Samstag, 25. März 2017

Es klingelte an der Tür


Bildquelle

von Rex Stout
übersetzt durch Conny Lösch

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 11.03.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 11.03.2017
  • Verlag : Klett-Cotta
  • ISBN: 9783608981117
  • Fester Einband 248 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Der Klett-Cotta Verlag und Vorablesen haben mir das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


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Inhalt


Die reiche Exzentrikerin Rachel Bruner hat die Nase voll vom amerikanischen Geheimdienst. Sie kauft zehntausend Exemplare eines Enthüllungsbuchs und verschickt es landesweit. Klar, dass das Ärger gibt: Das FBI lässt sie auf Schritt und Tritt überwachen. In ihrer Not wendet sich die vornehme Dame an Nero Wolfe, den berühmtesten Privatermittler von New York. Doch wie soll der ihr helfen? Sein Gegenspieler ist immerhin kein Geringerer als J. Edgar Hoover. Ein Scheck über 100 000 Dollar überzeugt ihn, es zumindest zu versuchen. Da kommt ihm ein Mordfall an einem Journalisten sehr gelegen ...
(Quelle: Klett-Cotta)


Meine Meinung


Der Privatdetektiv Nero Wolfe wird beauftragt, eine Klientin vor der Beschattung durch das FBI zu „retten“. Zeitgleich wird ein Journalist ermordet, bei dem die Spuren ebenfalls auf das FBI hindeuten. So steht Wolfe dem wohl grössten Gegener gegenüber, den die USA zu bieten haben: dem Staat.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Nero Wolfes Assistenten Archie Goodwin erzählt. Wieso eigentlich Nero der grosse Held und berühmte Detektiv sein sollte, habe ich während der Lektüre nicht wirklich verstanden. Die ganze Arbeit wird im Grunde von Archie erledigt, während Nero zu Hause rumsitzt, seine Orchideen pflegt und Leute anblafft. Mehr Eigenschaften als „unfreundlich“ scheint Wolfe kaum aufzuweisen, auch Archie bleibt blass. Vom „bösen Gegner“ wird mehr gesprochen, als dass er tatsächlich auftaucht, und wenn, dann auch nur mit blassen, nichtssagenden Figuren.

Die Handlung ist ziemlich verwirrend und ich muss zugeben, dass ich bis zum Schluss nur am Rande verstanden habe, worum es eigentlich geht. Viele Fragen wurden meines Erachtens nicht beantwortet. Oder habe ich die Antworten schlicht übersehen? Jedenfalls sollte das Buch mit grosser Konzentration gelesen werden, wer es nur so nebenher überfliegt, wird wohl die Hälfte der Handlung verpassen. Nachdem ich dann das Nachwort gelesen hatte, wurde mir immerhin einiges klarer, da der Autor seine Geschichte stark in das damals aktuelle Umfeld eingebunden hatte, was im Nachwort auch erklärt wird. Wer alles verstehen will, sollte sich daher vor der Lektüre am besten über die politische und allgemeine Situation der USA in der Mitte der 1960er schlau machen.

Leider las sich der Krimi nicht nur komplex, sondern auch ziemlich zäh, sodass ich für das doch recht dünne Buch mit weniger als 250 Seiten etwa doppelt so lange brauchte, wie ich im Voraus erwartet hätte. Man sollte sich daher für die Lektüre nicht nur genügend Konzentration, sondern auch ausreichend Zeit einplanen.

Als Fan von klassischen Krimis habe ich sehr auf das Buch vom mir bisher unbekannten Autoren Rex Stout gefreut, aber leider kann mich der Autor weder mit interessante Charakteren, spannenden Wendungen oder wenigstens aussergewöhnlichen Ermittlungsmethoden (der Mordfall wird schlussendlich durch einen einzigen Satz aufgelöst) locken. So hat mich der Krimi eher enttäuscht.

Mein Fazit

Recht zäh und ziemlich verwirrend.






