe seines Freundes Grover vor einem Minotaurus ins Camp Half-Blood rettet, erfährt er die Wahrheit: Sein Vater ist der Meeresgott Poseidon, Percy also ein Halbgott. Und er hat einen mächtigen Feind: Kronos, den Titanen.
Die Götter stehen Kopf - und Percy und seine Freunde vor einem unglaublichen Abenteuer ...
(Quelle: Carlsen)


Meine Meinung


Percy Jackson hält sich für einen ganz normalen, zwölfjährigen Jungen. Bis er herausfindet, dass er ein Halbgott ist und einen Krieg zwischen den Göttern verhindern muss.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Percy erzählt, dem zwölfjährigen Protagonisten. Zusammen mit seinen Freunden Grover und Annabelle bildet er die „Heldentruppe“ die von ihrer Zusammensetzung her etwas an die Protagonisten aus „Harry Potter“ erinnert. Auch sonst bestehen einige lockere Parallelen zur bekannten britischen Fantasyreihe. So findet auch Percy erst als Teenager heraus, dass er anders ist als andere Kinder und aufgrund seiner Abstammung ein magisch bestimmtes Leben führen wird. Anders als die „Harry Potter“ Bücher spielt die „Percy Jackson“ Reihe aber nicht im Umfeld einer Schule (auch wenn die Handlung von „Diebe im Olymp“ dort beginnt), sondern in einem Feriencamp während der Sommerferien. Auch Zaubereien im Sinne von magischen Sprüchen oder Zaubertränken hat in „Percy Jackson“ keinen Platz, die Magie beschränkt sich auf Götter, magische Wesen und Gegenstände. So haben die beiden Reihen zwar einige Gemeinsamkeiten, sind aber trotzdem recht verschieden.

Da es sich bei „Diebe im Olymp“ um den ersten Band der Reihe handelt, wird die Welt, in der die Geschichte spielt, erst mal gründlich eingeführt. Da Percy sich selbst noch nicht damit auskennt (obschon er für einen zwölfjährigen ein beeindruckendes Wissen über griechische Mythologie hat), werden er und der Leser gleichzeitig über alles Wissenswerte aufgeklärt. Die Handlung ist sehr actionreich gestaltet, alle paar Seiten stolpern die drei Helden in ein neues Abenteuer, das gemeistert werden muss. Dies führt zu einem sehr hohen Tempo der Geschichte, leider aber auf Kosten der Charaktere. Die drei Protagonisten haben so viel mit dem Lösen von Rätseln und Bekämpfen von Bösewichten zu tun, dass kein Platz zur Charakterentwicklung bleibt. So bleiben die drei zwar sympathisch, aber auch ziemlich eigenschaftslos. Ausserdem konnte mich Percys Alter nicht überzeugen. Seine Gedanken und sein Handeln liessen ihn einige Jahre älter erscheinen als seine 12 (was in der Verfilmung ja auch angepasst wurde).

Der Schreibstil des Autors Rick Riordan lässt sich flüssig lesen und ist eher einfach gestaltet. So eignet sich das Buch auch gut für etwas grössere Kinder und Jugendliche. Das Buch ist sehr humorvoll geschrieben, auch wenn einige der Sprüche doch eher platt sind. Ich habe die deutsche Übersetzung gelesen, bei der mir einige kleinere Fehler aufgefallen sind. So wurde beispielsweise an einer Stelle „mad“ mit „verrückt“ übersetzt, was zwar grundsätzlich richtig ist, an der betreffenden Stelle war aber „wütend“ gemeint. Solche kleineren Fehler traten mehrmals auf, sind mir zwar ins Auge gestochen, haben das Lesevergnügen aber nicht merklich getrübt.

Mein Fazit

Sehr unterhaltsame, wenn auch recht anspruchslose Fantasy-Reihe für jung und alt.





Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 57, ein Buch aus einer Reihe. "Diebe im Olymp" ist der erste Band der "Percy Jackson"- Reihe.

Task-Challenge

Aufgabe 2, Lies ein Buch, in dem es um Mythologie oder Religion geht.
 

Mittwoch, 20. Januar 2016

Ghostsitter - Geister geerbt


Bildquelle

von Tommy Krappweis

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.10.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 01.10.2015
  • Verlag : Egmont Schneiderbuch
  • ISBN: 9783505137570
  • Fester Einband 256 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

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Bücher der Reihe:
Geister geerbt
Vorsicht! Poltergeist! (erscheint am 4. Mai 2016)


Inhalt


Krass! Tom hat eine Geisterbahn mit quicklebendigen Geistern geerbt! Und die im Zaum und geheim zu halten, ist gar nicht so einfach: Vampir Vlarad mutiert dummerweise bei Blutkonsum zum jeweiligen Spenderwesen, meistens zu Meerschweinchen. Mit Zombie Wombie ist nicht zu spaßen, wenn man seinem Plüschhäschen zu nahe kommt, und Hop-Tep, die Mumie, hat ein heißblütiges Temperament. Und dann wären da noch Werwolf Welf, dem man bei Vollmond besser nicht begegnet, und Gespenstermädchen Mimi. Bei dieser geisterhaften Chaostruppe ist echt ein Profi gefragt! Toi, toi, toi, Tom!
(Quelle: Schneiderbuch)


Meine Meinung


Der vierzehnjährige Tom erbt eine Geisterbahn. Und wenn das nicht schon genug wäre, ist diese auch noch mit echten Geistern, Zombies und Mumien bevölkert!

