Montag, 26. Juni 2017

[Hörbuch] Der Tod auf dem Nil


Bildquelle

von Agatha Christie
übersetzt durch Pieke Biermann
gelesen von Gerd Anthoff

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.01.2003
  • Aktuelle Ausgabe : 08.03.2006
  • Verlag : Der Hörverlag
  • ISBN: 9783844512915
  • Audio-Download: 10h 35
  • Sprache: Deutsch


Hörprobe
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Inhalt


Hercule Poirot will sich auf einer Kreuzfahrt erholen, als plötzlich die reiche und schöne Linnet Ridgeway ermordet wird. Der Mörder kann nur auf dem Luxusdampfer sein, und Poirot muss ihn überführen, bevor die Fahrt zu Ende ist.
(Quelle: Hörverlag)


Meine Meinung


Hercule Poirot macht Urlaub in Ägypten. Doch natürlich kann er nicht einfach ein paar freie Wochen geniessen, sondern wird von allen Seiten zur Lösung von Kriminalfällen hinzugezogen…

Die Geschichte wird von einem allwissenden Beobachter erzählt, der sich, sobald die Handlung mal in Schwung gerät, in erster Linie auf den Privatdetektiven Hercule Poirot konzentriert. Die Figuren sind nicht besonders tiefgründig ausgearbeitet und bewegen sich, wie in den meisten Krimis von Agatha Christie, in der gehobenen Gesellschaft Englands, in der selbst die ärmeren unter ihnen nicht arbeiten müssen, sondern von ihrem Vermögen leben können. Dadurch wirken die Krimis heute recht antiquert, wer kennt schon noch jemanden, der mit seiner Hauszofe auf Reisen geht oder nicht zu Bett gehen kann, bis ihm von einem Bediensteten das Bett aufgedeckt und aus den Kleidern geholfen wurde…?

Die Handlung beginnt mit einer ausführlichen Vorstellung der Figuren, was sich sehr in die Länge zieht und das Hörbuch zunächst recht langweilig erscheinen lässt. Erst nach rund einem Drittel kommt Bewegung in die Sache und die Handlung (und mit ihr die Spannung) zieht an. Allerdings wirkt die Geschichte stellenweise doch sehr konstruiert, wie auch in manch anderen Krimis von Agatha Christie haben auch hier fast alle Anwesenden ein Mordmotiv… Gerade weil so viele Verdächtige rumschwirrend, lädt der Krimi aber auch zum miträtseln ein, auch wenn die Auflösung dann doch nicht so überraschend war, wie die Buchfiguren zu glauben scheinen.

Der Sprecher Gerd Anthoff konnte mich leider nicht überzeugen. Er liest sehr pathetisch, mehr deklamierend als erzählend, und hätte meiner Ansicht nach eher in ein klassisches Theaterstück von Schiller oder Shakespeare gepasst, als in einen Kriminalroman. Ich habe die ungekürzte Hörbuchversion gehört, die gut 10 Stunden dauert. Die gekürzte umfasst nur rund einen Drittel davon, was ich dann doch etwas gar wenig finde, auch wenn in meinen Augen das Buch problemlos etwas gekürzt werden könnte.

Mein Fazit

Spannend, nach einer sehr zähen Einleitung





Freitag, 23. Juni 2017

Brant



Bildquelle

von Ken Bruen
übersetzt durch Len Wanner


  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.05.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 01.05.2017
  • Verlag : Polar Verlag
  • ISBN: 9783945133453
  • Flexibler Einband 300 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Der Polar Verlag und     haben mir das Taschenbuch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


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Bücher der Reihe:
Kaliber
Füchsin
Brant



