Donnerstag, 29. September 2016

Chroniken der Unterwelt - City of Glass



Bildquelle

von Cassandra Clare
übersetzt durch Franca Fritz und Heinrich Koop

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.08.2009
  • Aktuelle Ausgabe : 01.01.2012
  • Verlag : Arena
  • ISBN: 9783401502625
  • Flexibler Einband 728 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


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Bücher der Reihe:
City of Bones
City of Ashes
City of Glass
City of fallen Angels
City of lost Souls
City of heavenly Fire


Inhalt


In Idris sind düstere Zeiten angebrochen. Als Valentin sein tödliches Dämonenheer zusammenruft, gibt es nur eine Chance, um zu überleben: Die Schattenjäger müssen ihren alten Hass überwinden und Seite an Seite mit den Schattenwesen in diesen Kampf ziehen. Um Clary vor der drohenden Gefahr zu schützen, würde Jace alles tun – doch dafür muss er sie erst einmal verraten …
(Quelle: Arena)


Meine Meinung


„City of Glass“ ist der dritte Teil der „Die Chroniken der Unterwelt“-Reihe und baut auf den vorhergehenden Bänden auf. Vorkenntnisse sind daher unbedingt nötig, die Reihe sollte in der vorgesehenen Abfolge gelesen werden.

Die Geschichte wird in der dritten Person abwechseln aus der Sicht der drei Protagonisten Clary, Jace und Simon erzählt. Die drei Figuren wurden in den beiden vorhergehenden Bänden schon vorgestellt, entwickeln sich aber in diesem Teil weiter; vor allem Simon verändert sich stark. Wie schon in den bisherigen Bänden war mir auch hier Jace am wenigsten sympathisch. Ich konnte sein Verhalten zwar über weite Teil hinweg nachvollziehen, dachte mir aber öfters, er solle doch mal sein Selbstmitleid sein lassen und etwas unternehmen. Clary handelt dafür für meinen Geschmack etwas zu oft und vor allem unbedacht. Die anderen Figuren, vor allem die Erwachsenen, bleiben aber auch in diesem Buch ziemlich blass und eindimensional.

Die Handlung von „City of Glass“ ist sehr umfangreich, die gut 700 Seiten sind prall gefüllt, reine Füllerszenen gibt es kaum – ungewöhnlich für einen „Mittelband“, der oft als „Strecker“ für eine Reihe dient. Allerdings werden einzelne Punkte etwas gar zu oft wiederholt, A erfährt es, der erzählt es B, der es wiederum C mitteilt... Ausserdem habe ich zwischendurch etwas den Überblick über all die verschiedenen Figuren verloren, die kurz eingeführt und bald danach schon wieder rausgeschrieben wurden... Dafür gibt es einige sehr überraschende Entwicklungen, die nicht nur die Protagonisten, sondern auch mich aus den Socken gehauen haben (mehr dazu will ich aus Spoilergründen nicht verraten). Nicht nur Actionfans kommen hier auf ihre Kosten, auch Freunde der Romantik erhalten die eine oder andere Szene zum schmachten.

Der Schreibstil der Autorin Cassandra Clare lässt sich wie gewohnt flüssig lesen, sodass der dicke Band in wenigen Tagen durchgelesen war.

Für Neueinsteiger ist der Band wie erwähnt nicht geeignet. Für Kenner der Reihe muss ich wohl keine explizite Empfehlung mehr aussprechen, wer sie mag, will sicher weiterlesen, wer sie nicht mag, der hat wohl keine Lust auf noch einen Band...

Mein Fazit


Überraschend viel Handlung für einen Mittelband. Viel Action hält die Spannung hoch.






Dienstag, 27. September 2016

Travis Delaney – Was geschah um 16:08?