Lovelybooks Themenchallenge

Aufgabe 4, ein Buch eines bereits verstorbenen Autors


ABC-Challenge der Protagonisten

Nero = N männlich


Rezensionsexemplar



Mittwoch, 22. März 2017

Wenn alle Hoffnung vergangen


Bildquelle

von Alexander Hartung

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 26.05.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 26.05.2015
  • Verlag : Amazon Publishing
  • ISBN: 9781503906853
  • E-Buch Text 290 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


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Bücher der Reihe:
Bis alle Schuld beglichen
Vor deinem Grab
Wenn alle Hoffnung vergangen
Die Erinnerung so kalt
Was verborgen bleiben sollte (erscheint am 25. April 2017)


Inhalt


Kommissar Tommens Kneipenaufenthalt wird jäh beendet, als er zu einem Tatort gerufen wird. Der Pharma-Manager Isak Neumann ist über die Brüstung seines Penthouses in den Tod gestürzt. Am Tatort entdeckt Jan auf den Überwachungsbändern einen unbekannten Eindringling: Bernard Durand, der wegen Körperverletzung an Isak Neumann eine zweijährige Haftstrafe absitzen musste. Die Fahndung nach Durand ist nur wenige Stunden alt, als sich der Gesuchte auf der Wache stellt – er bestreitet jedoch, der Mörder zu sein.
Die Ermittlungen werden ausgeweitet und es tauchen immer mehr Spuren auf, die zu einem mysteriösen Projekt namens PERV9 führen. Als Jan die finsteren Hintergründe dieses Projekts aufdecken möchte, gerät er selbst in die Schusslinie.
Und dann erreicht ihn auch noch der Hilferuf eines verschollenen Mitglieds des Ermittlerteams.
(Quelle: Amazon)


Meine Meinung


„Wenn alle Hoffnung vergangen“ ist der dritte Band der Thriller-Reihe um den Berliner Polizisten Jan Tommen und sein Team. Vorkenntnisse sind zum Verständnis nicht zwingend nötig, ich empfehle aber dennoch, die Bücher in der Erscheinungsreihenfolge zu lesen, da das Verhältnis zwischen den Figuren so besser verständlich wird.

Die Geschichte wird aus wechselnder Perspektive erzählt, für jede Szene hat sich der Autor Alexander Hartung eine Figur herausgepickt und schildert die Szenen aus deren Sicht. Auf das Gefühlsleben der einzelnen Figuren geht er aber nicht näher ein, mehr als ein „er war müde“ oder „sie fürchtete sich nicht“ wird nicht preisgegeben. Die Bücher der Reihe leben daher mehr von der Handlung und der Interaktion der Figuren als von den Charakteren an sich.

Die Handlung besteht zunächst aus zwei Strängen, von denen einer in Berlin, der andere jedoch in Mannheim spielt. Erst im Laufe der Geschichte wird klar, wie die Stränge zusammenhängen. Die Geschichte ist ziemlich komplex, mehrfach hatte ich etwas Schwierigkeiten, genau zu durchschauen wer da mit wem was, wie und warum angestellt hat. Auch die vielen Figuren, die teilweise leider blosse Namen blieben, waren etwas schwer zu unterscheiden. Dafür wird der „Bösewicht“ schon enttäuschend früh verraten, ein Grossteil der Handlung dreht sich um die Beweisbeschaffung.

Der Schreibstil ist eher einfach gehalten, trotz einiger Schreibfehler (in der Kindle-Version) liess sich das Buch flüssig lesen. Mich hat der Thriller gut unterhalten, hohe Literatur darf aber nicht erwartet werden.

Mein Fazit

Spannende, komplexe Handlung mit leider ziemlich blassen, klischeehaften Figuren. 








Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 1, ein Buch mit einem überwiegend blauen oder lilafarbenen Cover


ABC-Challenge der Protagonisten

Jan = J männlich

Montag, 20. März 2017

[Hörbuch] Todesurteil


Bildquelle

von Andreas Gruber
gelesen von Achim Buch

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 16.02.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 16.02.2015
  • Verlag : Der Hörverlag
  • ISBN: 9783844515756
  • Audio-Download: 13h 20
  • Sprache: Deutsch 


Hörprobe
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Bücher der Reihe:
Todesfrist
Todesurteil
Todesmärchen
Todesreigen (erscheint am 21.08.2017)



Inhalt


In Wien verschwindet die zehnjährige Clara. Ein Jahr später taucht sie völlig verstört an einem nahen Waldrand wieder auf. Ihr gesamter Rücken ist mit Motiven aus Dantes "Inferno" tätowiert – und sie spricht kein Wort. Indessen nimmt der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder an der Akademie des BKA für hochbegabten Nachwuchs mit seinen Studenten ungelöste Mordfälle durch. Seine beste Schülerin Sabine Nemez entdeckt einen Zusammenhang zwischen den Fällen – und das Werk des raffinierten Killers ist noch lange nicht beendet. Seine Spur führt nach Wien – wo Clara die einzige ist, die den Mörder je zu Gesicht bekommen hat …
(Quelle: Hörverlag)


Meine Meinung


Sabine Nemez kann sich einen langjährigen Traum erfüllen und eine Ausbildung beim BKA unter dem Profiler Maarten S. Sneijder beginnen. Zur gleichen Zeit taucht in Wien die kleine Clara auf, die über ein Jahr verschwunden war.