Inhalt


Nachdem Detective Sergeant Brant sich über alle Regeln hinweggesetzt und in einer Billardkneipe einen Randalierer bewusstlos geschlagen hat, wird eine junge Polizistin auf der Straße von einem Unbekannten erschossen. Der Sensationsreporter Harold Dunlop, der sich in seinen Artikeln besonders bei der Diffamierung von Brant hervorgetan hat, erhält von dem Polizistenmörder einen Anruf, bei dem der Mörder offenbart, er wolle insgesamt acht weitere Polizisten töten. Unmittelbar danach erschießt er einen Polizisten in dessen Dienstfahrzeug. Zusammen mit Detective Inspector Porter Nash wird ein Ermittlerteam gebildet, das den Cop-Killer so schnell wie möglich fassen soll. Was, wenn jedoch der Täter gefasst und wieder freigelassen wird? Sollte man den Mörder davonkommen lassen? Weil man sich ans Gesetz hält? Detective Sergeant Brant hat da seine eigenen Methoden. Unter dem Titel Blitz-Cop-Killer vs. Killer-Cop wurde der Roman mit Jason Statham 2011 verfilmt.
(Quelle: Polar)


Meine Meinung


In London geht ein Polizistenmörder um. Brant und seine Kollegen machen sich auf die Suche nach ihm.

"Brant" ist der dritte Band der Buchreihe um den titelgebenden Polizisten. Ich kenne die beiden Vorgängerbände nicht, konnte der Handlung allerdings trotzdem gut folgen. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass ich mit Vorkenntnissen vielleicht etwas mehr Verständnis für die Figuren gehabt hätte. Die Geschichte wird aus der Perspektive eines allwissenden Beobachters erzählt, der seinen Fokus immer wieder wechselt, sodass es mir teilweise schwer fiel, den Überblick zu behalten, was genau passierte und wer in der Szene überhaupt vorkam.

Die Figuren waren mir allesamt mehr oder weniger unsympathisch. An der Spitze steht da der Protagonist Brant, ein richtig arroganter A…, dem es diebische Freude macht, andere Leute zu verprügeln, einzuschüchtern, fertigzumachen oder auch mal zu erpressen. Vielleicht hat es Gründe, weshalb er so ist, aber da ich die Vorgängerbände nicht kenne, kann ich diese nicht nachvollziehen. Die meisten anderen Figuren scheinen ein mehr oder weniger grosses Alkohol- oder Drogenproblem zu haben, jedenfalls wird gesoffen was geht. Auch Bestechlichkeit und Misshandlung von Zeugen scheinen alltäglich zu sein bei der Londoner Polizei. Ebenfalls sehr negativ aufgefallen ist mir, dass im Buch anscheinend jeder mehr oder weniger stark homophob ist. Dauernd werden Begriffe wie "Schwuchtel", "Schwulette", "warmer Bruder" etc. verwendet, sodass mir beinahe übel wurde. Schlussendlich konnte ich mich mit niemandem wirklich anfreunden, was auch seinen Einfluss auf meine Schlusswertung hatte.

Die Handlung fand ich recht schwierig zu überblicken, da immer wieder kleine Nebenhandlungen abzweigen, die meine Gedanken ablenkten, bevor die Haupthandlung weiterging. Wer akribische Polizeiarbeit erwartet, wird hier enttäuscht. Die Polizisten verprügeln Zeugen und besaufen sich, das scheint ihre Arbeit zu sein. Mit Miträtseln ist hier auch nichts, da dem Leser der Täter schon nach wenigen Seiten verraten wird. Besonders viel Handlung ist allerdings in dem lediglich 250 Seiten umfassenden, gross gedruckten Buch auch nicht zu erwarten. Der Schreibstil des Autors Ken Bruen hat mir auch nicht besonders gut gefallen, neben dem exzessiven Gebrauch von Schimpfwörtern ist mir vor allem die kurze, abgehackt wirkende Sprache aufgefallen, die meinen Lesefluss störte.

Mein Fazit

Furchtbarer Protagonist und abstossende Sprache, nichts für mich. 