Bildquelle

von Kevin Brooks
übersetzt durch Uwe-Michael Gutzschhahn

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 23.09.2016
  • Aktuelle Ausgabe : 23.09.2016
  • Verlag : dtv Verlagsgesellschaft
  • ISBN: 9783423717014
  • Flexibler Einband 336 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Der dtv Verlag und Vorablesen haben mir das Taschenbuch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


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Bücher der Reihe:
Was geschah um 16:08?
Wem kannst Du trauen?
Um Leben und Tod (erscheint am 14.10.2016)


Inhalt


War es wirklich ein Autounfall, bei dem seine Eltern, die als Detektive arbeiteten, starben? Als der dreizehnjährige Travis Delaney während der Beerdigung einen Mann mit einer versteckten Kamera erblickt, beschleichen ihn erste Zweifel. Kurz darauf wird das Detektivbüro seiner Eltern bei einem Straßenkampf verwüstet und der Mann mit der versteckten Kamera taucht dort unter falschem Namen auf. Nun ist Travis sicher: Der Tod seiner Eltern war kein Unfall. Er beginnt zu recherchieren – und kommt mysteriösen Vorfällen auf die Spur.
(Quelle: dtv)


Meine Meinung


Travis Delaneys Eltern sind Privatdetektive und verunglücken während Recherchen tödlich. Travis fällt es schwer, an einen Unfall zu glauben und beginnt, selbst Nachforschungen über den letzten Fall seiner Eltern anzustellen...

„Was geschah um 16:08?“ bildet den Auftakt zur Jugend-Krimi-Trilogie um den dreizehnjährigen Travis Delaney, der seit wenigen Tagen Vollwaise ist und bei seinen Grosseltern lebt (und zufälligerweise am selben Tag Geburtstag hat wie ich). Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive von Travis in der Vergangenheit erzählt. Über Travis erfährt der Leser trotz der gewählten Perspektive nicht sehr viel, lediglich dass er boxt und schlecht Schach spielt, wird klar. Allerdings passt das sehr gut ins gewählte Setting, da so kurz nach dem Tod seiner Eltern fast alle seiner Gedanken und Gefühle auf den Unfall und dessen Ursachen fokussiert sind. Hätte Travis in dieser Situation dem Leser von seinen Hobbies, Lieblingsbands und Freunden in der Schule erzählt, wäre mir das wohl eher unpassend vorgekommen. Wie bei der Ich-Perspektive so üblich erfährt man über die anderen Figuren nur das, was der Protagonist über sie denkt oder direkt wahrnimmt, sie bleiben daher eher blass. Etwas deutlicher sind lediglich Travis' Grossvater und seine Uroma Nora gezeichnet.

Die Handlung erscheint zunächst sehr geradelinig aufgebaut, enthält aber im Laufe der Geschichte doch einige überraschende Kniffe, sodass die Spannung immer hoch bleibt und weder Travis noch der Leser jeweils genau wissen, was vor sich geht und wem sie vertrauen können. Die Handlug ist mehr oder weniger in sich abgeschlossen, bleibt aber zum Ende hin offen genug, um Lust auf den nächsten Teil zu machen.

Der Schreibstil des Autors Kevin Brooks lässt sich flüssig lesen und zog mich sofort in die Geschichte hinein, auch wenn mir einige etwas holprige Stellen und unnötige Wiederholungen aufgefallen sind (was natürlich auch an der Übersetzung liegen könnte). Das Buch richtet sich mit dem erst dreizehnjährigen Protagonisten klar an ein jugendliches Publikum, aber wie man bei mir sieht können sich auch Erwachsene gut damit unterhalten.

Mein Fazit

Spannender Auftakt in die Jugend-Krimi-Reihe, die sich auch für Erwachsene eignet. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil.




Rezensionsexemplar



Samstag, 24. September 2016

Goddess of Poison – Tödliche Berührung


Bildquelle

von Melinda Salisbury
übersetzt durch A.M. Grünewald

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 19.09.2016
  • Aktuelle Ausgabe : 19.09.2016
  • Verlag : bloomoon
  • ISBN: 9783845815138
  • Fester Einband 352 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Der Bloomoon Verlag und Vorablesen haben mir das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


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Inhalt


Die siebzehnjährige Twylla ist kein Mädchen wie jedes andere: Sie ist die Verkörperung der Großen Göttin und wird als solche im ganzen Land verehrt - außerdem ist es ihr bestimmt, einmal den Kronprinzen zu heiraten. Doch ihr göttliches Schicksal bringt auch eine schreckliche Verpflichtung mit sich: Jeden Monat muss sie tödliches Gift trinken, gegen das nur sie, als göttliche Inkarnation, immun ist. Doch jeder, der Twylla berührt, wird von dem Gift infiziert und stirbt.