„Todesurteil“ ist der zweite Band der Buchreihe um Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder. Die Bücher können auch unabhängig voneinander gelesen werden, in diesem Band wird alles Wichtige, das man zum Verständnis aus dem vorherigen Band wissen sollte, noch einmal wiederholt.

Die Geschichte wird aus wechselnder Perspektive erzählt, hauptsächlich aus der Sicht der BKA-Beamtin Sabine Nemez und der Staatsanwältin Melanie Dietz. Aber auch andere Personen kommen zwischendurch zu Wort. Über die Figuren erfährt der Leser nicht allzuviel, man verfolgt in erster Linie ihre Handlungen, erfährt aber nur selten, was dabei in ihnen vorgeht. Daher bleiben die Charaktere eher blass (ja, selbst der exzentrische Sneijder).

Die Handlung besteht aus mehreren Strängen, deren Zusammenhang erst im Laufe der Geschichte klar wird. Zu Beginn begleiten wir Sabine bei ihrer Ausbildung im BKA sowie Melanie in Wien, die das Verschwinden (und Wiederauftauchen) eines kleinen Mädchens aufklären will. Die Erzählung wechselt zwischen den beiden Strängen hin und her, wobei ich öfters etwas Mühe hatte, den Szenenwechsel mitzubekommen und dann die ersten paar Sätze etwas verwirrt war. Vielleicht ist das in der geschriebenen Version, wo die Wechsel durch neue Abschnitte oder gar Kapitel gezeigt werden können, weniger auffällig als in der Hörbuchversion, wo die Geschichte bei Szenenwechseln ohne erkennbare Pause weitererzählt wurde.

Grundsätzlich ist die Handlung spannend gehalten, leider wird sie nach einer Weile ziemlich vorhersehbar. Der Täter und das Motiv werden dem Leser schon ziemlich früh geradezu aufs Auge gedrückt. Um doch noch etwas Überraschung hineinzubringen, kommen dann noch eine oder zwei Wendungen respektive Enthüllungen dazu, die ich aber nur noch konstruiert und „too much“ fand. Kommissar Zufall musste hier offenbar Zusatzschichten schieben… Auch dieser Band enthält einige Logiklöcher und missachtet grundsätzliche rechtsstaatliche Regeln wie beispielsweise den zwingenden Ausstand in der Strafverfolgung bei einer persönlichen Verbindung zu Täter oder Opfer. Der Autor lässt seine Protagonisten als Vertreter der Strafverfolgung zudem reihenweise Straftaten begehen, ohne dass dies Folgen für sie selbst oder die Aufklärung des Falles hätte. Für eine Juristin wie mich besonders schmerzhaft, aber ich konnte glücklicherweise darüber hinwegsehen und mich trotzdem an der unterhaltsamen Geschichte erfreuen.

Der Schreibstil des Autors Andreas Gruber ist flüssig gehalten, enthält aber für meinen Geschmack zu viele Wiederholungen. Ähnliche Situationen werden mit dem immer gleichen Wortlaut beschrieben (Maarten S. Sneijder wird sauer, wenn er Maarten Sneijder ohne S, genannt wird, Leichenhallenlächeln etc.), sodass ich nun nach dem zweiten Band der Reihe direkt hintereinander teilweise schon fast mitsprechen konnte. Auch dieser Band enthält wieder einige ziemlich unappetitliche Szenen, sodass ich ihn empfindlichen Lesern nicht empfehlen kann.

Der Sprecher Achim Buch machte seine Sache auch hier wieder überzeugend und hat den Text ansprechend vorgelesen. Die Figuren lassen sich in den Dialogen gut unterscheiden, ohne übertreiben oder verstellt zu klingen.

Mein Fazit

Etwas gar konstruierte Handlung, aber dennoch spannend.