Mittwoch, 21. Juni 2017

Die Kane-Chroniken 1: Die rote Pyramide


Bildquelle

von Rick Riordan
übersetzt durch Claudia Max

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 20.12.2011
  • Aktuelle Ausgabe : 28.08.2015
  • Verlag : Carlsen
  • ISBN: 9783551314864
  • Flexibler Einband 608 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Leseprobe
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Bücher der Reihe:
Die rote Pyramide
Der Feuerthron
Der Schatten der Schlange


Inhalt


Ins Museum? An Heiligabend? Bescheuerte Idee, findet Sadie. Sie sieht ihren Vater, den Ägyptologen Dr. Julius Kane, doch eh nur zwei Mal im Jahr und dann so was! Aber Sadie und ihr Bruder Carter merken schnell, dass es ihrem Vater nicht um verstaubte Sarkophage geht – er will den Gott Osiris beschwören! Das geht allerdings schief und stattdessen wird er von einer glutroten Gestalt entführt. Sadie und Carter müssen es mit der gesamten ägyptischen Götterwelt aufnehmen, um ihren Vater zu befreien.
(Quelle: Carlsen)


Meine Meinung


Die Geschwister Sadie und Carter Cane besuchen zusammen mit ihrem Vater das British Museum, als dieser unter mysteriösen Umständen verschwindet. Hat er wirklich einen ägyptischen Gott beschwört?

Die Geschichte wird abwechslungsweise aus der Ich-Perspektive der beiden Protagonisten Sadie und Carter erzählt. Als Stilmittel wird dabei eine Tonbandaufzeichnung gewählt, durch die die Geschwister dem Zuhörer (oder eben Leser) erzählen, was genau passiert ist. Die beiden sind noch sehr jung, erst 12 respektive 14 Jahre alt, wobei ich die jüngere Sadie als ziemlich pubertär empfand und sie daher etwas älter geschätzt hätte, so um die 15. Carter bleibt ziemlich unauffällig, wirkt zwar wie seine Schwester auch mutig und schlau, zeigt aber sonst keine besonderen Merkmale.

Wer die beiden anderen Reihen des Autors Rick Riordan, „Percy Jackson“ und „Helde des Olymp“ kennt, dem wird das Grundschema von „Die rote Pyramide“ bekannt vorkommen. Ein paar Jugendliche finden heraus, dass sie Kontakt mit alten Göttern haben. Hier stammen sie zwar nicht, wie in dem beiden anderen Reihen, von ihnen ab, sondern sind „Gottlinge“, menschliche Gefässe für die Götter, aber ansonsten bleibt das Schema gleich, inklusive der Reisen quer durch die USA auf mal mehr und mal weniger magischem Weg. Auch die regelmässigen Kämpfe gegen übernatürliche Wesen oder andere Götter bleiben hier nicht aus. Rick Riordan bleibt also auch bei dieser Reihe seinem Schema treu. Da ich seine Bücher mag, wurde ich daher auch hier nicht enttäuscht. Das ägyptische Szenario wird in Fantasy-Romanen nicht so häufig verwendet (Fans von Stargate werden allerdings die Namen durchaus kennen), sodass es frisch und unverbraucht wirkt. Allerdings wirkt die Handlung stellenweise etwas repetitiv, eine Straffung/Kürzung hätte wohl nicht geschadet.

Der Schreibstil von Rick Riordan lässt sich wie gewohnt flüssig lesen, sodass ich das Buch innert weniger Tage durch hatte. „Die rote Pyramide“ hat mich gut unterhalten, die beiden Nachfolgebände werde ich mit Sicherheit auch noch lesen.

Mein Fazit

Percy Jackson in Ägypten – unterhaltsam und erfrischend.