Twylla ist der einsamste Mensch der Welt. Wer kann schon ein Mädchen lieben, das regelmäßig Verbrecher und Verräter durch seine Berührung hinrichtet? Vor der alle erschrocken zurückweichen, sobald sie einen Raum betritt? Sogar der Kronprinz, der ja einmal ihr Mann werden soll, meidet sie. Doch alles ändert sich, als Twylla ein neuer Wächter zur Seite gestellt wird. Mit frechem Grinsen und unangemessenen Bemerkungen zieht der junge Mann alles, woran Twylla geglaubt hat, in Zweifel. Ist ihre Heirat mit dem Prinzen wirklich vom Schicksal vorherbestimmt? Ist sie tatsächlich die Verkörperung einer Gottheit? Und nicht zuletzt: Was hat es mit dem schrecklichen Gift auf sich, das auf alle, außer auf Twylla, eine tödliche Wirkung hat?

Nach und nach deckt Twylla mit Hilfe ihres charmanten Beschützers eine mörderische Intrige auf, die die Grundfesten des gesamten Landes Lormere ins Wanken bringt …
(Quelle: Bloomoon)


Meine Meinung


Twylla ist die Inkarnation der Tochter der Götter, und mit ihrer Berührung vergiftet sie jeden, der nicht zur Königsfamilie gehört und damit auch von göttlichem Blut ist. Schon bald soll sie den Prinzen Merek heiraten, doch bis dahin kann noch viel geschehen…

Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive von Twylla in der Gegenwart erzählt. Durch diese Erzählweise erhält der Leser zwar viel Einblick in die Gedanken und Gefühle der Protagonistin, über die anderen Figuren erfährt man jedoch nur wenig. Twylla war mir nicht unsympathisch, jedoch schien sie sich etwas gar wenig Gedanken über „Gott und die Welt“ zu machen und erschien mir sehr naiv.

Die Handlung braucht sehr lange, bis sie anläuft. Erst deutlich nach der Mitte des Buches kommen die Ereignisse ins Rollen. Über rund 200 Seiten baut die Autorin Melinda Salisbury ihre Welt auf und führt die Figuren ein, bevor dann auch mal etwas geschieht. Leider ist das wenige, das dann wirklich passiert, recht vorhersehbar, sodass der Leser kaum überrascht wird.

Die Geschichte spielt in einer mittelalterlich angehauchten Welt (in Innenumschlag gibt es auch noch eine hübsche Karte dazu), vielleicht liegt es daran, dass ich bei einzelnen Figuren, vor allem bei der Königin, öfters an „Game of Thrones“ denken musste. Ich möchte hier aber keine zu starken Parallelen zur bekannten Buchreihe/Fernsehserie ziehen, ausser einem ähnlichen Setting und teilweise vergleichbar intriganten Figuren sind keine Gemeinsamkeiten erkennbar.

Anhand des Klappentextes hatte ich einen Fantasyroman erwartet, die Fantasy-Anteile von „Goddess of Poison“ sind jedoch sehr gering. Daher wird dieses Buch wohl eher Leser von mehr oder weniger historisch angehauchten Romanen ansprechen als wirkliche Fantasyfans.

Der Schreibstil der Autorin Melinda Salisbury lässt sich flüssig lesen, erschien mir stellenweise aber etwas langatmig. Offenbar hat die Autorin bereits zwei weitere Bände in dieser Welt geschrieben oder zumindest geplant, sodass „Goddess of Poison“ den Auftakt einer Trilogie bildet.

Mein Fazit

Etwas wenig Handlung für meinen Geschmack.