Die Geschichte wird aus der Sicht von Tom erzählt, der eigentlich ein ganz normaler Teenager ist und seine Freizeit am liebsten mit Computerspielen verbringt. Tom war mir auf Anhieb sympathisch und seine Gedankengänge nachvollziehbar (hier muss ich aber auch anmerken, dass ich von einem Teenager weniger reflektierte Gedanken erwarte, als von einem Erwachsenen. Wenn ein Teenager eine Geisterbahn erbt und mit dieser auf Tour gehen soll, ist es für mich ganz nachvollziehbar, dass er zwei Sekunden überlegt, „cool“ sagt, und die Sache ist abgehakt. Bei einem Erwachsenen würde ich Sorgen und Taschenrechner erwarten). Toms schlaue Gedankengänge, beeinflusst vom MMORPG, das er spielt, sind schlussendlich auch essentiell für das gute Ende der Geschichte. Von den Bewohnern der Geisterbahn habe ich, wie so viele andere wohl auch, mein Herz an Wombie den Zombie verschenkt, mitsamt seinem Plüschhasen Odor (nomen est omen). 

Der Schreibstil von Tommy Krappweis ist sehr speziell. Wenn man ihn mag, so wie ich, wälzt man sich öfter auf dem Boden vor Lachen (oder tupft sich zumindest diskret eine Lachträne aus dem Augenwinkel). Wenn man ihn nicht mag – dann lässt sich daran auch nichts ändern, aber diese Menschen tun mir leid, denn sie verpassen etwas. Wie auch von der Mara-Trilogie (oder Bernd das Brot) gewohnt, strotzt auch „Ghostsitter – Geister geerbt“ vor trockenem Humor, skurrilen Metaphern und erfundenen Wörtern. Während jüngere Kinder sich wahrscheinlich auch noch etwas gruseln, fällt dieser Aspekt bei Erwachsenen grösstenteils weg, ich habe durchgehend gelacht.

Das Buch ist vom Layout her eindeutig für Kinder gestaltet, mit grossem Druck, kurzen Kapiteln und Illustrationen bei Kapitelbeginn. Da die vorkommenden „Monster“ grösstenteils lieb sind, können wohl auch Kinder problemlos in die Welt von „Ghostsitter“ eintauchen, ohne allzusehr Angst zu bekommen (etwas gruselig ist es aber zumindest für Kinder dann doch). Aber wie man an meiner Bewertung sieht, können sich auch Erwachsene prächtig über die Geisterbahn amüsieren. Da „Ghostsitter – Geister geerbt“ den Auftakt zu einer Reihe bildet, werden natürlich nicht alle Fragen beantwortet, und auch das Ende ist offen gestaltet (der Band ist aber ausreichend in sich abgeschlossen, um den Leser zumindest mal vorerst zu befriedigen)

Mein Fazit

Wer gerne so richtig lachen will, ist bei „Ghostsitter“ an der richtigen Adresse. Wer sich gerne zünftig gruseln möchte, sollte sich besser eine andere Geisterbahn suchen (und Stephen King lesen).



Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 30, ein Buch, mit dessen Autor oder Autorin Du in Kontakt stehst (pers. getroffen, Betaleser, per Facebookprofil o.ä.). Tommy Krappweis durfte ich schon mehrmals an der RingCon treffen, und mein Exemplar von "Ghostsitter - Geister geerbt" hat er mir auch mit Widmung signiert.

Task-Challenge

Aufgabe 3, Lies ein Buch, eines deutschsprachigen Autors (die erste Ausgabe des Buches muss auf Deutsch erschienen sein).

Montag, 18. Januar 2016

Sterbegeld


Bildquelle

von Judith Winter

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 18.12.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 18.12.2015
  • Verlag : dtv Verlagsgesellschaft
  • ISBN: 9783423216166
  • Flexibler Einband 464 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Der dtv Verlag und Vorablesen haben mir das Taschenbuch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


Leseprobe
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Bücher der Reihe:
Siebenschön
Lotusblut
Sterbegeld


Inhalt


Ein kleiner Junge wählt den Notruf der Polizei. Er schwebt in höchster Gefahr. Doch die Polizeibeamten kommen zu spät – der Junge und seine Familie wurden kaltblütig ermordet. Zwei Jahre später: Die Ermittlerinnen Emilia Capelli und Mai Zhou stehen vor einer Zerreißprobe. Thorsten Mohr, ein geschätzter Kollege, wird bei einer Razzia getötet. Mysteriös: Kurz vor seinem Tod hat Mohr offenbar die vorgeschriebene Schutzweste ab- gelegt. Aber warum? Die Kollegen sind ratlos, doch bald deutet alles darauf hin, dass es eine undichte Stelle in den eigenen Reihen gibt. Zur selben Zeit wird der Fall der ermordeten Familie wieder auf- gerollt. Möglicherweise wurde damals der falsche Täter gefasst. Zwei Fälle von höchster Brisanz für Capelli und Zhou.
(Quelle: dtv)


Meine Meinung


Ein Polizist wird getötet, es wird über Korruption gemunkelt. Zudem wird eine junge Familie brutal ermordet, der angebliche Täter beteuert jedoch seine Unschuld. Die Polizistinnen Emilia Capelli und Mai Zhou werden beauftragt, die beiden Fälle zu lösen.