ABC-Challende der Protagonisten

Sadie = S weiblich

 

Montag, 19. Juni 2017

[Hörbuch] Racheherbst


Bildquelle

von Andreas Gruber
gelesen von Achim Buch

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 11.09.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 11.09.2015
  • Verlag : Der Hörverlag
  • ISBN: B014SWJ5MY
  • herunterladbare Audio-Datei
  • Sprache: Deutsch 


Hörprobe
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Bücher der Reihe:
Rachesommer
Racheherbst



Inhalt


Unter einer Leipziger Brücke wird die verstümmelte Leiche einer jungen Frau angespült. Walter Pulaski, zynischer Ermittler bei der Polizei, merkt schnell, dass der Mord an der Prostituierten Natalie bei seinen Kollegen nicht die höchste Priorität genießt. Er recherchiert auf eigene Faust – an seiner Seite Natalies Mutter Mikaela, die um jeden Preis den Tod ihrer Tochter rächen will. Gemeinsam stoßen sie auf die blutige Fährte eines Serienmörders, die sich über Prag und Passau bis nach Wien zieht. Dort hat die junge Anwältin Evelyn Meyers gerade ihren ersten eigenen Fall als Strafverteidigerin übernommen. Es geht um einen brutalen Frauenmord – und eine fatale Fehleinschätzung lässt Evelyn um ein Haar selbst zum nächsten Opfer werden ...
(Quelle: Der Hörverlag)


Meine Meinung


Als in Leipzig eine ermordete Prostituierte gefunden wird, macht sich der Polizist Walter Pulaski zusammen mit der Mutter der Getöteten auf die Suche nach dem Täter. Gleichzeitig wird in Wien die junge Anwältin Evelyn Meyers beauftragt, einen Chirurgen bei einer Mordanklage zu vertreten.

"Racheherbst" ist der zweite Band der Thriller-Reihe um den Polizisten Pulaski. "Racheherbst" spielt zwar mehrfach auf die Ereignisse im Vorgänger "Rachesommer" an, ist inhaltlich aber komplett eigenständig. Vorkenntnisse sind zum Verständnis daher nicht notwendig. Da die Figuren nicht besonders tiefgründig gezeichnet sind, ist es auch nicht notwendig, die beiden Protagonisten Walter Pulaski und Evelyn Meyers bereits zu kennen.

Über die Figuren gibt es wie erwähnt nicht viel zu sagen. Evelyn ist eine junge Anwältin, Pulaski ein abgehalfterter Polizist mit gesundheitlichen Problemen. Und ja, ich habe absichtlich bei Evelyn den Vornamen, bei Pulaski den Nachnamen verwendet. Der Autor Andreas Gruber macht das nämlich ziemlich konsequent. Frauen werden grundsätzlich mit Vor-, Männer mit Nachnamen erwähnt. Über die Gefühle und die Motivation der Figuren wird nicht viel bekannt.

Auch die Handlung ist nicht besonders tiefgründig gezeichnet. Während Evelyn in Wien den Spuren folgt, reist Pulaski mit seiner Begleitung Mikaela quer durch Europa, um den Täter aufzufinden. Aufgelöst wird der Fall schlussendlich mehr durch Zufall, das Motiv bleibt bis zum Schluss etwas schwammig und nicht ganz klar. Auch sonst ist die Handlung von unglaublichen Zufällen geprägt, wer Realismus sucht, sollte sich anderweitig umsehen. Voll auf die Kosten kommen hingegen Fans von Blut, Andreas Gruber geht mit seinen Figuren nicht gerade zimperlich zur Sache. Der Leser sollte daher keinen allzu empfindlichen Magen haben. Das Spannungslevel kann der Autor allerdings nicht durchgehen hochhalten, vor allem die langwierigen Ermittlungen in Mittelteil gestalten sich doch etwas zäh.

Wie auch der Vorgänger und die Snejider&Nemez-Reihe wird das Hörbuch von Achim Buch gesprochen. Er macht seine Sache gut, ich habe ihm gerne zugehört.