Rezensionsexemplar



Donnerstag, 22. September 2016

Theo Boone und der unsichtbare Zeuge


Bildquelle

von John Grisham
übersetzt durch Imke Walsh-Araya

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 10.11.2010
  • Aktuelle Ausgabe : 08.10.2012
  • Verlag : Heyne
  • ISBN: 9783453409330
  • Flexibler Einband 288 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


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Bücher der Reihe:
Theo Boone und der unsichtbare Zeuge
Theo Boone und das verschwundene Mädchen
Theo Boone - Unter Verdacht
Theo Boone - Der Überfall


Inhalt


Theo Boone, Anwaltssohn mit ausgeprägtem Sinn für Recht und Gerechtigkeit, löst die schwierigsten Fälle – und er ist erst dreizehn! Als in seinem Heimatstädtchen Strattenburg, Louisiana, ein aufsehenerregendes Verbrechen geschieht, ist Theo wie elektrisiert – nun endlich kann er aus nächster Nähe einen großen Prozess verfolgen. Es scheint das perfekte Verbrechen zu sein, und schnell zeichnet sich ab, dass der Angeklagte seiner gerechten Strafe entkommen wird. Doch niemand hat mit Theo gerechnet: Er allein weiß, dass es einen Augenzeugen gibt – und er hat eine so geniale wie gefährliche Idee …
(Quelle: Heyne)


Meine Meinung


Der dreizehnjährige Theo Boone, Sohn zweiter Rechtsanwälte, kann es kaum erwarten, selbst als Anwalt arbeiten zu dürfen. Seinen Freunden hilft er gerne bei rechtlichen Problemen aller Art und mischt sich dabei auch mal in einen Mordprozess ein…

„Theo Boone und der unsichtbare Zeuge“ ist der erste von mittlerweile fünf Krimis um den Schüler Theo Boone, geschrieben vom bekannten Rechtsanwalt und Thrillerautor John Grisham. Die Geschichte wird in der dritten Person aus der Sicht des Teenagers Theo erzählt, der gerne Anwalt (oder wahlweise auch Richter) werden möchte und einen grossen Teil seiner Freizeit im Gericht verbringt. Sehr viel mehr erfährt man als Leser jedoch nicht über ihn, und auch die anderen Figuren bleiben eher blass. Vor allem durch seine Perfektheit wirkt Theo langweilig: sympathisch, beliebt, gut in der Schule, hilfsbereit, einfach zu schön um wahr zu sein.

Die Handlung ist relativ einfach und geradelinig aufgebaut und richtet sich eindeutig an ein junges Publikum, das sich Krimis nicht gewohnt ist. Für krimierfahrene Leser wie mich ist „Theo Boone und der unsichtbare Zeuge“ etwas zu simpel aufgebaut, um wirklich spannend zu sein. Zudem werden einige Handlungsstränge angedeutet, die sich am Schluss einfach in Luft auflösen. Vielleicht werden sie in den späteren Bänden der Reihe wieder aufgegriffen, aber so liessen mich diese losen Enden etwas unbefriedigt zurück. Auch die vielen Erklärungen auf einem sehr tiefen Level (was ist eine Zwangsvollstreckung; was passiert während einer Gerichtsverhandlung etc.) richten sich klar an ein unerfahrenes Publikum.

Der Schreibstil von Jon Grisham erschien mir hier etwas zäh und steif, besonders die Dialoge erschienen mir recht hölzern. Es ist schon Jahre her, dass ein anderes John Grisham Buch gelesen habe, daher kann ich nicht beurteilen, ob dies nur hier der Fall ist (vielleicht liegt es ja auch am Übersetzer?), oder ob mich sein Schreibstil einfach nicht wirklich packt.

Mein Fazit

Merklich an ein relativ junges und unerfahrenes Publikum gerichtet. 







Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 51, ein Wanderbuch, ein Buch, das Du einer Wanderbuchkiste entnommen hast, ein Buch aus einem öffentlichen Bücherschrank oder ein Buch, das über Bookcrossing zu Dir gefunden hat.
Das Buch habe ich aus dem öffentlichen Bücherschrank am Strandboden in Biel. 

Dienstag, 20. September 2016

Die Wahrheit



Bildquelle

von Melanie Raabe

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 29.08.2016
  • Aktuelle Ausgabe : 29.08.2016
  • Verlag : btb
  • ISBN: 9783442754922
  • Flexibler Einband 352 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Der btb Verlag und Vorablesen haben mir das Taschenbuch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!