„Sterbegeld“ ist der dritte Krimi um das Polizistinnen-Duo Emilia Capelli und Mai Zhou. Die beiden Vorgänger kenne ich nicht, und vor allem im zwischenmenschlichen Bereich habe ich das gemerkt. Der Krimihandlung an sich konnte ich zwar problemlos folgen, aber über die Figuren hätte ich stellenweise wohl mehr wissen müssen, um ihr Verhalten nachvollziehen zu können.

Durch mein fehlendes Vorwissen konnte ich mich auch nur teilweise in die Protagonistinnen hineinversetzen. Der Schwerpunkt der Erzählung lag dabei auf Emilia, und ihre Gefühle und Gedankengänge waren für mich teilweise nicht wirklich nachvollziehbar. Auch ihr Umgang mit ihrer Partnerin gefiel mir nicht, sie war oft unfreundlich, aus nicht nachvollziehbaren Gründen.

Die Handlung, bestehend aus mehreren voneinander unabhängigen Handlungssträngen, erschien mit stellenweise etwas wirr. Da die zu untersuchenden Morde schon einige Zeit vor der eigentlichen Geschichte geschahen, dauert es eine ziemliche Weile, bevor wirklich etwas passiert, und nicht nur Akten durchgelesen werden. Einer der Handlungsstränge ist zwar etwas actionreicher, wie er sich in die Geschichte fügt, blieb mir aber ziemlich unklar. Die Auflösung, und damit die Aufklärung der Morde, konnte ich zwar akzeptieren, aber zumindest von der Motivseite her nur bedingt nachvollziehen. Viele der „Puzzlestücke“, die zur Lösung beitrugen, wurden wie aus dem Hut gezaubert. Ein Miträtseln war daher nur bedingt möglich.

Der Schreibstil der Autorin Judith Winter lässt sich flüssig lesen. Ich hatte jedoch teilweise den Eindruck, dass sie sich in ihren verschiedenen Handlungssträngen etwas verstrickt hat und selber nicht mehr wusste, wie sie da wieder rauskommen sollte.

Mein Fazit

Eher geruhsamer Krimi, der wohl vertiefte Kenntnisse über die Ermittlerinnen benötigt, um ihn wirklich geniessen zu können. 





Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 34, ein Buch das 2015 erschienen ist.


Rezensionsexemplar


Samstag, 16. Januar 2016

[Hörbuch] Der Herr der Ringe - Die Gefährten


Bildquelle

von J.R.R. Tolkien
übersetzt durch Wolfgang Krege
gelesen von Achim Höppner

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 15.09.2006
  • Aktuelle Ausgabe : 15.09.2006
  • Verlag : Der Hörverlag
  • ISBN: 9783899408867
  • Audio CD: 22h 54min(auf 2 MP3 CDs)
  • Sprache: Deutsch 

Der Hörverlag hat mir das Hörbuch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


Hörprobe
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Bücher der Reihe:
Die Gefährten
Die zwei Türme
Die Rückkehr des Königs


Inhalt


Neun Gefährten machen sich auf eine gefährliche Reise, um die Zukunft Mittelerdes zu retten. Allen voran der Hobbit Frodo, auserwählt, den einen Ring ins Land Modor zu tragen und ihn zu vernichten. Doch die dunklen Mächte wollen die Herrschaft über Mittelerde erlangen, und ein erbitterter Kampf beginnt. 
(Quelle: Der Hörverlag)


Meine Meinung


Mittelerde wird von Sauron bedroht. Um ihn zu stoppen, macht sich der Hobbit Frodo zusammen mit acht Begleitern auf den Weg, Saurons Ring der Macht zu zerstören.

„Der Herr der Ringe“ ist seit meiner ersten Begegnung mit der Geschichte im Jahr 2001 eine meiner allerliebsten Buchreihen. Auch wenn ich mich durch die Bücher und Filme mittlerweile schon mindestens 20 Mal nach Mittelerde begeben habe, bekomme ich einfach nicht genug davon. Daher wollte ich die Reise nun zum ersten Mal mit dem Hörbuch antreten. Der erste Band der Trilogie kümmert sich natürlich um die Einleitung. Die Welt, in die Geschichte spielt, wird vorgestellt, ebenso wie die Protagonisten. Hier merkt man gut, dass die Leidenschaft des Autors J.R.R. Tolkien eigentlich eher bei der Erschaffung neuer Welten und Rassen lag, als bei der Charakterisierung einzelner Individuen. Obschon die einzelnen Figuren sich genügend unterscheiden, sind sie in sich doch nicht so fein ausgearbeitet, wie die Landschaft oder die Rassen der Elben, Hobbits etc. als solche.