Mein Fazit

Unterhaltsam, aber stellenweise ziemlich unlogisch und nicht besonders überraschend. 






Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 20, ein Buch rund um das Thema Herbst im Titel oder auf dem Cover

Freitag, 16. Juni 2017

Dem Kroisleitner sein Vater


Bildquelle

von Martin Schult

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 14.07.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 14.07.2017
  • Verlag : Ullstein Buchverlage
  • ISBN: 9783550081743
  • Fester Einband 336 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Der Ullstein Verlag und Vorablesen haben mir das eBook kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!



Leseprobe
Kaufen? (ab 14. Juli 2017)



Inhalt


Dem Kroisleitner Karl sein Vater ist tot. 104 war der alte Kroisleitner, aber noch topfit, das lag an der guten Luft oder am Marillenschnaps. Schon bald ermittelt die Kriminalpolizei aus der nahen Bezirkshauptstadt, was der wortkarge Wanderer mit der schlechten Ausrüstung damit zu tun hat. Ebenjener mit dem Namen Frassek, seines Zeichens Polizeiobermeister aus Berlin, hatte sich doch nur in der Steiermark von seinem letzten, gelinde gesagt unglücklich verlaufenen, Fall erholen wollen - und von seiner pubertierenden Tochter. Inmitten von Lügen, Intrigen und Dorfklatsch wird Frassek unversehens vom Tatverdächtigen zum Ermittler.
(Quelle: Ullstein)


Meine Meinung


Im kleinen Dorf St. Margrethen in der Steiermark wird der 104jährige Alois Kroisleitner tot aufgefunden. Alles deutet auf Mord hin. Doch wer hätte ein Motiv gehabt, den alten Mann umzubringen?

Die Geschichte wird aus der Sicht eines allwissenden Beobachters erzählt, der Einblick in die Gedanken und Gefühle aller Figuren hat. So wird munter zwischen den Figuren hin- und hergewechselt und der Leser erfährt über alle etwas.

Die Handlung besteht im Grunde aus drei Strängen, die jedoch alle miteinander verbunden sind. Da ist einerseits der titelgebende Karl Kroisleitner, der mit dem Tod seines Vaters und dem schlechten gesundheitlichen Zustand zurecht kommen muss. Ein weiterer Strang dreht sich um den berliner Polizisten Frassek, der ebenfalls vor kurzem seinen Vater verloren hat, ständig mit seiner Ex-Frau streitet und zu allem Überfluss noch Ärger mit seiner pubertierenden Tochter hat. Drittens geht es um die junge Emma, die ihre erfolgreiche Musikkarriere in England als Amy (mit dickem Lidstrich und schwarzem Beehive, sie heisst aber nicht Winehouse) an den Nagel hängt und in ihr Heimatdorf zurückkehrt. Daneben gibt es noch viele weitere Figuren mit ihren eigenen Problemen, die ich hier aber aus Platzgründen nicht alle aufzählen mag.

Wie meine Aufzählung der Handlungsstränge erahnen lässt, spielt der Kriminalfall eine eher untergeordnete Rolle. Zumindest der Fall, der sich um den Tod des alten Kroisleitners dreht, denn der ist nicht der einzige, der hier aufgeklärt werden muss. Viel Raum hingegen erhalten die Figuren und das Dorfleben, durch das sich Frassek kämpfen muss, um den Überblick zu erhalten, sodass ich das Buch eher als Millieustudie mit Krimi-Elementen bezeichnen möchte und weniger als „reinrassigen“ Krimi.

Der Schreibstil des Autors Martin Schult lässt sich flüssig lesen, die vielen Namen und stellenweise mundartlichen Dialoge liessen mich allerdings zwischendurch etwas ins Stocken kommen. 
 