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Inhalt


Vor sieben Jahren ist der reiche und zurückgezogen lebende Geschäftsmann Philipp Petersen während einer Südamerikareise spurlos verschwunden. Seither zieht seine Frau Sarah (37) den gemeinsamen Sohn alleine groß. Doch dann erhält Sarah wie aus heiterem Himmel die Nachricht, dass Philipp am Leben ist. Die Rückkehr des vermeintlichen Entführungsopfers löst ein gewaltiges Medieninteresse aus. Sarah hat zwiespältige Gefühle, nach all der Zeit verständlich. Sie hat eine harte Zeit hinter sich. Gerade war sie dabei, sich von der Vergangenheit zu lösen. Ihr Ehemann taucht, wenn man so will, zur Unzeit auf. Was wird werden? Gibt es eine gemeinsame Zukunft? Sie ist auf alles vorbereitet, nur auf das eine nicht: Der Mann, der aus dem Flugzeug steigt, ist nicht der, als der er sich ausgibt. Es ist nicht ihr Ehemann. Es ist ein Fremder – und er droht Sarah: Wenn sie ihn jetzt bloßstelle, werde sie alles verlieren: ihren Mann, ihr Kind, ihr ganzes scheinbar so perfektes Leben …
(Quelle: btb)


Meine Meinung


Nach sieben Jahren Abwesenheit kehrt Sarahs angeblich entführter Mann Philipp zurück. Doch Sarah ist sich sicher, diesen Mann noch nie vorher gesehen zu haben. Wer ist der Mann, der sich als Philipp ausgibt, und was will er von Sarah?

Die Geschichte wird von Sarah in der Ich-Perspektive in der Gegenwart erzählt, später dann auch unter der Überschrift „Der Fremde“ vom angeblichen Philipp. Durch die Perspektive erhält der Leser einen genauen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der beiden Protagonisten, dabei bleiben jedoch die anderen Figuren ziemlich blass. Trotz der genauen Einblicke erschien mir das Verhalten der beiden Protagonisten über weite Strecken hinweg nicht wirklich nachvollziehbar, sodass ich Mühe hatte, mich in sie hineinzufühlen. So wird Sarah durchgehend als starke, selbstbewusste Frau beschrieben, ich konnte sie als Leserin jedoch nur als hysterisches Nervenbündel kennenlernen, während ich über den zweiten Protagonisten trotz Ich-Perspektive kaum etwas erfuhr, respektive sich vieles im Laufe des Buches als Irrtum oder gar Lüge entpuppte.

Die Handlung ist nicht besonders umfangreich, sodass auch nicht wirklich viel Spannung aufkommt. Was aber vollkommen überzeugt ist die beklemmende Stimmung, die bei „Philipps“ Ankunft am Flughafen beginnt und immer weiter aufgebaut wird. Wie Sarah weiss auch der Leser nie, was ihn in den nächsten Minuten erwartet. Dieser Aspekt hat meine Wertung deutlich nach oben gezogen.

Der Schreibstil der Autorin Melanie Raabe lässt sich flüssig lesen, jedoch haben mich die vielen Anspielungen, die erst viel später aufgeklärt werden, teilweise dann doch genervt. Zudem werden manche Passagen so oft wiederholt, ohne aufzuklären, worum es dabei eigentlich geht, dass sie mich nur noch gelangweilt haben. Der Anfang des Buches bis zu dem Moment, in dem „Philipp“ zurückkehrt, erschien mir recht zäh, sodass ich mich regelrecht durchkämpfen musste. Auch die Auflösung konnte mich nicht überzeugen, sondern liess mich recht unbefriedigt zurück. Die Bezeichnung „Thriller“ ist in meinen Augen nicht wirklich zutreffend, ich würde „Die Wahrheit“ eher als „Psychodrama“ bezeichnen.

Mein Fazit

Schön beklemmend, aber die Spannung fehlt.