So sehr ich die Trilogie liebe, so wenig kann ich ihre Schwachstellen vergessen, die sich vor allem hier im ersten Band zeigen. Die Einleitung zieht sich ewig hin, es dauert Stunden, bis die Geschichte wirklich beginnt. Und auch dann zieht sie sich an vielen Stellen relativ zäh, weil Tolkien mehr Zeit mit Landschaftsbeschreibungen verbringt als damit, die Handlung voranzutreiben. Auch die vielen Lieder und Gedichte machen die uns fremde Welt Mittelerde zwar plastischer, drücken aber das Erzähltempo in Schneckengleiche Richtungen. Hier muss ich ausdrücklich Peter Jacksons Verfilmung loben, die diese zähen Längen geschickt gestrichen hat, ohne allzu viel von der Handlung aussen vor zu lassen.

In meinen Rezensionen äussere ich mich nur selten zur Übersetzung. Dies liegt daran, dass ich mir dazu auch nur selten wirklich Gedanken mache. Hier ist sie mir aber ins Auge, respektive ins Ohr gestochen. Obschon ich mich in den letzten eineinhalb Jahrzehnten wiederholt intensiv mit dem Herrn der Ringe beschäftigt habe, sowohl in der Buch- wie auch in der Filmversion, ist das Hörbuch erst mein zweiter Kontakt mit der deutschen Übersetzung. Sonst kenne ich nur das englischsprachige Original, als Buch und als Film. Als ich die Trilogie zum ersten Mal gelesen habe, tat ich dies in der deutschen Version. Ich hatte die Bücher von meiner Mutter ausgeliehen, die Ausgabe war aus den 1970ern, und dementsprechend noch die alte Übersetzung von Margaret Carroux. Mit der neuen Übersetzung von Wolfgang Krege hatte ich nun erst mit diesem Hörbuch Kontakt, und ich muss direkt festhalten, dass ich sie nicht mag. Und zwar gar nicht. Wie kann man auf die Idee kommen, Frodo von Sam als „Chef“ anreden zu lassen? Auch „tidings“ mit „Post“ zu übersetzen finde ich sehr unpassend, „Post zu überbringen“ oder „dies ist schlimme Post!“ passt schon von der Stimmung her überhaupt nicht nach Mittelerde (ich sah vor meinem inneren Auge einen Elben mit Mütze und einer gelben Umhängetasche vor mir…). Ebenso fand ich die Wahl der Du- und Sie-Form nicht immer stimmig.

Der Sprecher Achim Höppner gefiel mir hingegen ganz gut. Er gab der Geschichte die richtigen Emotionen mit und versuchte auch, den verschiedenen Charakteren ihre eigenen Stimmen zu geben, damit sie besser auseinanderzuhalten sind. Nur die hohe Piepsstimme, mit der er Pippin gesprochen hat, ging mir sehr auf die Nerven. Dass Höppner als Synchronsprecher von Gandalf bekannt ist, ist mir nicht negativ aufgefallen. Da ich die Filme immer nur auf Englisch gesehen habe, fehlte mir die feste Verknüpfung der Stimme mit Gandalf, die bei anderen Hörern anscheinend teilweise zu Verwirrung geführt hat.

Mein Fazit

Auch wenn ich die Trilogie liebe, der Einstiegsband ist etwas gar zäh. Die Hörbuchversion gefällt mir grundsätzlich ganz gut, die Übersetzung versaut jedoch vieles.






Task-Challenge

 Aufgabe 1: Lies ein Buch, auf dessen Cover ein Schmuckstück zu sehen ist (Ring, Kette, Krone, …).

Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 7: ein Buch, das verfilmt wurde


Rezensionsexemplar

 

Freitag, 15. Januar 2016

Du hättest es wissen können


Bildquelle

von Jean Hanff Korelitz
übersetzt durch Elfriede Peschel
  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 15.01.2016
  • Aktuelle Ausgabe : 15.01.2016
  • Verlag : Ullstein Taschenbuch Verlag
  • ISBN: 9783548287355
  • Flexibler Einband 480 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

 Der Ullstein Taschenbuch Verlag und Vorablesen haben mir das Taschenbuch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


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Inhalt


Grace Reinhardt Sachs lebt auf der Manhattaner Eastside in dem Gefühl, alles richtig gemacht zu haben. Sie ist eine erfolgreiche Paartherapeutin, ihr Mann ein berühmter Kinderarzt, und ihr Sohn besucht eine renommierte Privatschule. Graces Beziehungsratgeber DU HÄTTEST ES WISSEN KÖNNEN steht kurz vor der Veröffentlichung, und das Interesse ist groß. Als die Mutter eines Mitschülers ermordet wird und Graces Mann nicht zu erreichen ist, beginnt Grace zu ahnen, dass es vielleicht auch Dinge gibt, die sie hätte wissen können. Jean Hanff Korelitz erzählt von einer modernen Frau — klug, emotional, erfolgreich, die glaubt, alles im Griff zu haben. Erst eine große Krise hält sie davon ab, die Fassade weiterzupolieren, hinter der sie fast verschwunden war — endlich fängt sie wieder an zu leben.
(Quelle: Ullstein)