Freitag, 17. März 2017

Der letzte Überlebende


Bildquelle

von Sam Pivnik
übersetzt durch Ulrike Strerath-Bolz

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.03.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 01.03.2017
  • Verlag : Theiss, Konrad
  • ISBN: 9783806234787
  • Fester Einband 304 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Der Konrad Theiss Verlag und Vorablesen haben mir das Taschenbuch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!



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Inhalt


Holocaust-Überlebender Sam Pivnik lebte mit seiner Familie in einem oberschlesischen Städtchen, der Vater war Schneider und stopfte den Leuten die Hosen. Sam war gerade mal 13 Jahre alt, als die Nazis in Polen einmarschierten. Während das Städtchen ein Ghetto wurde, war der Junge, der damals noch »Szlamek« hieß, mittendrin. Er überlebte, auch den Todesmarsch nach Auschwitz, die Selektion durch Mengele, die Zwangsarbeit, den Schiffbruch auf der Cap Arcona. All das erlebte Sam in den kurzen Jahren seiner Kindheit und Jugend. Vierzehn Mal entging er dem Tod. Am Ende war er der einzige Überlebende seiner Familie.

Der Krieg ließ keine Möglichkeit, an ein Morgen zu denken. Und wen interessierte nach dem Krieg das Gestern? Am Ende seines unglaublichen Lebens gelingt es Pivnik, einem der letzten Überlebenden von Auschwitz, darüber zu sprechen.
(Quelle: Theiss)


Meine Meinung


Szlamek Pivnik feiert gerade seinen dreizehnten Geburtstag, als die Wehrmacht 1939 in Polen einmarschiert. In der Folge verliert seine jüdische Familie immer mehr Rechte, bis sie 1943 nach Auschwitz-Birkenau deportiert werden. Im Gegensatz zu seiner Familie überlebt Szlamek das Konzentrationslager und erzählt mehr als 70 Jahre später seine Erlebnisse als polnischer Jude während des zweiten Weltkriegs.Die letzten Kapitel fassen kurz sein Leben in den Jahren nach Kriegsende zusammen.

Der Autor Sam Pivnik, der zu dieser Zeit noch Szlamek hiess, erzählt seine Geschichte in der Ich-Perspektive. Er bleibt dabei eher nüchtern, fast kühl, was ich aber ziemlich passend fand. War er als Jugendlicher erlebt hat war so schrecklich, dass alleine die Schilderung der Tatsachen ausreicht, um den Leser tief zu berühren. Eine pathetische Wortwahl oder ein Drücken auf die Tränendrüse wäre hier zu viel gewesen. So stellt sich das Buch als das dar, was es auch ist: die Dokumentation eines Schicksals, das Sam mit Millionen von anderen geteilt hat, mit dem Unterschied, dass er es als einer der wenigen überlebt hat und heute davon erzählen kann. Bei der Lektüre fühlte ich mich öfters, als würde ich neben Sam auf einer Bank sitzen und er würde mir seine Geschichte selbst erzählen.

„Der letzte Überlebende“ ist in erster Linie ein Zeitzeugenbericht über eines der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte. Im Holocaust während des zweiten Weltkriegs wurden mehr als sechs Millionen Juden ermordet, rund eine Million davon im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Sam Pivnik erzählt aber nicht nur von seinen Erlebnissen, sondern bringt auch Zahlen und Namen. Man merkt, dass er sich in den Jahren danach intensiv mit dem Konzentrationslager befasst hat, da er Fakten auflistet, die er damals schlicht nicht wissen konnte. Daher erinnert das Buch öfters fast eher an ein nüchternes Geschichtsbuch mit Fakten als an wahre Erlebnisse. Ich denke, dass dieses Abstrahieren, das Auflisten von Fakten Sam Pivniks Weg ist, mit den erlebten Gräueltaten umgehen zu können und sie emotional von sich fernzuhalten, um nicht daran zu zerbrechen.

Neben dem Text enthält das Buch auch einige schwarz-weisse Abbildungen von Karten, um sich die Umstände des Lagers und des Todesmarsches besser vorstellten zu können, sowie Fotos von Auschwitz-Birkenau und der Familie Pivnik.

Mein Fazit

Ziemlich nüchtern geschildert, aber trotzdem sehr berührend. 







Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 6, ein Buch, das Dich traurig oder nachdenklich gemacht hat


Lovelybooks Themenchallenge

Aufgabe 32, ein Buch, auf dessen Cover mehrere Streifen zu sehen sind



Mittwoch, 15. März 2017

Schlaflied


Bildquelle

von Cilla & Rolf Börjlind
übersetzt durch Christel Hildebrandt

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 20.02.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 20.02.2017
  • Verlag : btb
  • ISBN: 9783442757169
  • Flexibler Einband 480 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Der btb Verlag und Vorablesen haben mir das Taschenbuch kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!



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Bücher der Reihe:
Die Springflut
Die dritte Stimme
Die Strömung
Schlaflied



Inhalt


Am Stockholmer Hauptbahnhof herrscht Chaos. Ein Mädchen im Strom der Asylsuchenden schlägt sich ganz alleine durch. Aus Angst vor den Behörden lebt sie mehr schlecht als recht auf den Straßen Stockholms – bis sie auf die Obdachlose Muriel trifft, die sich ihrer annimmt. Gemeinsam suchen sie Zuflucht in einer einsamen Hütte auf dem Land. Aber ist es in den Wäldern Smalands wirklich sicherer als auf den Straßen von Stockholm? Zur selben Zeit versucht der frühere Kriminalkommissar – und frühere Obdachlose – Tom Stilton seinen Polizeikollegen zu beweisen, dass er wieder ganz auf der Höhe ist. Er soll dabei helfen, den grausamen Tod eines Jungen aufzuklären, der vergraben im Wald gefunden wurde. Wenig später bittet ihn Muriel um Hilfe, weil sie ihren Schützling in Gefahr glaubt. Haben die Fälle etwa miteinander zu tun? Tom Stilton und Olivia Rönning kommen der Wahrheit nur langsam auf die Spur ...
(Quelle: btb)


Meine Meinung


„Schlaflied“ ist der vierte Krimi der Reihe. Zum Verständnis des Falls sind keine Vorkenntnisse nötig, zur besseren Unterscheidung der Figuren wäre es aber wohl sinnvoll, wenn man sie schon kennen würde.

Die Geschichte wird aus der Beobachterperspektive mit ständig wechselndem Fokus erzählt. Ständig wird zwischen verschiedenen Figuren und mehreren Handlungssträngen hin und her gesprungen, sodass ich bei Szenenwechseln oft Mühe hatte, mich wieder in die Situation hineinzufinden. Dass ich mit dem Einstieg in die Handlung ziemlich Mühe hatte liegt wohl auch daran, dass ich die vorhergehenden Bände der Reihe nicht kenne und somit auch mit den Figuren nicht vertraut war. Die werden von den Autoren nämlich ohne grosse Einführung direkt in die Geschichte geworfen, sodass ein neueinsteigender Leser zunächst mit einer Fülle an blossen Namen zurechtkommen muss.

Die Handlung erschien mit etwas zu weit verzettelt. Viele Nebenhandlungen werden angerissen, dann aber doch nicht weiter ausgeführt. Diese hätte man gleich weglassen und die Geschichte damit etwas straffen können. Der Fall selbst ist sehr politisch gehalten – etwas zu politisch für meinen Geschmack. Ich habe in meinen Krimis lieber Einzeltäter als grosse Verschwörungen. Vor allem hätte ich es bevorzugt, wenn sich die Autoren für einen Schwerpunkt entschieden hätten, anstatt gleich mehrere schwer verdauliche, von Flüchtlingskrise bis Pädophilie, ins Spiel zu bringen. Das Privatleben der Ermittler kommt zwar immer wieder mal zur Sprache, nimmt aber keine übermässig grosse Rolle ein.

Den Schreibstil der beiden Autoren fand ich recht gewöhnungsbedürftig. Stellenweise waren die Sätze sehr kurz, regelrecht abgehackt und bestanden teilweise nur aus zwei, drei Worten. Dann war die Sprache wieder ausschweifend, fast poetisch. Ob die Zusammenarbeit zweier Autoren zu diesen Unterschieden geführt hat? Jedenfalls haben mich diese markanten Stilunterschiede öfters ins „stolpern“ gebracht.

Mein Fazit

Zu verzettelt um mich wirklich zu überzeugen.





Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 34, ein Buch das 2017 erschienen ist


ABC-Challenge der Protagonisten

Olivia = O weiblich




Montag, 13. März 2017

[Hörbuch] Todesfrist


Bildquelle

von Andreas Gruber
gelesen von Achim Buch

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 19.06.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 19.06.2017
  • Verlag : Der Hörverlag
  • ISBN: 9783844525397
  • Audio-Download: 12h 41
  • Sprache: Deutsch 


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Bücher der Reihe:
Todesfrist
Todesurteil
Todesmärchen
Todesreigen (erscheint am 21.08.2017)



Inhalt


"Wenn Sie innerhalb von 48 Stunden herausfinden, warum ich diese Frau entführt habe, bleibt sie am Leben. Falls nicht – stirbt sie." Mit dieser Botschaft beginnt das perverse Spiel eines Serienmörders. Er lässt seine Opfer verhungern, ertränkt sie in Tinte oder umhüllt sie bei lebendigem Leib mit Beton. Verzweifelt sucht die Münchner Kommissarin Sabine Nemez nach einer Erklärung, einem Motiv. Erst als sie einen niederländischen Kollegen, Maarten S. Sneijder, hinzuzieht, entdecken sie zumindest ein Muster: Ein altes Kinderbuch dient dem Täter als grausame Inspiration – und das birgt noch viele weitere Ideen.
(Quelle: Hörverlag)


Meine Meinung


Die Mutter der Münchner Polizistin Sabine Nemez wird ermordet aufgefunden. Nachdem zunächst Sabines Vater der Tat verdächtigt wird, ergeben sich bald Hinweise auf einen Serientäter. Zusammen mit dem BKA-Profiler Maarten S. Sneijder macht sich Sabine auf die Jagd nach dem Täter, bevor er erneut zuschlägt…

Die Geschichte besteht aus mehreren Handlungssträngen, die teilweise zu unterschiedlichen Zeiten stattfinden und erst im Laufe der Zeit zusammenfinden und werden entsprechend aus wechselnder Perspektive erzählt. Aufgefallen ist mir dabei, dass der Autor dabei ausschliesslich Frauen auswählte, deren Sichtweise er schildert. Sabine nimmt als Protagonistin natürlich eine grosse Rolle ein, aber auch die Psychotherapeutinnen Helen und Rose erhalten viel Platz.

Obschon die Geschichte nie aus seiner Sicht erzählt wird, ist der Profiler Maarten S. Sneijder doch omnipräsent. Bis zum Schluss wusste ich nicht wirklich, was ich von ihm halten soll. Eigentlich ist er ein richtiges Ekel. Er kifft immer und überall ohne Rücksicht auf seine Begleiter, klaut Bücher in Buchhandlungen einer bestimmten Kette und so wie er sich benimmt, scheint ihm Freundlichkeit oder schon nur Höflichkeit wohl fast körperliche Schmerzen zuzufügen, so oft wie er darauf verzichtet. Und doch fand ich ihn irgendwie cool. Ein schwer einzuschätzender Charakter, der wohl noch die eine oder andere Überraschung auf Lager hat…

Durch die verschiedenen Handlungsstränge und mehreren Zeitebenen ist die Handlung teilweise etwas verwirrend und es dauert eine Weile, bis der Leser den Durchblick hat, was genau wo und wann passiert ist. Stück für Stück setzen die verschiedenen Figuren die vorhandenen Informationen zusammen, um das Gesamtbild zu finden. Sobald die einzelnen Stränge aber einigermassen gebüschelt werden, verfügt der Leser (oder in meinem Fall Hörer) über deutlich mehr Informationen als die Ermittler (da die ja von den anderen Handlungssträngen nichts wissen). So kommt es, dass der Täter für den Leser schon lange klar ist, während Sabine und Maarten noch tief im Dunkeln tappen. Das nagt leider etwas an der Spannung, die bis dahin sehr hoch bleibt.

Die Handlung ist spannend aufgebaut, weist aber einige Logiklöcher auf. Vor allem bei den polizeilichen/ermittlungstechnischen Abläufen lässt der Autor Andreas Gruber die reine Fantasie walten, anstatt sich an die Tatsachen zu halten. So würde in Wirklichkeit beispielsweise nie eine Polizistin ein Verbrechen an einem Familienmitglied untersuchen dürfen, da alle durch diese Polizistin gefundenen Beweise auf Bestreben eines nur einigermassen guten Anwalts vor Gericht wegen Befangenheit nicht zugelassen würden. Auch ist der Job eines Profilers üblicherweise eine reine Schreibtischarbeit, dass der Profiler persönlich auf Verbrecherjagd geht, wie dies Sneijder tut, ist absolut unrealistisch. Auch sonst gibt es viele unrealistische (oder einfach schlecht recherchierte) Stellen, die mich zwar teilweise doch gestört haben, über die ich aber zugunsten der doch sehr spannenden Handlung hinwegsehen konnte.