Rezensionsexemplar


Samstag, 17. September 2016

Sieben minus eins


Bildquelle

von Arne Dahl
übersetzt durch Kerstin Schöps

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.08.2016
  • Aktuelle Ausgabe : 01.09.2016
  • Verlag : Piper
  • ISBN: 9783492057707
  • Flexibler Einband 416 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Der Piper Verlag und Vorablesen haben mir das Taschenbuch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


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Inhalt


Als er die Blutspuren in dem labyrinthischen Kellerverlies findet, ist sich Kriminalkommissar Sam Berger sicher: Das unerklärliche Verschwinden der jungen Frau steht mit früheren Fällen in Verbindung, es muss weitere Opfer desselben Täters geben. Nur fehlt von denen jede Spur. Mit seiner waghalsigen Theorie von einem Serientäter steht Sam Berger alleine da und gerät bald von mehreren Seiten unter Beschuss. Allan, sein Chef, hat wenig Verständnis für Bergers riskante Einzelgänge und droht, ihn zu feuern. Dann entdeckt Sam Berger Spuren. Spuren, die nur er verstehen kann, gelegt von einem Menschen, der ihn allzu gut zu kennen scheint. Sie führen ihn zu einem verlassenen alten Bootshaus und von dort zu einer längst verloren geglaubten Erinnerung. Tief verborgen in Bergers Vergangenheit gibt es etwas, das ihn mit den brutalen Verbrechen verbindet. Etwas, das lange Zeit keine Bedeutung zu haben schien, und das der Täter jetzt mit gutem Grund ans Licht holt. 
(Quelle: Piper)


Meine Meinung


Im Entführungsfall Ellen ist Kommissar Sam Berger entgegen seinem Vorgesetzten davon überzeugt, es mit einem Serienmörder zu tun zu haben. Kann er die Fünfzehnjährige retten, bevor auch sie stirbt, oder bringt er nur seine Karriere in Gefahr?

Mit „Sieben minus eins“ beginnt der Autor Arne Dahl eine neue Buchreihe. Zumindest gehe ich anhand der Verlagsbeschreibung, wonach dies der erste Krimi um die Ermittler Berger und Blom sei, davon aus, dass weiter Bände geplant sind. Vorkenntnisse sind daher keine nötig, der Band eignet sich ideal zum Einstieg in das Werk des Autors.

Die Geschichte wird grösstenteils in der dritten Person aus der Sicht von Sam Berger erzählt, unterbrochen durch kurze Passagen in der Ich-Perspektive in der Gegenwart, bei denen der Erzähler erst im Laufe der Geschichte bekannt wird. Berger ist eine Figur mit Ecken und Kanten, bei dem ich trotz einer gewissen Sympathie lange nicht alle seine Verhaltensweisen nachvollziehen oder gutheissen konnte. So versteckt er öfters Ermittlungsresultate vor seinen Kollegen und riskiert so, dass der Täter verspätet gefunden wird (oder die Ermittlungen vor Gericht nicht standhalten), ohne dass ich nachvollziehbare Gründe für sein Vorgehen erkennten konnte. Über Molly Blom, die zweite Protagonistin, die man aber erst nach einer gewissen Zeit kennenlernt, erfährt der Leser nicht besonders viel. Gewisse Punkte ihres Lebens werden zwar angesprochen, der Mensch hinter dem Erlebten blieb für mich jedoch nicht fassbar.

Die Handlung ist spannend und komplex aufgebaut, auch wenn dem Leser kaum Anhaltspunkte zum Miträtseln geliefert werden. Zunächst war ich recht enttäuscht, da der Täter und sein Motiv schon in der Mitte des Buches bekanntgegeben werden, „Sieben minus eins“ bliebt aber durch die Jagd nach dem gesuchten dennoch bis zum Schluss spannend. Das Buch wird durch den Verlag als Kriminalroman bezeichnet, für mich fühlte es sich aber mehr wie ein Thriller an, inklusive dem obligaten Showdown am Ende, im den der Protagonist in Lebensgefahr schwebt (auch wenn dieser Showdown für meinen Geschmack etwas kurz geraten ist).

Auch wenn mir die Protagonisten nicht zu 100% sympathisch waren, hat mich „Sieben minus eins“ von Anfang bis zum Schluss mitgerissen und ich freue mich schon auf den nächsten Fall von Berger und Blom.