Meine Meinung


Das Leben der New Yorker Ehetherapeutin Grace scheint perfekt zu sein, als sie plötzlich feststellen muss, dass sie ihren Ehemann wohl doch nicht so gut kennt, wie sie dachte…

Wenn ein Buch damit beginnt, dass die Protagonistin in einem Interview grossspurig behauptet, jede Frau, die von ihrem Ehemann belogen, betrogen, verlassen oder sonstwie schlecht behandelt worden ist, sei im Grund selbst Schuld, da sie dies bei genügender Beobachtung und Ehrlichkeit zu sich selber eigentlich von Anfang an hätte wissen können, ja dann muss man nicht lange überlegen, wie die Geschichte der verheirateten Protagonistin wohl weitergeht. Das erste Drittel des Romans arbeitet dann auch etwas langezogen auf den Moment hin, in dem in heile Welt der Protagonistin Grace zusammenbricht. Davon hätte ich mir aber mehr versprochen. Weder was tatsächlich passiert ist, noch wie Grace damit umgeht, werden vertieft betrachtet, das Buch bleibt bei oberflächlichen Schilderungen, ohne dabei der Handlung oder den Figuren wirkliche Tiefe zu verleihen. Die Handlung selber ist eigentlich kaum existent und kann in wenigen Sätzen komplett zusammengefasst werden. Im Grunde besteht der Roman schlicht aus dem Vergehen einiger Monate und deren Schilderung, ohne dass mich die Geschehnisse wirklich berührten, oder dass ich Einblick in Graces Gefühlsleben erlangte.

Der Schreibstil von Jean Hanff Korelitz liest sich etwas zäh. Die Autorin verwendet gerne lange, verschachtelte Sätze, die sich teilweise über eine Viertelseite hinwegziehen. Etwas kürzere, einfachere Sätze hätten der Leserlichkeit sicher beigetragen.

Ein weiterer Negativpunkt des Romans war für mich die Protagonistin Grace. Während ich sie zu Beginn als „zu perfekt um sie wirklich mögen zu können“ betrachtete, wurde sie mir im Verlaufe der Lektüre immer unsympathischer. Sie erschien mir überheblich, ziemlich versnobt und nicht bereit, Fehler auch mal bei sich selbst zu suchen. Während sie zu Beginn den betrogenen Frauen die Schuld zuwies (sie hätten ja von Beginn weg wissen müssen, dass er es mit der Treue nicht so genau nimmt), war die Sache plötzlich komplett anders, wenn sie selbst betroffen ist. Dabei hatte ich aber nicht das Gefühl, dass sie ihre komplette Einstellung änderte, sondern einfach ihre Situation ganz anders als die ihrer Patientinnen und mit denen nicht zu vergleichen erachtete. Auch die Beziehung zu ihrem Sohn erschien mir sehr kühl, für Grace schien nur zu zählen, dass er gut aussah, Geige spielte oder auf eine andere Art „repräsentierbar“ war. Nachdem sie dann erwähnte, dass sie Science Fiction begeisterte Jungs nicht ausstehen kann und später für ihren neuen Hund ein Elektroschockhalsband kaufte, war sie bei mir als Sci Fi Fan und Tierfreundin definitiv unten durch.

Mein Fazit

Wenig Handlung und eine mir sehr unsympathische Protagonistin haben mich mehr gelangweilt und genervt als unterhalten. 





Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 33, ein Buch das Du vor dem Erscheinungsdatum lesen durftest. Das Buch ist erst heute erschienen, gelesen habe ich es dank Vorablesen schon vorher.


Rezensionsexemplar


Mittwoch, 13. Januar 2016

Die Janus Vergeltung





Bildquelle


von Robert Ludlum (Jamie Freveletti)
übersetzt durch Norbert Jakober

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 14.10.2013
  • Aktuelle Ausgabe : 14.10.2013
  • Verlag : Heyne, W
  • ISBN: 9783453434226
  • Flexibler Einband 496 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Der Heyne Verlag und die Buchplattform Jellybooks haben mir das eBook kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


Leseprobe
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Bücher der Reihe:
Der Hades Faktor
Der Cassandra Plan
Die Paris Option
Der Altman Code
Die Lazarus Vendetta
Das Moskau Virus
Der Arktis Plan
Die Ares Entscheidung
Die Janus Vergeltung



Inhalt


Bei einer Medizinerkonferenz in Den Haag verüben Terroristen ein Blutbad. Covert-One-Lieutenant Jon Smith kann mit knapper Not entkommen. Doch der Anschlag war nur ein Ablenkungsmanöver, um den hochgefährlichen pakistanischen Warlord Oman Dattar aus seiner Haft zu befreien. Das Team von Covert One muss alles daran setzen, ihn aufzuhalten. Denn Dattar schmiedet einen Racheplan, der nicht weniger zum Ziel hat als den Untergang der Vereinigten Staaten von Amerika.
(Quelle: Heyne)


Meine Meinung


Wie ich erst nach der Lektüre herausgefunden habe, handelt es sich hier um den bereits neunten Teil einer Reihe. Während des Lesens hatte ich nie das Gefühl, einen Teil einer Reihe zu lesen. Die Handlung ist in sich abgeschlossen und verlangte zum Verständnis auch keine Vorkenntisse. Was über die Figuren zu wissen ist, wird dem Leser im Laufe der Geschichte mitgeteilt. Ebenfalls erst im Nachhinein erfahren habe ich, dass der auf dem Cover erwähnte Autor Robert Ludlum schon vor Jahren verstorben ist und die Reihe von wechselnden Ghostwritern geschrieben wird. Dieser Band wurde von Jamie Freveletti verfasst.