Der Schreibstil des Autors Andreas Gruber lässt sich flüssig lesen, enthält aber etwas gar viele Wiederholungen. Etwas mehr Abwechslung in der Wortwahl wäre da wünschenswert gewesen. Gut gefallen hat mir hingegen der immer wieder aufblitzende schwarze Humor. Der Thriller enthält einige doch sehr blutige und brutale Szenen, weshalb ich sensiblen Lesern von der Lektüre abraten möchte.

Der Sprecher der Hörbuchs, Achim Buch (wie passend, dass Herr Buch ein Hörbuch liest), macht seine Sache gut und konnte mich überzeugen. Er spricht die einzelnen Figuren gut voneinander unterscheidbar, ohne dabei ins lächerlich-verstellte abzudriften.

Mein Fazit

Trotz einiger stilistischer und inhaltlicher Fehler sehr spannend.







Daggis Buch-Challenge

Aufgabe 27, ein Buch von einem Autoren, der nicht aus Deutschland, Großbritannien oder den USA stammt. Der Autor Andreas Gruber stammt aus Österreich.


Lovelybooks Themenchallenge

Aufgabe 5, ein Buch, dessen Titel mit demselben Buchstaben beginnt und endet




Samstag, 11. März 2017

Emily's Tagebuch


Bildquelle

von Christine Guthann

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 29.05.2013
  • Aktuelle Ausgabe : 29.05.2013
  • Verlag : Christine Guthann
  • ISBN: B00D3KK7MU
  • E-Buch Text 194 Seiten
  • Sprache: Deutsch 


Leseprobe
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Inhalt


Ein junger Mann soll für seinen Freund auf ein altes Haus achten. Keine allzu schwere Aufgabe, wäre da nicht das Tagebuch eines scheinbar geisteskranken Mädchens in einem der Zimmer aufgetaucht.
Dieses Tagebuch beginnt den jungen Mann in einen bedrohlichen Wirbel aus Geisterscheinungen und realen Verbrechen zu ziehen.
Welches Geheimnis birgt "Emilys Tagebuch" wirklich? Steckt hinter Emilys mysteriösem Ableben vielleicht ein Mord?
(Quelle: Amazon)


Meine Meinung


Ein junger Mann soll auf ein leerstehendes Haus aufpassen und dort nach dem Rechten schauen. Dabei findet er das Tagebuch der Tochter der ehemaligen Hausbewohner. Doch mit diesem Buch (sowie dem ganzen Haus) scheint einiges seltsam zu sein…

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive des „Haus-Hüters“ erzählt. Wie er heisst, wird nie gesagt, auch sein Aussehen wird nicht beschrieben. So blieb er die ganze Erzählung hindurch ziemlich „unfassbar“ für mich, ich konnte mir kein wirkliches Bild aus ihm machen. Ausser dem Protagonisten gibt es nur wenige Figuren.

Die Handlung ist nicht uninteressant, lässt sich aber schwer einordnen. Handelt es sich bei dem Buch um einen Mysterythriller, oder um einen Krimi mit übersinnlichen Elementen? Ich kann es nicht wirklich sagen. Wer aber etwas komplett Realistisches erwartet, ist hier jedenfalls fehl am Platz. Leider enthält die Handlung auch einige gröbere Logiklöcher. So steht der Protagonist in einer Szene neben dem Haus, schaut durch das Fenster hinein und sieht ein Buch am Boden liegen. Eigentlich nichts besonderes, wenn nicht immer wieder erwähnt würde, dass sich das Fenster nicht im Erdgeschoss, sondern in der ersten Etage befindet… Das Ende fühlte sich etwas erzwungen an und passte nicht so richtig zum Rest der Geschichte.

Der Schreibstil der Autorin Christine Guthann lässt sich flüssig lesen, ist aber nicht sehr abwechslungsreicht und enthält viele Wiederholungen. Leider stören vereinzelte Tippfehler den Lesefluss. Auch die fehlende Kapitelunterteilung fand ich ziemlich anstrengend, da ich gerne von Kapitel zu Kapitel lese.

Mein Fazit

Mystery und Krimi, aber das gewisse Etwas fehlt. 











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