Mein Fazit

Trotz früher Bekanntgabe des Täters spannend bis zum Schluss.







Rezensionsexemplar


Donnerstag, 15. September 2016

Die Stadt der träumenden Bücher




Bildquelle

von Walter Moers

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.09.2004
  • Aktuelle Ausgabe : 01.04.2006
  • Verlag : Piper
  • ISBN: 9783492246880
  • Flexibler Einband 480 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


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Bücher der Reihe:
Die Stadt der träumenden Bücher 
Das Labyrinth der träumenden Bücher


Inhalt


Der junge Dichter Hildegunst von Mythenmetz erbt ein makelloses Manuskript, dessen Geheimnis er ergründen möchte. Die Spur weist nach Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher … Walter Moers entführt uns in das Zauberreich der Literatur, wo Bücher nicht nur spannend oder komisch sind, sondern auch in den Wahnsinn treiben oder sogar töten können. Nur wer bereit ist, derartige Risiken in Kauf zu nehmen, möge dem Autor folgen. Allen anderen wünschen wir ein gesundes, aber todlangweiliges Leben!
(Quelle: Piper)


Meine Meinung


Der junge Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz macht sich in Zamoniens Bücherhauptstadt Buchhaim auf die Suche nach dem Autoren eines geheimnisvollen Manuskripts, das die Literatur revolutionieren soll.

„Die Stadt der träumenden Bücher“ ist der vierte Band der „Zamonien-Reihe“ von Walter Moers. Da die Bücher aber grösstenteils in sich abgeschlossene Geschichten umfassen, sind Vorkenntnisse zum Verständnis nicht zwingend nötig, auch wenn teilweise aufEreignisse aus früheren Bänden angespielt wird. Was aber unbedingt vorausgesetzt wird ist ein offen er Geist. In Walter Moers Romanen trifft man immer wieder auf sehr absurde Situationen und Figuren, die man nicht hinterfragen darf sondern einfach akzeptieren muss, wenn man das Buch geniessen will.

Die Geschichte wird von Protagonisten (und offiziellen Autoren des Buchs) Hildegunst von Mythenmetz in der Ich-Perspektive erzählt, wobei er den Leser ab und zu auch direkt anspricht. Das Schriftbild ist auffällig gestaltet, je nach Situation werden unterschiedliche Schriftarten verwendet und immer wieder finden sich Fussnoten als Anmerkungen des „Übersetzers“ Walter Moers. Aufgelockert wird das Ganze durch viele Illustrationen, sodass man sich die beschriebenen „Wesenheiten“ nicht nur vorstellen muss, sondern auch direkt betrachten kann.

Der Schreibstil von Walter Moers wirkt wohl sehr polarisierend, entweder man mag ihn sehr, oder man kann ihn nicht ausstehen. Er schreibt sehr blumig, benutzt ausschweifende Erklärungen und Beschreibungen, die stellenweise etwas nervig werden kann, wenn er vom hundertsten ins tausendste kommt, und wirft mit erfundenen Wörtern um sich, die den Lesefluss teilweise etwas stören, da immer wieder in den Fussnoten nachgeschaut oder zumindest überlegt werden muss, was hier nun gemeint sein könnte. Zudem sind viele seiner Sätze mindestens so lang wie mein vorhergehender ;-) Wer sich aber auf den speziellen Schreibstil einlassen kann, wird mit einer herrlich skurrilen Abenteuergeschichte belohnt, in der es alle paar Seiten über eine neue Überraschung zu staunen und zu lachen gibt.

Ich möchte hier aber auch betonen, dass das Buch mehr von seinen Figuren als von der Handlung lebt. Diese ist recht geradlinig und ziemlich geruhsam, teilweise etwas sehr in die Länge gezogen und nicht aussergewöhnlich spannend sondern eher eintönig. Wer ein nervenaufreibendes Fantasyabenteuer erwartet, wird mit diesem Buch wohl enttäuscht.

Mein Fazit

Herrlich skurriler, wenn auch recht gewöhnungsbedürftiger Schreibstil.






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