Die Handlung ist ziemlich geradlinig aufgebaut, ohne grosse Wendungen. So fliesst die Lektüre zügig und ohne Überraschungen vor sich hin, durchaus unterhaltsam, aber auch nicht aussergewöhnlich. Grösstenteils wird die Geschichte aus der Sicht des Protagonisten Jon Smith erzählt, der als Charakter ebenso konturlos bleibt wie sein Name. Auch die weiteren Figuren blieben ziemlich blass, sodass es mir im Grunde egal blieb, wer die Story überlebte und wer nicht. Während der Lektüre fand ich das Buch durchaus spannend und hatte es dank seinem hohen Tempo auch schnell durchgelesen, doch schon wenige Tage später hatte ich es zu einem grossen Teil schon wieder vergessen. „Die Janus-Vergeltung“ erscheint mir daher wie Fast Food: durchaus lecker, aber leider nicht langanhaltend sättigend.

Mein Fazit

Solide Thrillerkost, kann man (auch als Einzelband) lesen, muss man aber nicht. 




Daggis Buch-Challenge


Aufgabe 38, ein Buch, das im englischsprachigen Ausland spielt. Die Janus Vergeltung spielt grösstenteils in den USA.


Rezensionsexemplar

 

Montag, 11. Januar 2016

[Hörbuch] Harry Potter and the Chamber of Secrets / Harry Potter und die Kammer des Schreckens


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Bildquelle


von J.K. Rowling
gelesen von Stephen Fry

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.08.1999
  • Aktuelle Ausgabe : 03.07.2006
  • Verlag : Helen Nicholl Publishing 
  • ISBN: 9780747586432
  • Audio CD: 9h 45min
  • Sprache: Englisch 

Soweit ich sehen konnte, ist die englische Hörbuchversion wohl (ausser Restposten) nur noch gebraucht oder als Digital Download erhältlich. Ich habe da wohl eines der letzten Exemplare beim britischen Amazon ergattert...


Hörprobe
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Bücher der Reihe
Harry Potter and the Philosopher's Stone
Harry Potter and the Chamber of Secrets
Harry Potter and the Prisoner of Azkaban
Harry Potter and the Goblet of Fire
Harry Potter and the Order of the Phoenix
Harry Potter and the Half Blood Prince
Harry Potter and the Deathly Hallows


Inhalt


Harry Potter is a wizard. He is in his second year at Hogwarts School of Witchcraft and Wizardry. The three friends, Harry, Ron and Hermione, are soon immersed in the daily round of Potions, Herbology, Charms, Defence Against the Dark Arts and Quidditch. Then mysterious and scary things start happening. First Harry hears strange voices, and then Ron’s sister, Ginny, disappears…
(Quelle: Pottermore)


Meine Meinung


Harrys zweites Jahr auf Hogwarts beginnt, und dort wird er von einer unheimlichen Stimme bedroht, die nur er hören kann. Was steckt hinter der „Kammer des Schreckens“?

Während der erste Band der Reihe noch viel einführen musste, könnte nun der zweite Band ohne grosse Einleitung starten. Theoretisch. Trotzdem wird mit einer längeren Einführung vor den wirklichen Geschehnissen gestartet, mehrere Wochen vergehen, bevor endlich das neue Schuljah r auf Hogwarts beginnt. So zieht sich der Anfang auf einem tiefen Spannungsniveau dahin, bevor die Handlung wirklich beginnt. Zudem werden über das Buch hinweg immer wieder Details aus dem ersten Band wiederholt. Dies mag sehr praktisch sein, wenn die Lektüre (oder wie bei mir das Hören) von Teil 1 schon eine Weile her ist, wenn man aber wie ich gleich nahtlos weiterhört, nerven diese Wiederholungen nach einiger Zeit.

Vom Aufbau her ähneln sich die ersten beiden Bände stark, auch in diesem haben Hermione (da ich die Bücher ausschliesslich auf Englisch lese und höre, bestehe ich auf der originalen Schreibweise), Harry und Ron ein Geheimnis zu lüften, um schlussendlich gegen Du-weisst-schon-wen anzutreten, während ihnen fast über die ganze Geschichte hinweg niemand glaubt. Eine nennenswerte Weiterentwicklung der Figuren findet nicht statt. Trotzdem hat mich die Geschichte wieder in ihren Bann gezogen, Harrys Abenteuer verlieren für mich auch nach endlosen Wiederholungen nicht ihren Charme.

Wie auch bei Band 1 hat mich Stephen Fry als Sprecher wieder vollends überzeugt. Mit viel Gefühl (und wie ich zu hören glaubte, auch viel Spass) versetzt er sich in die einzelnen Rollen, sodass die Figuren schon von der Stimme her gut auseinanderzuhalten sind. Dabei spricht er stets deutlich und auch für Nicht-Muttersprachler wie mich sehr verständlich.