Mein Fazit  

Wenig Krimi, viel Steiermark







Rezensionsexemplar


 

Mittwoch, 14. Juni 2017

Die maskierte Stadt


Bildquelle

von Genevieve Cogman
übersetzt durch Arno Hoven

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 12.08.2016
  • Aktuelle Ausgabe : 12.08.2016
  • Verlag : Bastei Lübbe
  • ISBN: 9783404208036
  • Flexibler Einband 416 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Leseprobe
Kaufen? 



Bücher der Reihe:
Die unsichtbare Bibliothek
Die maskierte Stadt
Die flammende Welt



Inhalt


Irene Winters ist Agentin der unsichtbaren Bibliothek, die jenseits von Raum und Zeit als Tor zwischen den Welten existiert. Ihr Job ist es, einzigartige, ungewöhnliche oder rare Bücher für diese Bibliothek zu beschaffen. Sie hat gerade auf einer zwielichtigen Auktion einen seltenen Bram-Stoker-Text erworben, als sie und ihr Assistent Kai überfallen werden. Zu spät erkennt Irene, dass es nicht um das Buch, sondern um Kai geht. Er wird entführt, ohne dass Irene es verhindern kann. Die Spur der Verbrecher führt in ein dunkles Venedig des immerwährenden Karnevals. Ein Ort der Masken und Geheimnisse. Und des Todes ...
(Quelle: Bastei Lübbe)


Meine Meinung


Als ihr Assistent Kai entführt wird, gelangt die Bibliothekarin Irene auf der Suche nach ihm in eine magische Version von Venedig, wo mächtige Feinde auf sie warten…

"Die maskierte Stadt" ist der zweite Band um die Bibliothekarin Irene und ihren Assistenten Kai und baut inhaltlich auf dem ersten Teil "Die unsichtbare Bibliothek" auf. Ich empfehle, die Bücher in der vorgesehenen Reihenfolge zu lesen, da ansonsten vieles verwirrend erscheinen könnte, da die Autorin Vorwissen voraussetzt.

Die Geschichte wird in der dritten Person aus der Sicht der Protagonistin Irene erzählt. Über Irene erfährt der Leser, wie auch über alle anderen Figuren, nicht sehr viel, sodass sie ziemlich blass blieben. Bei manchen hatte ich, nachdem sie ein paar Kapitel lang nicht erwähnt wurden, sogar Mühe, mich an sie zu erinnern, wenn sie dann wieder erwähnt wurden.

Die Handlung ist geradelinig aufgebaut, erschien mir aber stellenweise etwas zäh. Sehr viel passiert im Grunde nicht, weshalb das Buch meiner Ansicht nach auch gut um rund einen Drittel hätte gekürzt werden können, ohne das gross etwas gefehlt hätte. Während im ersten Band der Reihe die Literatur eine grosse Rolle spielte (wen wundert das beim Reihentitel "Die Bibliothekare"?), wird sie hier kaum je erwähnt. Das fand ich sehr schade, da für mich genau diese Mischung den Reiz des ersten Bandes ausgemacht hat.

Obschon ich mir von diesem Band mehr erwartet hatte, werde ich den dritten Band der Reihe, "Die flammende Welt", mit Sicherheit auch noch lesen. Dieses Mal sollte ich vielleicht weniger lange warten, bis ich mir die Fortsetzung zu Gemüte führe, ich war bei der Lektüre öfters unsicher, ob ich bestimmte Figuren bereits kennen sollte, da ich mich nicht mehr so genau an Band 1 erinnern konnte.

Mein Fazit

Leider fehlt der Literatur-Anteil







Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 35, ein Buch das 2016 erschienen ist


ABC-Challenge der Protagonisten

Kai = K männlich



Montag, 12. Juni 2017

[Hörbuch] Die Zahlen der Toten


Bildquelle

von Linda Castillo
übersetzt durch Helga Augustin
gelesen von Tanja Geke

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 21.12.2011
  • Aktuelle Ausgabe : 23.10.2013
  • Verlag : Argon
  • ISBN: 9783839891766
  • Audio CD: 13h 01
  • Sprache: Deutsch 

Hörprobe
Kaufen?