Mein Fazit

Harry Potter ist in meinen Augen ein „Muss“ für Fantasybegeisterte, und allen mit ausreichenden Englischkenntnissen empfehle ich die Stephen Fry Hörbuchversion wärmstens weiter (auch wenn Band 2 im Grunde ein Remake von Band 1 ist). 





Samstag, 9. Januar 2016

Das Knochenband


Bildquelle

von Stuart MacBride
übersetzt durch Andreas Jäger

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 17.11.2014
  • Aktuelle Ausgabe : 17.11.2014
  • Verlag : Goldmann Verlag
  • ISBN: 9783442481941
  • Flexibler Einband 608 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

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Bücher der Reihe:
Die dunklen Wasser von Aberdeen
Die Stunde des Mörders
Der erste Tropfen Blut
Blut und Knochen
Blinde Zeugen
Dunkles Blut
Knochensplitter
Das Knochenband


Inhalt


Der erste Tote wird mit einem brennenden Reifen um den Hals gefunden, es gibt außerdem Anzeichen einer Strangulierung sowie diverse Stichwunden. Zur gleichen Zeit hinterlässt jemand kleine Knochenbündel vor Detective Inspector Logan McRaes Tür, die dieser jedoch ignoriert. Als eine weitere Leiche gefunden wird, zeigt sich eine Verbindung zwischen den Morden und der Handlung eines Bestsellers um Hexen und Hexenjäger, der gerade in Aberdeen verfilmt wird. Und plötzlich erweisen sich auch die Knochenbündel als weit weniger harmlos, als McRae dachte ...
(Quelle: Goldmann)


Meine Meinung


„Das Knochenband“ ist bereits der achte Krimi um DS Logan McRae, und meine erste Begegnung mit dem Ermittler. Der Haupthandlung konnte ich auch ohne Vorkenntnisse gut folgen, aber ich hätte mich wohl besser in das Ermittlerteam einfühlen können und hätte die Nebenhandlunge besser verstanden, wenn ich ihre Vorgeschichte gekannt hätte. Vorwissen ist daher zur Lektüre nicht zwingend nötig, aber sicherlich hilfreich.

Die Geschichte wird in erster Linie aus der Sicht von Logan McRae erzählt und setzt sich aus mehreren Handlungssträngen zusammen. Da diese zunächst keinen Zusammenhang zu haben scheinen (und manche davon sich auch im Nichts verlaufen), fand ich den Wechsel zwischen den Strängen recht verwirrend und fand nur schwer in die Geschichte hinein.

Der Schreibstil des Autors ist ziemlich eigenwillig, mit vielen umgangssprachlichen Dialogen, Andeutungen und Halbsätzen. So wirkt das Buch zwar sehr lebensecht, wird aber auch etwas zäh zu lesen. Die Figuren sind alle mehr oder weniger skurril, wirklich ernst nehmen konnte ich niemanden. Leider erschienen sie mir nicht amüsant-skurril, sondern nur nervig-skurril, sodass ich mich mit niemandem wirklich anfreunden konnte. Viele der Kollegen von McRae gleichen sich so sehr in ihrer Eigenschaftslosigkeit, dass ich Mühe hatte, sie zu unterscheiden.

Die Handlung selbst ist durchaus interessant, auch wenn ich durch die verschiedenen ineinander verflochtenen Handlungsstränge etwas den Überblick verloren habe. Dennoch blieb der Fall spannend genug, um das Buch trotz den nervigen Figuren dranzubleiben.

Mein Fazit

Durchaus spannend, aber auch verwirrend, mit ziemlich nervigen Figuren.




Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 35, ein Buch das 2014 erschienen ist

Freitag, 8. Januar 2016

Hexenkind


Bildquelle

von Sabine Thiesler

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.10.2007
  • Aktuelle Ausgabe : 01.01.2008
  • Verlag : Heyne
  • ISBN: 9783453432741
  • Flexibler Einband 574 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Der Heyne Verlag und Jellybooks haben mir das eBook kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


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Bücher der Reihe:
Hexenkind
Die Totengräberin
Der Menschenräuber
Nachtprinzessin
Bewusstlos


Inhalt


Ein Pilzesammler entdeckt in einem einsam gelegenen alten Bauernhaus in der Toscana eine schlimm zugerichtete Leiche. Der deutschstämmigen Sarah, Frau des Trattoriabesitzers Romano, hat jemand die Kehle durchgeschnitten. Dieser Mord ist aber erst der Anfang für ein Verhängnis, das vor Jahren in Deutschland begann, sich nun über die ganze Familie auszubreiten beginnt und sich bis zu einem bitterbösen Ende steigert.
(Quelle: Heyne)


Meine Meinung


„Hexenkind“ ist der erste „Krimi“ um den Polizisten Donato Neri. Dabei geht es im Buch nur sehr am Rande um den Commissario. Er wird ein paar Mal erwähnt, macht aber eigentlich nichts, und er klärt erst recht keinen Fall auf. Das Verbrechen, ein Mord an einer in der Toscana lebenden Deutschen mittleren Alters, steht in diesem Buch ohnehin eher am Rand. Viel mehr geht es darum, wie es überhaupt zu der Tat kam. Die Geschichte beginnt dabei 18 Jahre zuvor, als das spätere Opfer gerade mit ihrer kleinen Tochter beim Vater der Kleinen ausgezogen ist und sich in ihren italienischen Nachbarn verliebt hat.

Sarah, so heisst die Protagonistin, war mir über das ganze Buch hinweg ziemlich unsympathisch, ebenso ihre Tochter Elsa und die meisten weiteren klischeebeladenen Figuren, inklusive dem Commissario. Der Einzige, der mir einigermassen sympathisch blieb, war Sarahs Ehemann Romano, aber auch er konnte mich nicht wirklich begeistern. Die unsympathischen Figuren führten dazu, dass es mir während der Lektüre eigentlich ziemlich egal war, wem was warum passiert, und ob der Mordfall aufgeklärt werden kann.

Der Schreibstil der Autorin Sabine Thiesler lässt sich flüssig lesen. Da in „Hexenkind“ eigentlich kaum wirklich etwas passiert, empfand ich die Lektüre trotzdem als eher zäh. Zeitsprünge sollen wohl Interesse wecken, wirkten aber auf mich nur verwirrend. Die Handlung plätschert vor sich hin, durchaus auf ihre Weise unterhaltsam, aber weit entfernt von Spannung oder Action. Auch die Bezeichnung Krimi oder gar Thriller empfinde ich hier als unangebracht, ich würde den Roman als Familiendrama bezeichnen.

Mein Fazit

Als Familiendrama durchaus unterhaltsam, als Krimi oder gar Thriller enttäuschend.




Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 29: ein Buch eines Autors (männlich oder weiblich) von dem Du bisher noch nichts gelesen hast.


Rezensionsexemplar

Mittwoch, 6. Januar 2016

Das Dornenkind


Bildquelle


von Max Bentow

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 24.08.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 24.08.2015
  • Verlag : Goldmann Verlag
  • ISBN: 9783442204328
  • Flexibler Einband 448 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Der Goldmann Verlag und Jellybooks haben mir das eBook kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


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Bücher der Reihe:
Der Federmann
Die Puppenmacherin
Die Totentänzerin
Das Hexenmädchen
Das Dornenkind


Inhalt


Der Fund von drei Todesopfern, in deren Haut geheimnisvolle Botschaften geritzt wurden, stellt die Berliner Kriminalpolizei vor ein Rätsel. Während der Ermittlungen wird Trojans schlimmster Albtraum wahr: Er bekommt den Anruf einer Frau, die behauptet, die Tochter des „Federmannes“ zu sein. Der infame Serienmörder war dem Ermittler vor vier Jahren schwerst verletzt entwischt. Zu seinem Entsetzen schwört sie, dass ihr Vater am Leben ist. Trojan merkt schnell, dass er in einen fatalen Sog geraten ist. Denn der „Federmann“ wird nicht eher ruhen, bis er ihn vernichtet hat.
(Quelle: Goldmann)


Meine Meinung


Auf den Körpern mehrerer augenscheinlicher Unfallopfer werde eingeritzte Botschaften entdeckt. Handelte es sich bei den Todesfällen wirklich um Unfälle, oder ist ein Serienmörder in Berlin unterwegs?

„Das Dornenkind“ ist bereits der fünfte Fall für Nils Trojan, und meine erste Begegnung mit dem Ermittler. Das Buch bezieht sich auf den ersten Band der Reihe („Der Federmann“) und ich hatte den Eindruck, dass hier Kenntnis des ersten Bands hilfreich für das Verständnis gewesen wäre. Ich konnte der Handlung zwar auch ohne Vorkenntnisse folgen, aber genau zu wissen, wer der Federmann ist, hätte mir wohl weitergeholfen.

Die Geschichte wird abwechslungsweise aus der Sicht von Nils Trojan und Wendy Hain erzählt, dennoch erfährt man über die Protagonisten nicht besonders viel. Auch die wenigen weiteren Figuren bleiben ziemlich blass. Der Schreibstil des Autors Max Bentow lässt sich flüssig lesen, wenn auch der Einstieg ins Buch ziemlich verwirrend gestaltet ist.

Die Handlung war durchaus spannend, konnte mich aber dennoch nicht begeistern. Ich mag es nicht sonderlich, wenn der „Bösewicht“ übermenschliche Kräfte zu entwickeln scheint, was hier leider der Fall ist. Das Buch ist nach klassischem Thrillerschema aufgebaut: der Ermittler gerät ins Visier des Täters und muss eine ihm nahestehende Person aus den Klauen dieses Täters befreien. Das Ende wurde offen gestaltet, wohl um Raum für eine weitere Fortsetzung zu schaffen. Wer gerne miträtselt, kommt hier leider nicht auf seine Kosten, konkrete Hinweise auf den Täter gibt es kaum, der Fall wird schlussendlich durch Zufall und Bauchgefühl des Ermittlers gelöst, und nicht durch harte Fakten.

Mein Fazit

Wohl nur empfehlenswert, wenn man den Rest der Reihe auch kennt.





Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 10: ein Buch mit einem Tier oder einer Pflanze auf dem Cover


Rezensionsexemplar

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