Bücher der Reihe:
Die Zahlen der Toten
Blutige Stille
Wenn die Nacht verstummt
Tödliche Wut
Teuflisches Spiel
Mörderische Angst
Grausame Nacht
Böse Seelen



Inhalt


Die verstümmelte Leiche der jungen Frau liegt auf einem schneebedeckten Feld. Ihr Mörder hat sie regelrecht abgeschlachtet und ihr eine römische Zahl in den Bauch geritzt. Fassungslos steht Kate Burkholder, die neue Polizeichefin im verschlafenen Painters Mill, Ohio, vor der grausig anmutenden Szenerie.
Kann es wahr sein? Ist der, den sie damals den »Schlächter« nannten, und der vor 16 Jahren mehrere junge Frauen auf bestialische Weise tötete, wieder zurück?
Für Kate steht jetzt alles auf dem Spiel: Sie muss den Mörder so schnell wie möglich finden. Doch dann muss sie auch ein Geheimnis preisgeben, das sie ihre Familie und ihren Job kosten könnte... 
(Quelle: Argon)


Meine Meinung


In Painters Mill wird ein Mordopfer gefunden, auf deren Körper eine Zahl eingeritzt ist. Die Polizeichefin Kate Burkholder wird dadurch an eine Mordserie vor vielen Jahren erinnert. Doch der damalige Täter kann unmöglich auch der heutige sein, das weiss Kate genau. Oder war damals doch alles anders, als Kate bis jetzt geglaubt hat?

Die Geschichte wird zu einem grossen Teil aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Kate Burkholder in der Gegenwart erzählt. Einige Szenen werden allerdings in der dritten Person geschildert, was ich stellenweise etwas verwirrend fand. Kate ist als Amish aufgewachsen, bevor sie sich mit 18 Jahren entschied, nicht der Glaubensgemeinschaft angehören zu wollen. Mit diesem Hintergrund eignet sie sich perfekt für den Job als Polizeichefin im kleinen Nest Painters Mill, Ohio, wo nicht nur Amische, sondern auch "Englische", also Nicht-Amische, leben. Kate hat als eine der Wenigen Einblick in beide Lebensweisen und kann daher auch gegenüber beiden Verständnis zeigen.

Kate hat, man möchte fast sagen natürlich, eine tragische Vergangenheit, die sie erst zu dem gemacht hat, was sie heute ist. Diese Vergangenheit hat auch grossen Einfluss auf den Fall, den sie in "Die Zahlen der Toten" lösen muss. Heutzutage scheint in praktisch jeder Krimireihe der Ermittler eine düstere Vergangenheit und ein paar Leichen im Keller zu haben, sodass dies nicht mehr aussergewöhnlich, sondern nur noch langweilig wirkt. Lediglich Kates Hintergrund als Amische, der ihr Denken bis heute beeinflusst, hebt sie von der grauen Masse der Krimi-Ermittler etwas ab.

Die Handlung verläuft ziemlich geradelinig und bietet kaum Überraschungen. Anstelle von echter Spannung arbeitet die Autorin Linda Castillo lieber mit Schreckmomenten und unappetitlichen grafischen Beschreibungen der Verletzungen der Mordopfer. So vermag "Die Zahlen der Toten" wohl Fans von Blut und Innereien zu begeistern, nicht aber Anhänger von psychologisch geschickt geführter Spannung. Dabei bleibt das Buch durchaus unterhaltsam, ich bezweifle jedoch, dass es mir lange im Gedächtnis bleiben wird.

Die Geschichte wird von Tanja Geke gelesen, die ihre Arbeit solide erledigt, aber die mittelmässige Handlung auch nicht retten kann.

Mein Fazit

Literarischer Fastfood. Durchaus bekömmlich, aber nicht überragend, und wohl schnell verdaut. 






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